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Nach den Beratungen

zur ausgleichenden Kegelung der deutschen Buhnenaussprache

die im April 1898 in Berlin unter Mitwirkung der Herren

Graf von Hochberg, Freiherr von Ledebur, Dr. Tempeltey, Prof. Dr. Sievers, Prof. Dr. Luick, Prof. Dr. Siebs

und nach den erganzenden Verhandlungen, die im Marz 1908

in Berlin mit der Genossenschaft deutscher Biihnenangehoriger

stattgefunden haben

Auf Veranlassung des Deutschen Btihnenvereins

und der

Genossenschaft Deutscher Buhnenangehoriger

bearbeitet von

Theodor Siebs

Dr. phil., ord. Professor der deut.«chen Sprache und Literatur an der Kgl. Universitat zu Breslau

Zehnte Auflage

10-12 Tausend den Gesau^ beriicksichti^end und mit Ansspracheworterbacli

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OF

Bonn

Verlag Albert Ahn 1912

AUe Rechte, insbesondere das der Ubersetzung und der Bearbeitung fur

Schulzwecke, vorbehalten; auch kann nicht gestattet werden, Auszuge

aus dem vorliegenden Buche zu veroffentlichen.

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Einleitung

I BegrifF der deutschen Biihnenaussprache

Durcli lange sorgfaltige Pflege hat sich auf der Btihne eine besonders reine Aussprache des Deutschen herausgebildet. Die Forderung, daB hier die Werke in einheitlicher Form dargestellt warden, und die Wechselwirkung der verschiedenen Theater aufein- ander haben schon seit langer Zeit dazu gefiihrt, daB die Aussprache der Buhne fester geregelt ward als diejenige aller anderen Kreise.

Zu einer Zeit, wo diese an eine Ausgleichung der deutschen Mundarten noch kaum dachten, ward an der Buhne schon eine fiber den Dialekten stehende ktinstlerische Aussprache ge- pflegt. Es braucht bloB an die „Regeln fiir Schauspieler" er- innert zu werden, die Goethe im Jahre 1803 niedergeschrieben hat, als er Pius Alexander Wolff und Franz Griiner unter- richtete: „Wenn mitten in einer tragischen Rede sich ein Provinzialismus eindrangt, so wird die schonste Dichtung ver- unstaltet und das Gehor des Zuschauers beleidigt. Daher ist das Erste und Notwendigste fiir den sich bildenden Schau- spieler, daB er sich von alien Fehlern des Dialekts befreie und eine vollstandige reine Aussprache zu erlangen suche. Kein Provinzialismus taugt auf die Buhne. Dort herrsche nur die reine deutsche Mundart, wie sie durch Geschmack, Kunst und Wissenschaft ausgebildet und verfeinert worden."

So tritt die Aussprache der Btihne in Gegensatz zu den Mundarten. Man hat freilich behauptet, die Sprache des Schauspiels miisse in Zusammenhang mit der lebendigen Volks- sprache bleiben, den Blihnen miiBten Zugestandnisse an die

Si ebs, Deutsche Biihnenaussprache 10 Aufl. 10— 12 Tauseud 1

landscliaftliche Spraclie erlaubt und so der „Erdgeschmack" der Sprache geschont werden. Das ist nicht ernst zu nehmeii. Soil man etwa die Schauspieler von ihrem ersten Auftreten an bis zu ihrem letzten Atemzuge fur bestimmte Bilhnen ver- pflichten, damit sie sicli den „Erdgeschmack:" der Sprache dieser Landschaft aneignen? oder sollen nur Einheimische engagiert werden? Andernfalls aber danken wir fiir den „Erd- gesclimack" der Biihnenlokalsprachen, und mit ihm wurden zweifellos alle Leiter deutscher Biihnen den Untergang kunst- maBiger Aussprache als gegeben betrachten. In Lokalstiicken mag ja die Mundart gesprochen werden, wie es seit Jahr- hunderten der Fall gewesen ist; und daB z. B. in einem Stiicke, das gewisse Typen der Berliner oder Wiener Gesellschaft darstellen will, audi die Sprache zur Charakteristik dieser T3^pen ihr Scherflein beitragen kann, soil zugestanden werden. DaB aber die Buhne in ihrer Sprache sich die Eigenart der Landschaft wahren und etwa den Schauspielern der Koniglichen Biihne zu Berlin im „Julius Caesar" leise Zugestandnisse an die landschaftliche Sprache der Mark Brandenburg gestattet werden sollten, darauf ist nicht zu rechnen. Andere haben die Verwendung der Mundart verlangt, um ohne daB die Vorschrift des Dichters dazu berechtigte das Lokalkolorit des Stiickes zu steigern: Kleist's „Katchen von Heilbronn" solle „gelinde schwabeln"; die Rede der Minna von Barnhelm er- lange die „reclite Lebensfarbung und charakteristische Yer- tiefung erst durch die liebenswtirdig neckische Mundart der Sachsin." In ahnlichem Streben mtiBte wohl auch die Jungfrau von Orleans zum mindesten mit franzosischer Farbung sprechen, Maria Stuart mit englischer? Nein, ein „An- und Durchklingen" ortlicher Sprechweise ware schwer zu begrenzen und wiirde die Sprache unseres klassischen Dramas zu einem wusten Kauderwelsch machen. Unsere Schauspieler aber und die gebildeten Zuhorer sind durch ihren Geschmack und durch die Achtung vor den Werkeu unserer groBeu Dichter vor solchen MiBgriffen bewahrt. Ubrigens ist auch jener mundartliche „Anklang", wie er lieute vielfach

von den Yerfassern erstrebt wird, ein nur zeitweilig stark liberschatztes Wirkungsmittel. Seine Entbehrlichkeit erweist sich schon dadurch, daB es fast ganz auf Stucke beschrankt ist, die in deutscher Sprache gedacht sind, und daB es sich mit ^inigem Erfolge nur fiir die in der Gegenwart spielenden Dramen verwenden laBt.

Mag man aber audi noch so weit gehen in der Zulassung des Mundartlichen auf der Btihne, in dem Nachgeben an die ktinstlerische Personlichkeit des Schauspielers und an die Stimmung, so wird man doch niemals leugnen konnen, daB der gute Schauspieler ftir die ruhige, verstandesmaBige Rede eine kunstmaBige mundartfreie Aussprache zu beherrschen hat, und daB es daher Regeln fiir die Ausbildung des Schauspielers als Sprachkiinstler geben muB, die von der Herausarbeitung des Oharakters der Rolle und der Stimmung noch unabhangig sind. Nur der Dilettantismus mag glauben, solcher' Ausbildung, sei es im Sprech- oder Gesangsvortrage, entraten zu konnen, und kein Schauspieler wird sich ihr widersetzen wollen, mag -er sich auch als fertiger Kiinstler spater seine vollen Eechte und Freiheiten wahren.

II Zweck der ausgleichenden Regelung

Trotz der Pflege und dem Streben nach Einheit ist die Aussprache an den Btihnen des deutschen Sprachgebietes und im Munde der einzelnen Schau- spieler nicht durchaus gleich, sondern zeigt gewisse Unterschiede, die sich zumeist durch Einwirkung des Schriftbildes oder der Mundart erklaren und teils bewuBt, teils unbewuBt gesprochen werden. Weil sie die einheitlichektinstlerische Darstellung derBtihnen- werke storenund denjenigen, der die Btihnen aussprache als Muster ansehen mochte, irreftihren, sind sie durch eine ausgleichende Regelung beseitigt worden.

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Ftir die ruhige verstandesmaBige Kede ist G lei ch- in afiigkeit beim Zusammenwirken der Schauspieler ein kiinstlerisches Bediirfnis darin sind wohl alle Biihnenkreise einig und die gebildeten Laien nicht minder. Wenn auf die Frage: „an welchem Takf^ im ernsten Drama geantwortet wird: „am Tach vor jenem Siech^ und gar von anderen noch „a?w Tach^ oder „mn Tack'' hinzugefiigt wird, so ist dieses Durcheinander fiir den feiner Empfindenden unertraglich. Es laBt sich nur beseitigen durcli Aufstellung fester Kegeln, und eine solche ist daher nicht kleinliche Schulmeisterei, sondern eine notwendige Forderung der Kunst und eine willkommene Erleichterung fur den Schauspieler, der sich in Zweifelsfallen beraten sieht.

Aber nicht nur fiir die Btihne, sondern auch fiir weitere Kreise war eine feste Regelung bedeutsam. Wo immer sich die Aussprache tiber die bloBe Mundart erhebt, sei es in der Umgangsprache der Gebildeten, in der Sprache der politischen, lehrenden und geistlichen Eedner oder des deklamatorischen Vortrags, stets geschieht es in der Richtung auf die Sprache der Kunst, der deutschen Biihne. Besonders hat ja die Schule eine tiber den Mundarten stehende Aussprache zu pflegen und vor allem ftir den mtindlichen Vortrag zu verlangen ; wie denn von jedem Gebildeten gefordert wird, daB ihm eine tiber die Sprache des taglichen Verkehrs sich erhebende Aussprache zu Gebote stehe, in der er vorliest, Gedichte vortragt, sich mit hoherer Rede an weite Kreise wendet. Es ware toricht und aussichtslos, hier ftir Schule und Leben die Btihnenaussprache, die auf Fernwirkung und volliges Zusammenstimmen aller Redenden und auf Darstellung starker Affekte berechnet ist, in ihrer ganzen Eigenart fordern zu woUen; aber die Bemtihungen um eine „lautreine Aussprache", wie sie jetzt auch in den Lehrplanen ftir die preuCischen Seminarien verlangt wird, kOnnen nur in der Richtung der Btihnenaussprache liegen. Und so hat die Btihne mit der ehrenvollen Aufgabe, in dieser Sache die Lehrmeisterin Deutschlands zu sein, auch diePflicht, auf sichere Regelung zu halten.

Diese EinwirkuDg der Btihnenaussprache auf die weiten Kreise unserer Nation hat auch eine politische Bedeutung. Ein jeder gute Deutsche, dem die voUige gegenseitige Durch- dringung unserer Stamme am Herzen liegt, wird sich uber einen solchen weiteren Schritt zur vollkommenen Einigung freuen. Die Ausgleichung der Sprache der Gebildeten ist ein wertvolles Mittel zu inniger Verschmelzung von Nord und Slid, denn nichts scheidet heute Ober-, Mittel- und Niederdeutschland starker als die Sprache. Da ist nun der Einwand gemacht worden, man solle der Eigenart der Dialekte Rechnung tragen und ihrer Entwickelung freien Lauf lassen. Freilich von sach- kundiger Seite konnte eine solche Befiirchtung niemals laut werden, denn trotz alles Einflusses von Schule und Biihne und Literatur und Zufuhr aus der Fremde gehen die Mundarten doch die gesonderten Wege ihrer Entwicklung. Gerade, ob die Mundarten mehr oder weniger von diesen Einfliissen bertihrt werden, kann ihre Eigenart bestimmen. Sie sind keineswegs so zarte Pflanzchen, daB ihnen leicht der Nahrboden verderbt werden kann; sie sind auch keine Treibhauspflanzen, von denen man die Unbilden der Witterung fernhalten muB. Mit fast dem gleichen Rechte, rait dem man den EinfluB der Schule oder der Biihne auf die Aussprache furchtet, miiBte man die Leute sorgfaltig vor aller Schrift behiiten und sie als Analphabeten aufwachsen lassen und miiBte man jeden EinfluC der groBen Verkehrszentren durch AbschlieBung zu hemmen suchen, denn die dort herrschenden Moden machen sich weithin geltend.

Aber selbst wenn die Mundarten durch die Pflege einer einheitlichen Aussprache in Deutschland wirklich EinbuBe er- leiden sollten, so dtirfte uns das doch in der Verfolgung unserer Ziele nicht hindern. Selbst diejenigen, denen die Er- forschung und Erhaltung der Mundarten als einer Fundgrube fiir sprachwissenschaftliche und kulturgeschichtllche Arbeit am Herzen liegt, wiirden sie hingeben zu Gunsten einer geeinigten deutschen Aussprache; hat man doch auch so manches mund- artliche Sprachgut preisgegeben fiir die einige deutsche Schrift- sprache wie man Baume des Waldes abholzt, durch den die

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Eisenbahn fuhren soil; wie wir so oft das uns lieb gewordene Alte einer notwendigen Neuening opfern miissen.

Eine streng geregelte Kunstaussprache aber hat auch fiir andere Seiten der Sprachpflege ihre Bedeutung, besonders fur die Schreibung. Diese will ja im letzten Grunde die Aus- sprache darstellen, vermag es aber nur ganz unvollkommen und wird, da die Aussprache sich allmahlich andert, von Zeit zu Zeit der Besserung bedtirftig. So wird unsere Orthographies in ihrer ganzen unbestrittenen Unzulanglichkeit, einmal ge- andert werden. Wann das sein wird, ist heute nicht zu sagen; sicherlich aber kann es nur auf der Grundlage einer geregelten Aussprache geschehen, und wenn wir diese schaffen helfen, so wird man uns einst Dank dafiir wissen. Und nicht nur die Sprachpflege, sondern auch die Literaturwissenschaft gehen diese Bestrebungen an. Wenn die Werke der Literatur durch die Schrift dargestellt werden, so ist das eigentlich nur ein Not- behelf fiir die mtindliche Wiedergabe: die Aussprache ist daher Gegenstand wissenschaftlicher Behandlung, insofern tiberhaupt an der Uberlieferung der Literatur ein wissenschaftliches Interesse besteht. Ja, auch die Poetik kommt in Betracht: das Wort ist das ^gefliigelt Werkzeug" der dichtenden Phantasie; seine Klangwirkung ist ein poetisches Wirkungsmittel und hangt aufs engste mit der Aussprache zusammen.

Schliefilich sei erwahnt, da6 es sich nicht nur um eine nationale deutsche Sache handelt. Die vielen Auslander, die deutsch lernen und nach einer moglichst dialektfreien Aus- sprache streben, gerade sie werden meistens falsch belehrt fiber das sogenannte mustergultige Deutsch, denn gerade in diesen Dingen herrscht im Auslande selbst bei manchen Sprach- gelehrten und Phonetikern eine staunenswerte Unkenntnis. Die Regeln der Biihnenaussprache aber sind der zuverlassige Ratgeber, nach welcher Richtung Verbot und Empfehlung zielen miissen. Das sieht man im Auslande allmahlich ein; auch sucht man dort bereits unsere Erfahrangen fiir andere Sprachen nutzbar zu machen.

Ill Geschichte der ausgleichenden Regelung

Im Dezember 1896 liatte ich bei einigen hervorragenden Btihnen angefragt, wie sie sich zu einer Regelung stellen wiirden, und aus dern Bescheid den Eindruck gewonnen, dafi man sie tiberall als wiinschenswert, ja als notwendig empfand. Graf Bolko von Hochberg, damals Generalintendant der Koniglichen Schauspiele in Berlin, dem ich im Marz 1897 meine Gedanken vorlegte, beschloB, der Generalversammlung des deutschen Btihnenvereins im Mai 1897 den Vorschlag zu machen, daB ein aus Biihnenleitern und Germanisten zu bildender AusschuB liber diese Fragen beraten mochte. Auf der 44. Ver- sammlung deutscher Philologen und Schulmanner in Dresden im September desselben Jahres erklarte auf meinen Antrag die germanistische Sektion, sie „wurde es mit Freude begruBen, wenn der deutsche Biihnenverein bereit ware, sich zu gemein- samer Arbeit an diesem nationalen Werke mit der germanistischen Wissenschaft zu verbinden." Vom 14.— 16. April 1898 fanden im ApoUosaale des Koniglichen Schauspielhauses zu Berlin die Beratungen tiber die ausgleichende Regelung der deutschen Buhnenaussprache statt. An ihnen haben als Vertreter des deutschen Btihnenvereins mitgewirkt die Generalintendanten Graf von Hochberg (Berlin) undFreiherr von Ledebur (Schwerin), Wirkl. Geh. Rat Dr. Tempeltey (Koburg); als wissenschaftliche Vertreter die Universitats- professoren Dr. Sie vers (Leipzig), Dr. Luick (Graz, jetzt Wien), Dr. Siebs (Greifswald, jetzt Breslau), und zudem hatten die Universitatsprofessoren Dr. Seemtiller (Innsbruck, jetzt Wien) und Dr. Victor (Marburg) schriftliche Gutachten ein- gesandt. Den Vorsitz ftihrte Graf von Hochberg. Die Er- gebnisse der Beratungen sind unter dem Titel Deutsche Buhnenaussprache" im Verlage von Albert Ahn zuerst im Jahre 1898, in zweiter Auflage 1901, in dritter 1905 er- schienen. In seiner Generalversammlung zu Frankfurt a. M. 1898 hat der deutsche Biihnenverein beschlossen, diese Arbeiten den deutschen Btihnen als Kanon fiir ihre Aussprache zu

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empfehlen 1). Auch die gennanistische Sektion der 45. Ver- sammlung deutscher Philologen und Schulmanner in Bremen 1899 hat den Ergebnissen der Regelung zugestimmt mid ftir wiinschenswert erklart, sie „fur andere Gebiete der deutschen Sprachpflege, insbesondere durch die Schule, nutzbar zu machen, insoweit im Leben und Verkehr eine An- naherung an die Sprache der Kunst moglich und zweck- maBig ist."

Bei alien diesen Arbeiten kam es niclit auf die wandel- baren psychischen Faktoren des Billinenvortrags oder die Auf- fassung der Dichtwerke, auch nicht auf Schaffung neuer Aus- spracheregeln an, sondern auf Feststellung des bestehenden Gebrauches. Deshalb war die Aussprache der Schauspieler ohne ihr Wissen wahrend der Vorstellungen beobachtet und die so gewonnene Erfahrung zur Grundlage der Entscheidungen gemacht worden; an den Verhandlungen batten die Kunstler nicht teilgenommen. Da dies aber in Biihnenkreisen vielfach als ein Mangel empfunden war, da ferner im Laufe der Zeit Einwendungen gegen einzelne Punkte erhoben waren und man die Bestimmungen auch fiir die Gesangsaussprache fruchtbar zu machen wiinschte, war es sehr erfreulich, daB die Ge- n-ossenschaft deutscher Btihnenangehoriger, angeregt durch Erorterungen in der „Dramaturgischen Beilage" von 1907, ein en ArbeitsausschuB zur endgtiltigen Regelung einsetzte, der aus den Herren Eegisseur Held (Berlin), Kgl. Kammersanger Scheidemantel (Dresden) und Mtiller-Hausen (Berlin) bestand, und der in seiner Tatigkeit ganz besonders unterstiitzt wurde durch die Herren K. u. K. Hof schauspieler Professor Gregori (Wien, spater Mannheim), Ejnar und Viggo Forch- h a mm er (Frankfurt a. M.), Kgl. Oberregisseur Droscher (Berlin), Direktor Martersteig (Koln, spater Leipzig), Hofschauspieler Oberlander, Emanuel Reicher und Professor Strakosch (Berlin). Auch sind verschiedene RatschlSge Herrn Geh. Reg.- Rut Professor Dr. Max Friedlander (Berlin) zu danken.

1) Eine kurzore Fassung ist unter dem Titel „GrundzUgc der deutschen Biihnenaussprache" 1900 bis 1905 in mehreren Auflagen erschieneu, danu abor aufgcgcben.

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An etwa zweihundert deutsche Btihnen wurden Fragebogen versandt, um die vielleicht strittigen Punkte der „Buhnenaus- sprache" zusammenzustellen, und nach Eingang der Antworten fand am 28. und 29. Marz 1908 im Kammerspielhause des Deutschen Theaters zu Berlin eine Konferenz statt. Auf Ein- ladung der Btihnengenossenschaft nahmen hieran auBer dem Arbeitsausschusse eine Keihe von Btihnenkunstlern und Yortrags- lehrern teil, als wis sens cliaftliehe Vertreter die Germanisten Professor Dr. Sievers (Leipzig) und Siebs (Breslau); Professor Dr. Luick (Wien) hatte seine Ansichten schriftlich geauBert. Die Bestimmungen der Deutschen Buhnenaussprache" wurden durchberaten und in einigen Punkten geandert oder scharfer gefaBt; ferner wurden die fiir den Sprechvortrag geltenden Kegeln durch eine Anzahl von Zusatzen auch fiir den Gesangs- vortrag nutzbar gemacht; endlich wurde tiber eine den An- forderungen der Phonetik entsprechende Schreibung beraten und Professor Dr. Siebs beauftragt, eine im Namen des deutschen Bilhnenvereins falls dieser zustimme und der deutschen Btihnengenossenschaft herauszugebende neue Auflage seines Buches zu schaffen und mit ihr womoglich eine Art Ausspracheworterbuch zu verbinden. Diese Arbeit^) wurde, nachdem der Biihnenverein auf der Generalversammlung (zu Koburg) 1908 sein freudiges Einverstandnis erklart hatte, 1909 fertiggestellt und in demselben Jahre der Philologenversammlung in Graz vorgelegt. Die germanistische Sektion faBte den Be- schluB, die Ergebnisse in gleichem Sinne wie 1899 zur Nutz- barmachung durch die Schule zu empfehlen. Sowoiil an die Germanisten (in Graz 1909 und in Posen 1911) als auch an die Mitglieder derGenossenschaft deutscher Buhnenangehoriger wurde die Bitte gerichtet, etwaige Verbesserungsvorschlagc fiir eine neue Auflage mitzuteilen; doch sind deren nur so wenige und so gering- fiigige geauBert worden, daB Anderungen nicht notwendig wurden.

1) Wieviel die Arbeit Professor Dr. Sievers verdankt, besouders im Abschnitt IV 2. 3 und den phonetischen Teilen, lieB sich leider nicht im einzelnen so klar hervorheben, wie in der protokollarischen Dar- stellung der alteren Auflage.

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IV Die Hauptgrunds§,tze der Regelung

1) Der erste Grundsatz ist: es sollen Richt etwa neue Ausspracheregeln angeordnet, sondern der bestehende Gebrauch soil festgestellt werden; wo sich Unterschiede ergeben, sind sie nach MaBgabe der iiblichsten und zweck- maBigsten Aussprache auszugleichen. Die tatsachliche Sprechweise der Btihne aber ist keineswegs dad arch zu gewinnen, daB man den einzelnen Schauspieler nach der Aussprache dieses und jenes Wortes fragt solche Fragestellung wiirde Vorein- genommenheit und theoretische Erwagung und damit.mancherlei MiBgriffe verursachen; vielmehr dadurch, daB man die Aus- sprache vieler anerkannten Schauspieler wahrend der Vorstellung in guten Theatern beobachtet und phonetisch aufzeichnet. So liegt auch unseren Arbeiten die unbeeinfluBte tatsachliche Btihnenaussprache guter Schauspieler zu Grunde.

Hiermit ist schon gesagt, daB dem bestehenden Biihnen- gebrauche das Spracherapfinden des Einzelnen weichen muB. Immer wieder taucht von Zeit zu Zeit die Kedensart auf, diese oder jene Aussprache sei „klangsch6ner" und deshalb vorzuziehen. Solche Ansichten sind meistens AuBerungen subjektiven Geschmackes; es hieBe der Willkiir Tor und Tiir offnen, wollte man sie ernst nehmen und ihnen bei Feststellung der Normen ein Recht einraumen.

2) Ein zweiter Grundsatz schlieBt sich an: die Schreibung kann niemals MaBstab fur die Aussprache sein. Die Schrift ist gegenuber der Aussprache stets etwas Sekundares. Zum Bevveise dafur geniigt ein Blick auf die so- genannten Naturvolker, die ihre Sprachen entwickelt haben, ohne von der Schrift je bertihrt worden zu sein. Aber auch ganz unzulanglich ist unsere Schrift. Nicht nur deshalb, weil sie viele Elemente unserer Aussprache (z. B. die zwischen unseren deutlich empfundenen Lauten liegenden sogenannten Gleitlaute oder Ubergangslaute, die Pausen usw.) gar nicht tixiert, sondern auch deswegen, weil sie nicht einmal die iiblichen, klar zu unterscheidenden Stellungslaute unserer Sprache genugend

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wiedergibt. Um die Fiille dieser unserer verschiedenen Laute darzustellen, reichen nicht einmal die vielen Zeichen aus, die von den Phonetikern erfunden sind; wieviel weniger die 24 Oder 25 Zeichen unseres Alphabetes. Dazu kommt noch, dali diese gar nicht einmal geschaffen sind, um unseredeutschen Sprachlaute darzustellen, sondern aus'fremden Sprachen liber- Lommen. Dereinst mogen sie ftir phonizische Lautverhaltnisse gewahlt worden sein, wer weiB es! Als zu Karls des GroBen Zeit die deutsche Sprache aufgezeichnet ward, nahm man die damals fiir die lateinischen Laute geltenden Zeichen. Und dann ein weiterer MiBstand: hat sich einmal eine Schreibung ausgebildet, so bleibt sie bestehen, wahrend die Sprache sich allmahlich veriindert; jedenfalls hinkt sie hinterdrein. Aber nach der Schulauffassung herrscht die heilige Orthographie, und schon seit Jahrhunderten hat sie ofters einen maBregelnden EinfluC auf die Aussprache geubt^). Ja auch heute noch hort man bisweilen die unsinnige Forderung, daB die Aussprache sich nach der Schrift zu richten habe. Dabei kommen dann manchmal sehr merkwurdige Auffassungen zu Tage. In alterer Zeit wurde aus rein auBerlichen Griinden von den Schreibern der /"-Laut vor gewissen Buchstaben durch /; vor anderen durch v dargestellt, und so schrieb man Futter, Feder, aber Vater, Vogel; in einer Aussprachelehre (von R. Benedix) werden zwei Laute gefordert (y mtisse weicher gesprochen werden als /"), obschon nattirlich in Deutschland niemand einfallt, hier einen Unterschied zu machen. Die Schreibung fiihrt eben voll- kommen irre. In der Aussprache des ei {Beln) ist kein Element, das mit e bezeichnet werden konnte; in eu (Leute) ist weder ein e noch ein u enthalten. Die Orthographie tauscht uns stets liber die Aussprache. In Mitteldeutschland sprach man einst sen, in Oberdeutschland sprach und schrieb man sehen; dann ward das oberdeutsche Schriftbild von Mitteldeutschland an- genommen, das h ward bloB noch als Dehnungszeichen empfunden und in andere Worte eingefiihrt (z. B. Naht, Thron, weke, Ruhe)^

^) Braune, Dr. Wilh., Uber die Einigung der deutschen Aussprache, Akad. Rede. Heidelberg 1904.

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in denen nie ein Mensch den Lautwert eines h empfunden hatte. Spaterhin haben dann Leute, die von dieser Entwicklung nicht wuBten, sogar gefordert: in wehe, Ruhe werde ein h geschrieben, also miisse auch ein Hauchlaut gesprochen werden. AUe solche gelehrten Schulerwagungen frtiherer Jahrhunderte mit alien ihren Irrtiimern konnen fur die Kunst nicht maBgebend sein. Die Schauspieler tun zumeist von selber das Eichtige. Nur der feste Grundsatz: „Weg mit dem Sch riftbilde!" kann sie vor den groBen Fehlern bewahren, die durch Beriicksichtigung der Orthographie entstehen. Eine tiichtige Ausbildung in der Plionetik aber, die zu moglichst feiner Beobachtung der Laut- unterschiede sei es der in unserer Sprache vorkommenden Oder der moglichen anregt und Gehor wie Sprachwerkzeuge iibt, wird jedem Schauspieler, dem es mit der Aussprache ernst ist, sehr wertvoll sein.

3) Ein dritter Grundsatz ist: die feste Regelung berticksichtigt nur die ruhige, verstandesmaBige Rede; -dem Ausdrucke der Stimmung muB ein gewisser Spielraum gelassen werden.

Wir sind berechtigt, Bestimmungen ftir die Aussprache ■der einzelnen Laute zu geben, denn ihre Qualitat wechselt nicht ■erhebllch nach ihier Umgebung, z. B. geschlossenes langes u vor r (Uhr) ist dasselbe wie vor I oder n (Stuhl, Huhn); auch die in Osterreich haufige Beeinflussung der langen e- und 6i-Laute durch folgeAdes r {mehr, Mohr mit offenerem e- und o-Laute als lefd, Rofd) darf nicht als Kegel gelten; o in dock ist dasselbe o wie in Gott, Korh; t in tumen ist zu sprechen wie in treff'en, tastm, raten. Einige Falle, in denen, sich stjirkerer EinfluB von benachbarten Lauten aufeinander zeigt, werden be- sonders hervorgehoben werden (vgl. S. 76 u. 84).

Nicht zu bestreiten aber ist, daB der Affekt, iiberhaupt die Stimmung eine gewisse Wirkung auf die Aussprache der Sprachelemente, der einzelnen Laute ausiiben kann und darf. Konsonanten werden im Affekt gern mit starkerem Hauche ge- sprochen: in dem Ausrufe „T"od und T"eufel!^ wird das t mit starkerem Hauche, energischer gebildet werden als in

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Tasche, Tunn bei ruhiger, verstandesmaBiger Kede , in „I)onner und Doria!^ das d energischer als in ruhigem dunn, Dohle; man hort wohl den Verzweifelnden rufen „k"einerP^ oder (mit liberlangem f) Vater!'' Solclie Erscheinungen darf man keines- wegs als unerlaubt bezeichnen, mag audi ihre Ubertreibung oft zu tadeln sein. Die lyrische Stimmung treibt die Stimme in die Hohe und ftihrt dadurch zu geschlossenerer Aussprache der Vokale, der Zorn hingegen treibt die Stimme nach unten und fiihrt zu offenerer Aussprache: es lassen sich z. B. Worte wie „c?er Not gehorchend^ nicht dem eignen Trieb'^ anschaulich durch eine ganze Reihe von Affektstufen hindurchflihren, so daB im Zorn geradezu e mit langem geschlossenen, ja selbst offeneren e den Affektwert des i hat, wie es in ruhiger Stimmung dem Worte Trieb eigen ist. DaC die Vokalqualitaten nach der Stimmlage wechseln, ist jedem Sanger gelaufig: man singe nur auf ein Wort wie See, in mittlerer Lage beginnend, die Tonleiter aufwarts und abwarts, und man wird sich davon liberzeugen. Mogen nun auch in der Rede die genannten Vokalunterschiede in maBvoller Anwendung erlaubt sein, wenn sie sich bei starken Affekten von selber durch die Stimmlage ergeben, so ist doch vor weiteren Folgeerscheinungen nach- drticklich zu warnen. Will z. B. der Schauspieler in der Hohe den geschlossenen Vokal durch langere Dauer hervorheben, so wird er leicht zu einer tadelnswerten Diphthongierung verfiihrt: ('' und 6 werden zu e' d'\ d wird zu 6". So horte ich Errettung bringen Frankreichs Helden/o//?«'/^, Und Reims bcfroin und deinen Kohtich. IroinJn! oder auch:

Doch du rissest mich ins LeohJn,

In den stolzen Fiirstensaal,

Mich der Schuld dahin zu (joohon ...

Oder (so horte ich einen Schauspieler im Affekt sprechen):

„als ich dir in den TT>^i trat " und (im Erstaunen)

„deinem /o«/w?"

Die erlaubte oder unerlaubte Einwirkung der Aftekte auf

die Qualitat der einzelnen Laute kann also bei unseren ^^g^-

lungen nicht zum Ausdrucke kommen; vielmehr gibt die Dar-

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stellung der normalen Aussprache nur die mittleren Lautwerte der ruhigen verstandesmaCigen Rede, und die stetige Beobachtung ihrer Regeln wird vor alien Ubertreibungen schtitzen.

4.) Eiii vierter Grundsatz ist: Falle, in denen Reira, Rhythmus oder seltener Sprachgebrauch besondere Ab- weichungen vom Ublichen fordern, sind von der Rege- lung ausgeschlossen. Auf Vokalgleichheit im Reim ward im 18. und im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts bei weitem nicht so streng gehalten als spaterhin: Reime von o- und e- Lauten, von il- und ^-Lauten findet man bei guten Dichtern als traditionell gebraucht, ohne daC diese Dichter selbst immer in solchem Falle gleiche Laute gesprochen batten. Auch ist beachtenswert, daB Freiheiten im Reim sicli oft notgedrungen infolge Reimmangels einstellen: wenn auf ,^sc/ilug^ ofter ^^Tuch, Buch^ reimt als etwa eine Form auf -itk, so erklart sich das einfacli dadurch, daB auBer den ungewohnlichen Worten Spuk und huk solche Reime gar nicht vorhanden sind. Fiir alle Falle muB es dem Feingefiihl des Vortragenden anheimgestellt werden, die Horer tiber Reime wie reichm: zeigen^ Menschen: wunschen hinwegzufiihren; es wird am besten dadurch geschehen, daB auf die gleichen Elemente das groBere Gewicht gelegt wird, also im ersten Falle auf das ei, im zweiten auf das mch. So wird man, wenn ein Dichter Tag: nach reimt, die Assonanz durch den Vortrag moglichst wenig storen wollen. Aber aus solchen vereinzelten Reimfreiheiten auch Freiheiten der Aus- sprache iiberhaupt ableiten zu wollen, ist unstatthaft.

Ahnliches gilt vom Rhythmus. Manchmal brauchen die Dichter eine ganz absonderliche Betonung, der wir uns aber dem Metrum zu Liebe ftigen mtissen. In dem Namen Stralsund liegt der Akzent auf der ersten Silbe, Schiller jedoch sagt in ^Wallensteins Lager"

^Kiihmte sich mit seinein gottlosen Mimd, Er.miisse haben die Stadt Stralsund;"

ja in „Maria Stuart" (I, 7) heiBt es, gemaB den Forderungen des funffiiBigen Jambus, statt der ublichen Form Kopien die Kopien, von fremdcr Hand geschriebenl"

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Audi der Gebrauch ungewohnlicher Wortformen streift bisweilen das Gebiet der Aussprachelehre. Die ublichen Formen Tweed (gesprochen twid) und urteilen mussen wir des Rhythmus halber aufgeben in den Versen der Maria Stuart" (I, 7)

„Der Tweede schmales Bette trennt allein

Die heft'gcn Geister "

Oder (I, 2)

„\Vas ein Gerichtshof in Wcstminsterhall . . .

Zu urteln sich crdreiste."

V Die Eigenart der deutschen Buhnen- aussprache

1) Die sprachgeschichtliche Beurteilung gewinnt aus den Punkten, in denen an alien deutschen Biihnen die Aussprache einig ist, ftir ihre Charakteristik Folgendes:

Die hochdeutschen Formen unserer Schriftsprache (z. B. toll und Kalb, niclit etwa niederdeutsche Formen wie doll und Kalf) werden ausgesprochen mit den einfachen nieder- deutschen Lautwerten, daB heiBt: t und k werden als ein- fache Lautwerte mit Haucli gesprochen (t'oll, K'alb), wie es in Niederdeutschland tiblich ist; doch man spricht mit hochdeutschen Lautwerten schtehen und schprechen, well es sich bei st und sp nicht um einfache Lautwerte, sondern um Lautverbindungen handelt. Bemerkenswert aber ist, daB Einmischung von Dialektformen nicht stattfindet: also Geist, haspeln und nicht etwa Geischt, haschpeln^ wie man z. B. in der schwabisch-ale- mannischen Mundart spricht.

Im Allgemeinen ist damit der Anteil des Niederdeutschen und des Hochdeutschen an der Entwicklung unserer Aussprache ziemlich klar bestimmt. Freilich gibt es hier einige scheinbare Ausnahmen. Wenn nitmlich die Biihne in Tag, schlug, Sieg den VerschluBlaut {tok, schlfd-, fik) fordert, so konnte man be- haupten, daB hier hochdeutsche Formen mit hochdeutschen Lautwerten gesprochen werden. Denn in Niederdeutschland, dem Gebiete der heutigen plattdeutschen Mundarten, sowie in Mittel-

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deutschland, dem Gebiete der frankischen, obersachsisch- thiiringischen und schlesischen Dialekte, wird der Eeibelaut gesprochen, z. B. schluch, Siech. (nur Schlesien hat ihn zum VerschluClaut entwickelt); in Oberdeutschland jedoch, dem Ge- biete der schwabisch-alemannischen und bairisch-osterreichischen Mundarten, gilt der A-Laut. Aber diese Ausnahme hat einen besonderen Grund: hier ist unter dem Einflusse der verlangerten Formen (Tages, schlugen, Sieges) eine Ausgleichung innerhalb der Formgruppen eingetreten, wie eine solche ja auch zur Ein- ftihrung des langen Vokals in den Nominativ gefiihrt hat {Glas, llof, Zug ftir Glds, Hof, Zftg).

2) Die Btihne muB vor allem auf Deutlichkeit und Fernwirkung bedacht sein, und daher sind ihrer Sprache langsameres Tempo und groBerer Kraftaufwand eigen als unserer Umgangsprache. Die Aussprache der Biihne iibt gleichsam eine mikroskopische VergroBerung der Sprachelemente aus, und die fiir den einzelnen Laut geforderte Aussprache darf darum solcher Vergroberung nicht hinderlich sein; in noch hoherem Grade gilt das fiir den Gesang, vgl. VI S. 19.

Die Aussprache im Konversationsstiicke erfordert im allgemeinen weniger Kraftaufwand als im ernsten Drama, indessen miissen betreffs der Lautgebung im einzelnen dieselben Grundbestimmungen gelten. Die groBe Menge der Schauspieler, die Abend um Abend dieser und jener Aufgabe gerecht werden soil, wird nicht lernen, streng zwischen den verschiedenen Pflichten zu scheiden, und so hat die im Konversationsstiicke gestattete Nachlassigkeit schon vielerwarts zu einer unleidlichen Bummelei auch im ernsten Drama gefiihrt. Mir sind angesehene Biihnen bekannt, an denen auch im ernsten Drama reduzierte (vokalisch gesprochene) r-Laute wie in wi'ofdln (= wiirfeln), dea Oder dea (== der) die gerollten Zungenspitzen-r iiberwuchern, wo dafjk Oder dafikn fiir daijhn iiblich ist und man fegf^ nicht nur fiir Segen, sondern sogar fiir segnen horen kann. Wird aber, wie es friiher [ublich war und z. B. in Goethes Regeln gefordert wird, auch im Konversationsstiicke auf Beobachtung der Normen gehalten, so wird damit die Aussprache fiir das

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ernste Drama geschtitzt. DaB solehe Lautgebung im Kon^ versationsstiicke unnatiirlich und gekiinstelt klinge, ist nicht zu beftircliten, denn bei dem schnelleren Tempo und dem geriiigeren Kraftaufwand ergeben sich Keduktionen schon von selbst; Hier sind Goethes Worte am Platze: selbst tJbertreibungen slnd zu raten, ohne Gefahr eines Nachteils; denn es ist der menschlichen Natur eigen, daB sie immer gern zu ihrer alten Gewohnheit zuriickkehrt und das tJbertriebene von selbst ausgleicht."

3) Von groBer Wichtigkeit sind die Fremdworter, denn ihre meistens unterschatzte Zahl ist sehr groB, und bei der Aussprache werden, selbst an guten Buhnen, begreiflicher- weise viele VerstoBe gemacht. In Fallen, die nicht strittig sind, entscheidet naturlich der herrschende Gebrauch. Ftir die Aussprache der fremdenWorter (und auch der Namen) ist also nicht die Aussprache maBgebend, die heute in ihrer Heimat herrscht, sondern die auf der Btihne all- gemein tibliche, z. B. heiBt es Hotel und Para, nicht aber oUl und Part^ wie im Franzosischen. Ein ahnlicher Grundsatz gilt ftir die deutschen Namen : man spricht also Schtade, Konstanz und nicht etwa, wie dies an Ort und Stelle tiblich ist, Stade, Konschtanz. '

Wenn aber die deutsche Aussprache eines fremden Wortes in einem bestimmten Punkte schwankt, so pflegt fur diesen besonderen Punkt die Aussprache in der Heimat des Wortes oder in. der Sprache, aus der wir es iibernommen haben, maB- gebend zu sein, z. B. ist Scherzo nicht mit sch = .s, sondern nach italienischem Gebrauche skertso zu sprechen. In Nieder- deutschland gilt Komite (vereinzelt, z. B. in Mecklenburg hort man Komitte'), in Oberdeutschland (auBer Osterreich) gilt fast nur Komite; hier ist, da es sich um ein franzosisches Wort handelt, Annaherung an die franzosische Akzentuation vorzuziehen, die die Silben gleich stark betont. Nachdriicklich aber ist davor zu warnen, daB englische oder sonstige fremde Worter wie es oft aus Unkenntnis geschieht franzosierend ausgesprochen werden, z. B. Wellington, Calderon mit nasaliertem Vokal als

Siebs, Deutsche Biihnenaussprache 10 Aufl. 10— 12 Tausend 2

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Wellington Kaldero, Beefsteak als hofatek u. a. ra. Schwierig- keiten entstehen dadurch, daB eine Anzahl von fremden Wortern sich augenblicklich im Zustande der Einbiirgerung befindet und Schwanken zwischen deutscher und fremder Lautgebung zeigt, z. B. hort man Saloji bald mit stimmlosem (scharfen) *, bald mit stimmhaftem (weichem) f sprechen, je nachdem es als fremd gefuhlt wird oder nicht. Mancher Deutsche wird vielleicht das stimmlose s vorziehen, wenn er sagt „w den Salons der Grdfin X", das stimmhafte /'aber in „Haarschneide' falon^ sprechen. In solchen Fragen hat die Empfindung der beratenden Mitglieder fiir die eine oder andere Aussprache ent- schieden, obschon sich in derartigen wenig bedeutenden Zweifels- fallen manchmal eine abweichende Ansicht begrtinden laBt. Fur alle solche in der Einburgerung befindlichen Worte muC aber der Gesichtspunkt maCgebend sein, dafi moglichst den deutschen Lautverhaltnissen Eechnung getragen, also die Eindeutschung gefordert werde: so wird man Sport nicht nach englischer Kegel als Sport, sondern nach deutscher als Sckport sprechen, Hasard nicht franzosisch als afar, sondern als hafdrd, Rheims deutsch als raems. Auch brauchen fremde Worter und Namen nicht mit den durchaus genauen fremden Lautwerten gesprochen zu werden, vielmehr gentigt es in der Kegel, die nachstliegenden deutschen Werte zu verwenden, z. B. darf Burleigh wie borle, Aranjuez wie ardnchues gesprochen werden.

Nattirlich fallen aus dieser eindeutschenden Behandlung der Fremdworter diejenigen heraus, die mit BewuBtsein als fremdes Sprachgut nach den Gesetzen einer fremden Sprache gesprochen werden, z. B. United States, House of Lords, Cin- quecentOy Litotes; hierher gehoren auch die uns weniger ge- laufigen fremden Namen z. B. Devonshire, Isle de France, Civitavecchia, Salisbury, Daudet, Carducci sie wollen nach den Regeln der betreffenden fremden Sprachen ausgesprochen sein.

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VI Die Gesangsaussprache

Friiher war die Ansicht verbreitet, da6 die Aussprache des Oesanges audi ftir den Sprechvortrag miistergultig sei. Diese Anschauung ist grundsatzlich abzulehnen, denn wenn uberhaupt «ine Abhangigkeit besteht, so kann nur das umgekehrte Ver- haltnis angenommen werden, da zweifellos der Rede die Prioritat zukommt.

Und tatsachlich herrscht eine enge Beziehung zwischen Sprechvortrag und Gesang. Auch bei diesem erscheint die Sprache namentlich bei lange anhaltenden Tonen vergrobert; besonders die Vokale werden gleichsam mikros- kopisch vergroBert, und somit ergeben sich dieselben Forderungen sogar in gesteigertem MaCstabe, da die vergrdBerte Lange und Starke des gesungenen Tones die Klangfarbe der Vokale nicht beeinflussen darf. So wird der Sanger von dem Sprechvortrage manches lernen konnen; dazu kommt, dafi alle Opernsanger auch Sprechrollen zu bewaltigen haben, und ferner, daB das neuere Musikdrama eine Aussprachetechnik verlangt, die der fur das gesprochene Drama geforderten durchaus gleich sein muB. Darum haben wir geglaubt, auch die Forderungen des Gesanges beriicksichtigen zu mils sen, zumal sich dies nach dem Urteile hervorragender Kenner durch einige wenige Zusatze erreichen lieB (vgl. Seite 26, 33, 35, 36, 43, 84, 91).

VII Buhnenaussprache und Schule

Die Bemtihungen um eine gute deutsche Aussprache in der Schule mtissen sich, wie schon erwahnt, in der Eichtung auf die Buhnenaussprache bewegen; doch kann diese nicht in ihrer ganzen Eigenart verlangt werden. Das vollkommene Zusammen- stimmen der Sprechenden, die Fernwirkung, die Darstellung starker Aifekte alles dieses ist in der Schule entbehrlich; auch wiirde hier die Forderung der von der Umgangssprache vieler Gebiete stark abweichenden Buhnenaussprache oft zur

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Oeziertheit uivd Unnatur ftihren, wie denn manche fiir den Schauspieler schwer erlaCliche Eigenart des Vortrags dem nicht derBuhne Angehorenden und gar dem Schiller nicht immer wohl anstehi Zweifellos aber ist, da6 die Schule eine tiber den Mundarten stehende Aussprache zu pflegen und besonders fur den mundlichen Vortrag zu verlangen hat; eine solche hat ja auch bei .alien Kulturvolkern unbeschadet der Achtung vor der Volksmundart stets als ein Erfordernis der Bildung gegolten. Wir sollten diesen fiir die Ausbildung des Kindes wichtigen Anspruch keineswegs der Willkur der einzelnen Lehrer preis- geben, von denen der eine vielleicht nur die reine Mundart pflegen, der andere gemaB der Rechtschreibung, der dritte streng nach den Regeln der Biihnenaussprache reden mochte. Vielmehr miissen wir eine Richtschnur zu gewinnen suchen. Leider laCt sich nun eine fiir das ganze deutsche Sprachgebiet un- mittelbar geltende Norm nicht geben, weil die uns von Kindes- beinen an gewohnte Mundart liberall verschieden ist, und weil deshalb in der einen Gegend als unbekannt und unnatiirlich empfunden wird, was in der anderen als richtig und selbst- verstandlich gilt. Wollen wir aber die einzige mittelbar zu verwendende Richtschnur, die iiber den Mundarten stehende Kunstaussprache der Btihne, fiir alle deutschen Schulen brauchbar machen, so kann es nur mit der Einschrankung geschehen, daE groBere mundartliche Gebiete fiir die Schule diejenigen Forderungen aus der Biihnensprache nicht zu iibernehmen haben, die dem heimatlichen Gebrauche allzustark widerstreben und als geziert und unnatiirlich empfunden werden miissen. Ein jeder von uns hat ein sehr feines Gefiihl fiir diese Grenze, ja schon die Kinder haben es; und so wSre es garnicht schwer, fur groBere Gebiete zu entscheiden, was in der Schule als all- zustark mundartlich der Buhnenaussprache zu weichen hat, und was aus der Mundart als erlaubt beibehalten werden darf. Einige Belspiele mpgen das zeigen.

Die Biihne verlangt, daB in Tag, Sieg VerschluBlaut ge- sprochen werde, also Tak, Siek. In den groBen Gebieten Oberdeutschlands, wo Tok iiblich ist, und in Schlesien, wo

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Tdk gilt, wird sich die Schule in diesem Punkte der Biihnen- aussprache anschlieBen ; aber in den tibrigen Gebieten Mittel- deutschlands und in Niederdeutschland, vfo m^rn Tach^ Siech spricht, wird die Schule der Buhne nicht beitreten wollen.

In der Gegend von Bremen wurde ebensowenig wie Taky Biek die btibnenmaCige Aussprache des anlautenden st, sp als sc/it, schp, (schtehm, sckpielen) Aussicht auf Erfolg haben ; wohl aber kann verboten werden, statt eines anlautenden j ein dj Oder gar df^ statt des auslautenden ng (^i]) ein ngk (7]k) und statt des pf ein /* zu sprechen also {Junglmg und nicht djutjk- Uijk, Pfeife und nicht Feife.) Ich erinnere mich, daB diese mundartlichen Eigentiimlichkeiten dort oft mit Erfolg in der Schule bekampft wurden.

So wird in ostmitteldeutschen, siidwestdeutschen und anderen Gebieten, wo man e statt o, e statt o, t statt r?, i statt u spricht (in hose, mochie, Miihle, wunschen), von der Schule jene un- gerundete Aussprache der Vokale zu verbieten sein. Ebenso in Sildwestdeutschland die Aussprache Geischt, haschpeln (statt Geist, haspeln) u. a. m., und auf manche zu bekampfende Eigen- ttlmlichkeit der verschiedenen Gegend en unseres Sprachgebietes wird bei der Besprechung der einzelnen Laute hingedeutet werden.

Jede Provinz wird ihre Forderungen und (hierauf hat besonders Professor Dr. Luick hingewiesen) namentlich ihre Yerbote auf- stellenmiissen; die Verbote des allzustarkmiindartlichGe- farbten aber liegen stets in derEichtung derBiihnenaus- sprache. Die Bestimmungen, die fur diese gelten, werden der Schule zu grofiem Segen gereichen, wenn sie in der angegebenen Weise von einsichtigen Lehrern mittelbar benutzt werden. Ich richte deshalb an alle Lehrer die Bitte, an der Hand unserer fur die Btlhne geltenden Eegeln zu erwagen, was in der einzelnen Provinz oder innerhalb noch engerer Grenzen fur die Musteraussprache der Schule zu fordern ist, und inwieweit durch Verbot gewirkt werden muB. Es handelt sich dabei nicht so sehr um die Aussprache einzelner Worte, die wir ge- regelt haben: ob man z. B. hier oder da y,Arzt'' mit kurzem Oder langem a spricht, ist sehr unbedeutsam. Wichtig aber

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sind die allgemeinen Bestimmungen tiber die Aussprache der Laute. Fiir alle Mitteilungen werde ich dankbar sein, denn sobald wir eine groBere Zahl von Urteilen aus den verschiedenen Gegenden beisammen haben, lassen sich fiir diese nutzbringende genauere Bestimmungen geben. Fiir groBere Sprachgebiete ist das bereits mit Erfolg geschehen : in Siebenbiirgen, wo man unter schwierigen Verhaltnissen der Pflichten gegen das hohe Gut der deutschen Sprache besonders eingedenk ist, hat der Volksschulrektor Dr. phil. Scheiner^) in einer vortrefflichen Arbeit festgestellt, inwieweit die Schule eine Annaherung der mundartlichen Sprechweise an die deutsche Biihnenaussprache zu fordern habe, und hat dabei wertvolle Winke fiir den Elemen- tarunterricht gegeben; Dr. Karl Luick^) hat in einer ausfiihr- lichen deutschen Lautlehre" die Forderungen zusammengestellt, die sich aus der Biihnenaus sprache fur die Sprechweise Wiens und der osterreichischen Alpenlander gewinnen lassen; Professor Paul Schumann^) hat die hauptsachlichsten Abweichungen der sachsischen Aussprache behandelt; von Julius Leumann*) sind die mundartlichen Eigenttimlichkeiten der deutschen Schweiz, von Heinrich Krebsbach^) diejenigen des deutschen EuBlands in ihrem Verhaltnisse zum Btihnendeutschen betrachtet worden. Wenn in solchem Sinne die Schulverwaltungen der groBeren Gebiete unseres Deutschen Keiches, Osterreichs und der Schweiz vorsichtig und sachkundig erwagen, inwieweit den Bestimmungen der deutschen Buhnenaussprache Rechnung zu tragen sei, so werden sie sich gewiB den Dank aller Lehrer und Schtiler, den Dank des ganzen Volkes verdienen.

^) Scheiner, Dr. A., Die deutsche Buhnenaussprache und unser Schuldeutsch. 4. Jahresbericht der Volksschule in Mediasch. 1902/3.

2) Luick, Dr. Karl, Deutsche Lautlehre. Leipzig und Wien 1904.

3) Schumann, Professor Paul, Dor Sachse als Zweisprachler. Dresden 1904.

*) Leumann, Julius, Die Aussprache des Deutschen. Beilage zum Programm der Thurgauischen Kantonschule. Frauenfeld 1905.

5) Krebsbach, Professor Heinrich, Uber die Aussprache des Deutschen in RuCland. Padagog. Anzeigcr fur RuBland 1911, No. 8.

Die Laute der deutschen Biihnensprache

A Phonetische Einteilung, Charakteristik und Schreibung der Laute

Die fiir die Lautbildung bedeutsaraen Organe sind der

Kehlkopf und der Mund- und Nasenapparat. Die Lu^'t, die aus

^den Lungen gepreiit wird, gelangt durch die mftrolire in den

^"^enifcoplP und erzeugt hier durch regelmaCige Schwingung der

^^^'^'Sfitfini&naer den Stimmton oder die Stimme; spricht man ., j

Stimmlaute, wie a, o, m, so kann man sich von den Sch^fif^'*^^^

gungen leiclit durch Anlegen der Hand an den Kehlkopf tiber-

zeugen. Wir haben nun (vom Fliistern abgesehen) zwei

verschiedene Anwendungen der Stimme: die Vollstimme und

die Schwachstimme (auch Murmelstimme genannt), und unsere

Vokale werden teils mit dieser, teils mitjener gebildet. VoU-

stimmige Vokale wie a, e, i, o, u sind klangvoll, schwache

Vokale wie d in hahd sind dumpf und weniger gesangmaCig.

Nun gibt es aber auch Laute, die ohne Stimmton gebildet werden, z. B. /; s, .s, %, ch, p, t, L Wir nennen sie Gerausche. Sie entstehen entweder durch Platzen eines Verschlusses oder durch Reibung, und darnach unterscheidet man 1) die VerschluB- oder Explosionslaute und 2) die Reibelaute. Die VerschluB- laute werden dadurch erzeugt, daB ein volliger AbschluB der Luft (z. B. durch die Lippen beim p) stattfindet, daB dann der VerschluB plotzlich geoifnet und durch gewaltsames Aus- stoBen der Luft ein Gerausch gebildet wird; diese VerschluB- laute sind, soweit das Platzgerausch in Betracht kommt, nur

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von momentaner Dauer. Anders die Eeibelaute. Nahert man zwei E[artenblatter einander bis auf einen engen Spalt und blast hindurch, oder blast man auch nur gegen den Eand eines Sttickes Papier, so entsteht ein Eeibungsgerausch, das beliebig in die Lange gezogen werden kann. Ein ahnlicher Yorgang ist es, wenn wir die aus den Lungen kommende Luft durch eine (z. B. beim f von den Oberzahnen und der Unterlippe gebildete) Enge hindurchgehen lassen : es entsteht ein Reibelaut. Stimme und Gerausch, diese wichtigsten Mittel der Lautbildung, schlieBen sich aber keineswegs gegenseitig aus: %. B. sind r, I, m, n, weiches (stimmhaftes) /*, w sangbar und f, w sind dabei Gerauscblaute; f, hartes (stimmlbses) s, ch, aber sind bloBe Gerausche. Man versuche nur einmal, auf r, I, /*, w laut die Tonleiter zu singen: es wird gelingen; schwerlich aber beim /; s, ch.

So gewinnen wir denn als wichtigste Gruppen der Laute, je nachdem sie nur durch die Stimme oder durch ein Gerausch (sei es ein Platz- oder Eeibungsgerausch) oder aber durch beides gebildet werden:

I. Reine Stitninlaute, z. 6. a, e, i,o, u, 9, d. h. die Laute, die man gewohnlich Vokale nennt; man mufi aber hierzu auch r, I, m, 7i, i] rechnen (aus praktischen Griinden behandeln wir sie freilich mit den ilbrigen Lauten zu- sammen, die man gemeiniglich als Konsonanten bezeichnet.) 11. Reine Gerauschlaute, z. B. p, t, k als VersdhluC- laute; /", «, ch, ch, s als Eeibelaute. Einen besonderen Platz nimmt der A-Laut ein: er ist eigentlich nur ein durch die Mundstellung des folgenden reinen Stimmlautes hin- durchgehender Hauch (ha, hi, ho, hu, hm); well er aber gewohnlich ein ganz schwaches Eeibungsgerausch an den Wanden des Ansatzrohres erzeugt, wird er von manchen •: zu den Eeibelauten gerechnet.

m. Stimmhafte Gerauschlaute, z. B. b, d, g als Ver- schluClaute; w, f, f, j als Eeibelaute. Das ist eine fiir deutsche Laut\^erhaltnisse brauchbare Ein- teilung, wahrend die Unterscheidung, die von der Schule gelehrt

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wird, nicht stichhaltig ist. Hier werden Vokale und Konso- lianten oder, wie die Schule auf deutsch sagt, Selbstlauter und Mitlauter getrennt, d. h. solche Laute, die ftir sich selbst^eine Silbe bilden konnen, und solche, die in der Silbe nur als Be- gleiter jener erscheinen. Das mag fiir griechische Verhaltnisse, auf welche diese Einteilung eigentlich berechnet war, gelten, nicht aber fiir das Deutsche. Sprechen wir Hain, Traum, so ist bloB das a silbisch, die iibrigen Laute sind unsilbisch; anderseits hort man in Deutschland meist nicht etwa Handal, Lippdn, tretdn, Hamimr sprechen, sondern mit silbischem I m n r Handl, Lippm^ tretn, Hammr, Wir werden spater zu der Forderung kommen, daB auf der Btihne diese letztere Aussprache zu vermeiden ist; aber es bleibt doch die Tatsache bestehen, daB die sogenannten Konsonanten oder Mitlauter auch fiir sich allein tonen, also Selbstlauter sein, die sogenannten Vokale aber innerhalb der Silbe neben anderen Vokalen erscheinen, also Mitlauter sein konnen.

Wenn wir uns entgegen unserer phonetisch stichhaltigen Einteilung im Folgenden trotzdem der hergebrachten Aus- drticke Vokale und Konsonanten bedienen, so geschieht es nur in dem Sinne, daB unter Vokalen, wie allgemein iiblich, die re in en Stimmt on laute auBer r, /, m, n, ^j verstanden werden, unter Konsonanten die iibrigen Laute, d. h. r, /, «i, n, 7], und alle Gerauschlaute.

Fiir die Vokale kommt auBer dem Stimmton der Eig en- ton in Betracht. Die oberhalb des Kehlkopfes liegende Mund- hohle und bisweilen auch die Nasenhohle, zusammen als An- satzrohr bezeichnet, bilden fiir den im Kehlkopfe erzeugten Stimmton einen Resonanzraum; er kann, da der Unterkiefer, die Lippen und die Zunge beweglich sind, die mannigfaltigsten Formen annehmen, und ihnen entsprechen die verschieden- artigen Eigeatone, die Klangfarben der einzelnen Vokale. Von den vielen Vokalen, die somit moglich und zu einem Teile in den verschiedenen Mundarten bezeugt sind, gelten verhaltnis- maBig wenige in der Biihnenaussprache. Es erfordert groBe tjbung, daB man ihre Klangfarbe rein wiedergeben lerne und

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alle Einflusse seiner heimisclien Mundart ablege. Man pflegt in der Kegel kurze und lange Vokale zu trennen; und doch macht nicht allein die Zeitdauer den Unterschied aus: unser langes o in Rose ist von dem kurzen o in Ross nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ verschieden. Im allgemeinen konnen wir sagen, daB in deutschen Wortern unsere sogenannten kurzen Vokale offen, unsere langen Vokale geschlossen zu sprechen sind (Abweichungen bestehen fast nur bei den offenen langen r7-Lauten.) Diese Verschiedenheiten des Vokalklanges hangen wesentlich damit zusammen, ob bei der Vokalbildung die Mundhohle und Zunge straff oder schlaff, d. h. gespannt Oder ungespannt sind; wie denn auch, wenn man auf die Miindung einer leeren Glasflasche klopft, ein hellerer Ton entsteht, als wenn man auf die Miindung eines ebenso geformten Schlauches schlagt, dessen Wande schlaff sind. Beim dumpfen (mehr dem e ahnlichen) kurzen i (still) sind die Mundhohle und Zunge, die den Resonanzraum bilden, weniger gespannt als beim hellen langen i (Stiel). Fiir die Praxis ist vor Ausschreitungen nach beiden Seiten hin zu warnen: z. B. eine zu stark geschlossene Aussprache des langen e in Beere fiihrt zur Annaherung an f, eine zu offene Aussprache des kurzen o in Gott fiihrt zu einem dem kurzen a nahestehenden Laute; insbesondere klingen die mit Spannung ausgesprochenen ci sehr haBlich und sind deshalb zu vermeiden. In deutschen Wortern sind Lange und ge- schlossene Aussprache der Vokale meistens mit einander ver- bunden; in Fremdwortern aber werden geschlossene Vokale, die in nebentoniger Silbe stehen, kurz gesprochen, z. B. in Theologies Medizin ist nur das letzte (hochbetonte) i lang, die iibrigen Vokale sind geschlossene und kurz. Diese Regeln gelten jedoch nur fur den Sprechvortrag ; im Gesange namlich hangen Kurze oder Lange des Vokals von der Dauer der Note ab und muB oft ein offener Vokal wie o^ u (ho , . . Id, Mu . . . nd) auf eine lange Note, ein geschlossener wie o, a (rot, tun) auf eine kurze Note gesungen werden.

GroBe Unterschiede des Vokalklanges ergeben sich ferner durch die starkere oder geringere Beteiligung der Lip pen:

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e unterscheidet sich von o (Helle : Holle), i von u (liegenr, lugen) hauptsachlich durch die Lippenrundung; man kann sich durch schnell wechselndes Aussprechen des i u i u usw, leicht davon tiberzeugen. Die Mundarten, namentlich die ober- deutschen und ostmitteldeutschen, weichen hierin besonders stark von der Biihnensprache ab: manche kennen (iberhaupt keine gerundeten o- und w-Laute, z. B. im Schwabischen spricht man hes = hb8e^ fids = Fusse usw. Umsomehr ist fiir eine gute Aussprache notwendig, daC auf die Lippentechnik geachtet werde.

Bei den bisher besprochenen Vokalen wirkt nur die Mund- hohle als direkter Resonanzraum, denn von ihr ist der Nasen- raum durch das gehobene Gaumensegel abgesperrt. Senken wir aber dieses und vergroBern damit den Resonanzraum des Mundes durch den der Nase, so bekommen die Vokale eine besondere Klangfarbe. Alle Vokale konnen in dieser Weise nasaliert werden, praktisch aber kommen nur die in fran- zosischen Wortern haufigen Nasalvokale a, e^ o, 5 in Betracht (Chamhre, Refrain, Gargon, Verdun): hier ist keines- wegs ein ang, eng, ong, ong (an, en, on, mj), sondern offener Vokal mit Nasalierung zu sprechen.

Fiir die Unterscheidung der Gerauschlaute kommt ein wichtiges Merkmal in Betracht. Bisher haben wir die stimm- losen Gerauschlaute von den stimmhaften getrennt, und das deckt sich im Wesentlichen mit dem, was man gewohnlich unter hart und weich versteht. Diese Ausdriicke aber treffen streng genommen bloB fiir das Niederdeutsche zu, denn auf dem gesamten mittel- und oberdeutschen Gebiete gibt es abgesehen von gewissen Grenzgegenden tiberhaupt keine stimmhaften, b, d, g; aber doch werden die stiddeutschen 6, d, g von den p, t, k unterschieden, und zwar durch den ge- ringeren und starkeren Atemdruck. Und auch in der Biihnen- aussprache ergeben sich Unterschiede nicht nur dadurch, ob die Stimme mitwirkt oder nicht, sondern auch durch die Starke des Druckes : nicht nur stimmhafte und stimmlose Laute unterscheidet man, sondern auch starke und schwache (fortes-

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and lenes); z. B. g m gern i^t stimmhaft und schwach, k in Keni stimmlos und stark.

Bei den Gerauschlauten, sowohl den YerschluB- als den Eeibelauten, ergeben skh die wesentlichsten Unterschiede je nach der Stelle, an der das Gerausch hervorgebraclit wird: job (wie beim h, p) die Lippen (labia) einen VerschluB oder eine Enge herstellen, oder ob es (wie beim f, w) die Zahne v(dentes) und Lippen gemeinsam tun ; ob die Zunge (mit ihrer ^pitze oder ihrem Etlcken) gegen die Zahne (beim t, d) oder wie meistens beim s, f gegen das Zahnfleisch (alveoli) oder gegen den vorderen (ch in icK) oder hinteren (ch in ach, Loch) Gaumen (palatum; guttur) oder gegen das Gaumdnsegel (velum) artikuliert. Hiernach werden labiale, labiodentale, dentale, alveolare, palatale, gutturale, velare Laute unterschieden. LaBt man das Gaumensegel schlaff herabhangen, sodaB die Luft auch durcli den Nasenraum entweichen kann, so ist die Vor- bedingung fiir die Nasalierung gegeben, die sowolil die reinen ^timmlaute als auch die Gerauschlaute betreffen kann.

Solche theoretischen Bemerkungen tiber die Entstehung •der Laute konnen von groBem praktischen Werte sein und werden, richtig verstanden und angewandt, den kunstmaCig Sprechenden am leichtesten und sichersten vor Fehlern be- wahren. Fur die Aussprache der Vokale ist das schon durch ^inige praktische Winke gezeigt worden. Nicht minder gilt es fiir die Reibelaute und VerschluBlaute. In Mitteldeutschland wird ?^? zumeist gebildet, indem die Luft zwischen Ober- und Unterlippe hindurchgeht; in>^Niederdeutschland und in der Biihnenaussprache wird durch Oberzahne und Unterlippe 4ie Enge gebildet. Ist der Sprechen^ der aus Mitteldeutschland 5tammt, auf diese Unterschiede^^ifmerksam gemacht, so wird ^r sich leicht vor seinem matten heimatlichen 2^? huten konnen. Und die vielen Mangel und Ungleichheiten, die sich in der Aussprache der VerschluBlaute (b, d, g, p, t, k) zeigen, werden am leichtesten dadurch beseitigt werden, daB der Sprechende 4ie vor allem in der Verwendung der Stimme und des Atemdruckes bestehenden phonetischen Abweichungen der

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normalen Buhnenaussprache von seiner heimatlichen Mundart einsieht. -

Aiis diesen phoneti&chen Erortemngen wird klar geworden sein, da6 wir mit unseren tiblichen Buchstaben nicht auskommen^ um auch nur die wichtigsten Unterschiede der Laute darzu- stellen. Die Sprachwissenschaft bedient sich, um Feinheiten der Aussprache festzulegen, vieler besonderen phonetischen Schriftzeichen. Da wir aber der Erfahrung gemaB in den. weiten Kreisen, an die wir uns wenden, auf die Gewohnung- an fremdartige Zeichen kanm rechnen diirfen, so haben wir uns auf einige wenige unumganglich notwendige und das ge- wohnte Schriftbild wenig storende Unterscheidungszeichen beschrankt. .-, c^

Phonetische Schreibung " "^

1 Vokale

Unbezeichnete Vokale sind offen (vgl. S. 26) und kurz, mit ~ bezeichnete aber geschlossen und lang zvl sprechen; kurze geschlossene Vokale sind durch unter- gesetzten Punkt, nasalierte Vokale durch ~ bezeichnet; als besondere Zeichen sind a und d eingefiihrt. a offen und kurz: matt, Mann (mat, maii) a geschlossen und lang: Tat, Saaf, kahl (tat, fat, kal^) e offen und kurz: recht, halt, Mariner (recht, helt, menor) (1 geschlossen und lang: legen, Rede, heben Qegdn, redd, hehdn} e geschlossen und kurz: Benefiz, Semele (benefits, femele) (i often und lang: Fdhre, mdhen, Barriere (fdrd, mam,

baridrd) d schwach und kurz: Gabe, leben, Chance (gaba, leban, sdsa} -^i offen und kurz : Fi8t% ich, mit (fts, ich, mit)

1) Von einer regelmafiigen Bezeichnung des etwas geschlosseneren: (mehr gespannten) kurzen a durch a wird abgesehen (vgl. § 1 S. 35), also wird z. B. Magaxin phonetisch mei^t nviv di\s mag atsin, nicht als jrtagqfsiti geschi'ieben ; es sei denn, da6 besonders vor zu heller und zu kurzer Aus- sprache des a (S. 37 B I) gewarnt werden soil.

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t geschlossen und lang: Liehe, ihn, mir (libB, Iri^ mlr) i geschlossen und kurz: Definition (definitsion).

offen und kurz: dock, Spott, Horn (dock, spot, horn) -0 geschlossen und lang: vor, Mohr, Moos {for, mor, mos) 0 geschlossen und kurz : Lokomotive, voraussichtlich (loko-

^ motiw9, fordosfichtlich)

-6 offen und kurz : Morder, Locher, Goiter (mordar, lodhar, gotar) 6 geschlossen und lang: Sohne, loten, schon (f6nd, Idtdn, s6n) 4J geschlossen und kurz: Dejeuner (defone) u offen und kurz: Hund, Schuppe, durch (hund^ supa, dur^) u geschlossen und lang: gut, Huhn, suchen {gut, hun^ fuchan) u geschlossen und kurz: Akkumulator, Kunigunde (ahumu-

^^^^ Idtor, kunigunda)

u offen und kurz: Matter, schHtzen, fUlchtig (miliar, sutsan)

fUichtich) u geschlossen und lang: kuhn, fur, Muhe (kUn, far, mila) il geschlossen und kurz: Polygon, parfiimieren (polilgon, parfilmiran

a nasaliert: Chambre, Jean, Entree (sabr, fa, aire) e nasaliert: Maintenon, Teint (met(a)nd^ te)

0 nasaliert: Gargon, Chalons (garso, salo)

5 nasaliert: Verdun, Parfum (werdO, parfd) a langer als offener o-Laut, vereinzelt in Fremdwortern, z. B. Marlborough, sprich Md(r)lbdro Als sogenannte Diphthonge gelten fiir die ruhige, ver- standesmaBige Kede (vgl. oben Seite 12 ff.) folgende: offenes kurzes a mit geschlossenem kurzen e: Hain, Eis,

(hden, des) ao offenes kurzes a mit geschlossenem kurzen o: Hans, Matier

(hdos, mdoar) 4>p offenes kurzes o mit geschlossenem kurzen g : Leute, Eduser (lopta, hdpfar)

2 Konsonanten

r Zungenspitzenlaut: Rede, Ehre, aher (reda, era, abar)

1 alveolares /: Leib, alle {lde(), ala)

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V mouilliertes I, meist wie Ij gesprochen, jedoch mufi das I mit dem j womoglich verschmelzen 22 B III) : Bataille, Sevilla, (batdl'(j)9, sewiV(j)a) m bilabialer Nasal: mein, Rammer (mden, hamar) n alveolarer Nasal: nein^ Kanne (nam, hand) n mouilliertes n, meist wie nj gesprochen, jedoch mufi das n mit dem j womoglich verschmelzen 22 B. Ill): Maranon, Bologna (Maran(j)6n, bol6n'(j)a) ^ velarer Nasal (einheitlicher Laut): jung, rings. Dank

(jw)], ritjs, dafjk) h Hauchlaut: halt, Ahorn, Hohe (halt^ dhorm, hod) f stimmloser labiodentaler Reibelaut: Feind, Affe, Vesper,

New (fdend, afd, fespar, nerf) w stimmhafter labiodentaler Reibelaut : Welt, zwei, Villa (welt, tswde, wila); so auch in qu = kw: quer (kwer) ^ s stimmloser alveolarer Reibelaut : Ross^ essen^ Ast, Sire (ros, esan, ast, sir); so auch in z == u, x ■== ks: Zahn, Axe, (tsan, aksa) ^f stimmhafter alveolarer Reibelaut: singen, langsam, Sauce (fitjan, Idtjfam, fosa) 3 einheitlicher stimmloser Reibelaut: schon, Asche, Spion, Strophe (son, asa, spion, strofa); so auch in c, cc, ch = ts: Chile, dolce (tsile, doltse) f einheitlicher stimmhafter Reibelaut: Genie, Gage (fent, - gafa); so auch in j, g, gg = dfch: Jockey, Angelo

(dfoke, dndfelo) ch stimmloser palataler Reibelaut: ich^ Eiche, Chemie (ich,

dedha, chemi) ch stimmloser gutturaler Reibelaut: ach, Buche, (ach, hucha) j stimmhafter palataler Reibelaut: ja, Jesus (ja, Jefus) i konsonantisches i (ohne Reibegerausch) : ew'ge (ewia) b, d, g stimmhafte schwache VerschluBlaute: beide, Diebe,

gegen (bdeda, dlba, gegan) b, d, g stimmlose, schwach eingesetzte und stark abgesetzte VerschluBlaute: Leib, Wind, Weg, Balg (Idpb^ wind, weg, balg), vgl. Seite 77.

32

p, ty k Stitnmlose gehauchte Verschlufilaute : Pate, Kette, Tiicke, Satrap, Tritt, Stock, ah, ob, weg (pata, ketd, tuka, fatrdp, trit, Stok^ ap, op, wek),

3 Akzent

Der Wortakzent wird in deutschen Wortern im allgemeinen nicht bezeichnet, da er in einfachen Wortern auf der Stamm- silbe, in zusammengesetzten auf der Stammsilbe des ersten Gliedes liegt: Monat, Lauhhoh. Wo es aber, um alle Zweifel auszuschlieBen, notwendig erscheint, und zwar besonders in Fremdwortern, wird er durch den Akutus (') dargestellt: lebendig, Abteilung, Alibi (lebendich, dptaelufi, alibi), Ein starker Nebenakzent wird bisweilen durch den Gravis (') bezeichnet: Eincerstdndnis, Bilrgermeister (denferstendnis, burgdrmaestdr).

B Vokale

AUgemeine Vorbemerkungen

1. Die Aussprache der Vokale laBt slch aus der Recht- schreibung nicht mit Sicherheit erschlieJien, jedoch ist tiber das Verhaltnis beider zu einandei* Folgendes zu sagen.

Fur die Haupt- oder Stammsilben deutscher Worter gilt im allgemeinen die Kegel, daB die haupttonigen Vokale lang sind, wenn sie in offener Silbe stehen (d. h. wenn sie die Silbe schlieBen), z. B. Va-ter, he-ben, I-gel, Bd-te, btler, Kurz sind sie in der Kegel, wenn sie in geschlossener Silbe vor mehreren Konsonanten stehen, z. B. alt, Feldy List, Holz, Lump; doch gibt es manche Ausnahmen: z. B. erscheint langer Vokal oft vor rd und rt (Bart, Pferd, Gebort), auch ist er meistens innerhalb der Formgruppen durchgefuhrt (rate -^ rdtst, suche suchst). Vokale, die in geschlossener Silbe vor einfachen Konsonanten stehen, sind zumeist

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lang, eine zwingende Kegel aber laBt sich hier nicht geben. Die jetzige Kechtschreibung sucht die Vokalktirze vor einfachem Konsonanten derselben Silbe durch Doppelschreibung dieses Konsonanten zu veranschaulichen, ist hierin aber nicht konse- quent: z. B. der Kegel entsprechend Gram: Gramm, Schlaf: schlaff, win wirr, schlug: Schluck; aber gegen die Kegel z. B. Damhirsch, (jrob und namentlich kleine Partikeln wie a/^, in, voriy oh usw. Uber solche Ausnahmen und uber weitere Mittel, die Vokallange zu bezeichnen (Dehnungs-^;, e in ie, fs) wird bei den einzelnen Vokalen gehandelt werden. Soweit die Vo- kale der Stammsilben.

Besondere Beachtung verdienen die sogenannten Diph- thonge. Sie stellen Verbindungen von mehreren Vokalen dar, von denen in der Kegel der erste am starksten betont ist. In ihrer Darstellung ist unsere Kechtschreibung besonders unzu- langlich, und daher sind auch die ungtinstigen Einfltisse der Schrift auf die Aussprache hier besonders stark (vgl. oben Seite 16). Gerade auf die Diphthonge aber ist groBe Sorgfalt zu verwenden, da die Abweichungen der Mundarten von der Sprache der Btihne und auch untereinander sehr groB sind, und da die Affekte eine starke Wirkung tlben. So sind in ruhiger verstandesmaBiger Kede alle ei, ai keineswegs als e-\ri Oder a+^, sondern als a-\-e zu sprechen, alle au als a + (>, alle eu und du als o + g. An diese Forderung pflegen sich die weniger einsichtigen Laien, die sich vom Schriftbilde nicht lossagen konnen, am schwersten zu gewohnen. Das zweite Element, das geschlossene e^ o, g wird in diesen Diphthongen schwach gesprochen. Besonders auch ist die peinliche Be- achtung der Diphthongbildung ein wichtiges Erfordernis guter Gesangsaussprache; wollte der Sanger die Diphthonge nach MaBgabe der Schreibung oder auch nur a + ^, a-{-u, o + ^ bilden, so wiirden sich hochst komische Wirkungen ergeben.

In Nebensilben deutscher Worter ist vollstimmiger Vokal abgesehen von einigen wenigen Fallen, wie Herzog, Brdutigam, ferner Monat, Heimat usw. fast nur in den sehr gebrauchlichen Ableitungssilben {-sal, -sam, -sckaft, -ich,

Siebs, Deutsche Biihuenaussprache lOAufl. 10— 12 Tauseud 3

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-icht^ -Jich, 'ig, -in, -Umj, -isch, -nis, -wig, -lein) iiblich; der hauptsachlichste Vokal der deutschen Nebensilben ist nicht voll- stimmig, sondern schwach: das d in Gahd^ hahd^ recbta usw.

Besondere Bestimmungen gibt es fur die Worter, die aus der regelmafiigen deutschen Sprachentwickliing herausfallen: fur die Fremdworter und einen groBen Teil der Namen. Fiir diese gilt ira allgemeinen als Kegel, daB 1) Vokale in haupttoniger offener Silbe geschlossen und lang sind (Bo-sis, Li-da, KrJ-sis, So-lon, Mv-se), 2) Sehr haufig aber ist in Fremdwortern die offene Silbe minderbetont (be- sonders vor der Tonsilbe des Wortes), und dann wird der ge- schlossene Vokal kurz gesprochen, z. B. spricht man ge- sclilossenes kurzes e in Theater (tedtdr) im Gegensatze zu langem in Theseus (tefops); so i in Timotheus (timoteus), aber 1 in Timon (timon); o in Kolonie (kolom), aber 6 in Kolon (kolon). 3) Vor mehreren Konsonanten gilt kurzer offener Vokal, z. B. Pastel! , Mentor, Fiskusj Gondel, Kursus. 4) Vor einfachem Konsonanten ist der Vokal in haupt- toniger Silbe lang, in mindertoniger aber kurz, z. B. Choral (kordl): Kdrneval (kdrnewal); Diadem (diadem): Requiem (rekwiem); Paris (parts): Pdris (pdris); Tenor (tenor): Doktor (doktor, nicht doktor, wie man so oft hort!); Eunuch (opnuch): Bdruch (bdrueh), Das schwache d kommt in fremden Wortern nur vor, wo es einem franzosischen stummen e ent- spricht (Chance, Portiere), oder wo deutsche Endungen anstatt der fremdsprachlichen eingefiihrt sind (z. B. Krud fiir Krisis, Jrdid fiir Julia, Italian fiir Italia); aber Hebe, Lethe, nicht Hf'fj^, Lf'thd.

2. Alle Vokale im Anlaute des Wortes (alt, ohne, ein) werden mit festem Tonansatz (Stimmeinsatz) gesprochen. Die Stimmritze namlich wird vor Beginn des Vokals geschlossen und plotzlich wieder geoftnet; durch den dann entstehenden Luftdruck wird jenes leise Gerausch erzeugt, wie wir es (bei Mittel- und Niederdeutschen) horen vor ei in 'em, nicht aber vor dem ei in all-ein. Dieser feste Tonansatz, dessen Starke von dem Grade der Betonung abhiingig zu sein pflegt, und

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der nicht tibertrieben werden darf, gilt begreiflicherweise auch nach den (schwachtonigen) Yorsilben er- ver- he- ge-, z. B. er- '^ubrigen, ver-alten, he-erben, be-erdigm^ ge-ekelt; unterbleibt er, so glauben wir errilbrigen, verralten zu boren. Er schwindet aber zumeist nach voll- alU usw., z. B. vollenden. allem, beob- achten. und wird aiich nach anderen Kompositionsgliedern auf- gegeben, wenn sie auf r, /, m^ n ausgehen mid die Zusammen- setzung nicht mehr geflihlt wird, z. B. hinaus^ einander, /neravf, herein, voravs. darum, ii'orauf, varum, wohlan^ wohlauf, erinnerji. Auch geht der feste Stimmeinsatz bisweilen bei et\Tnologisch nnrichtiger Silbentrennimg in Fremdwortern verloren, z. B. A-berratio7i, A-biturient. a-doptieren usw.

Anmerkung. I'ber diesen festen Tonansatz (auch Glottis- schlag genannt) gelten in der Gesangsaussprache andere Forderungen- in der Kantilene, dem getragenen Gesange, ist er durchaus zu vermeiden; im Rezitativ, dem Sprechgesange, ist cr als cin auBerordentlich heftig wirkendes Ausdrucksmittel moglichst sparsam anzuwenden. Nur ganz vereinzelt kann der starke Glottisschlag am Platze sein. Ubrigens muB der Gesang, sowie der Sprechvortrag, nicht nur aus kvinstlerischen, sonderu auch aus stimmhjgicnischen Griinden auf einen reinen und klaren Tonansatz achten.

Weitere allgemeine Bemerkungen tiber die Aussprache und Schreibung der Vokale sind im phonetischen Teile (unter A, Seite 25 27, 29 30) gegeben.

Die Aussprache der einzelnen Vokale § 1 a-Laute

Der qualitative Unterschied des kurzen a und des langen a ist in der gesprochenen Sprache der Biihne auBerst gering und kaum der Beachtung wert: das kurze a wird zumeist etwas offener (weniger gespannt), das lange a ein wenig geschlossener (gespannter) gesprochen; anders im Gesange (man vergleiche die Anmerkung). Die a-Laute sind als sogenanntes mittleres a zu sprechen, weder zu dumpf noch zu hell, d. h. sie diirfen sich weder den o-Lauten nahern, (wie in sehr vielen Mund- arten, namentlich oberdeutschen), noch den a-Lauten, (wie in

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verschiedenen nordwestdeutschen Mundarten), noch auch den offenen o-Lauten (wie man es z. B. in Hannover und in Braun- schweig hort). Folgt dem a ein m oder «, so darf der Vokal nicht nasaliert klingen (wie es z. B. ihi Hessischen, Schwabischen und in osterreichischen Mundarten vorkommt), sondern in Kajn (Kahn) ist das a genau so zu sprechen, wie in kail (kahl), in haln (kann) wie in hailt usw.

Anmerkung. Im Gesange, wo die Kiirze oder LSnge des Vokals von der Dauer der Note abhangt und oft ein a (scha . . lie, Ka . . . mw, ha ... It) auf eine lange Note, ein a aber (Schale, habe) auf eine kurze Note gesungen werden muB (vgl. oben S. 26), wird das a als offenerer (weniger gespannter) Vokal von dem a als geschlossenerem (starker ge- spanntem) oft deutlich unterschieden. Docb ist dieser Unterschied wenig bedeutsam und nicht erforderlich.

A Deutsche Worter

L Langes a ist zu sprechen:

a) wo die Schreibung aa oder ah zeigt, z. B. Aal^ Aar (Adler), Aas, Paar, Saal^ Fahrt, Mahd, Naht, Wahn;

b) wenn a in offener Silbe steht, z. B. c?a, ^a, Name., raten, Vater, gi^ahen^ Tages; so auch grabt (aus gra- bet)., Tags (aus Ta-ges);

c) vor einfachem Konsonanten derselben Silbe, z. B. Ar (Ma6), Grab, Rad, stak, Schwan, kam^ lag, Glas, Gras, las, Qual, Schaf, Tat, Tran, trat, war, Uber a vor cA, sch und vor ss^ die ebenfalls als einfache Laute gesprochen werden, sieh unter II.

II. Kurzes a ist zu sprechen:

vor mehreren Konsonanten und vor sch, z. B. Abt.^ Lack., Schaft, bald, alt, Wall, Amt, Land, stappen, warten, lassen, Ast, Rast, Spatz, rasch. Ausgenommen sind die Falle, in denen die Konsonantenhaufung durch Ausfall eines Vokals entstanden ist, z. B. grabt aus grabet, last aus laset, Tags aus Tages u. a. m. Vor ch und ss gilt kurzes a, wenn nichi_Efirl^j3gertfi_ Formen mit langem Vokal vorliegen, zfB. ach, Bach, Dach, Fach, Nachen, schwach, wojch, Fass, nass; aber er brack (wir bracken), Frafs (des Frafses),

37

III. In folgenden Wortformen ist die (vielfach schwankende) Q u a n- titat desafilr dieBiihnenaussprache geregelt worden:

Kurzes a: ab; das Unqemach, Nikhbar-,

Magdeburg (mdkddburg) ; Walfisch, Wahitcss, Walross;

am, Damhirsch, Brdutigam, Eidam;

an, man; /

Hellebarte, Bartel, GaHm, hart, Karte, Marter, Scharie, schartig, warten; schwarz, Warze; Tartsche; Harnisch, Marschall; Marstall; barsch, marsch, Marsch, verharschen;

das (dass), was, du hast;

er hat, Monat, mmiatlich; Klatsch, klatschen, Quatsch, platschen, matsch, Tolpatsch.

Langes a:

ihr habt, gehabt;

brach (liegen), die Brache, das Gemdch (Plur. Gemdcher), gemach Adv., ncich (Praep, Adverb.), Schmach;

Jagd, Magd (vgl. § 25 III);

der Wal, Walstatt, Labsal, Schickscd,. Trubsdb,

achtfdm, folgfdm usw., Leich^ nam;

Papst;

achtbar, dankbdr usw,, Ndch- bar s. oben, Pflugschar, ^^fK^ der Hcirz, das Hdrz, Qudrz, der Barsch; Art, aHig, Bart, Schwarte, zart;

Gas, Frafs, Spa fa;

Heimat, Heirdt, Zierdt; Klad-

deraddtsch, Idtschen, wdt-

scheln.

B Fremdworter (und Nam en) I. In offener Silbe, d. h. im Silbenauslaute, herrscht in haupttoniger Silbe langes geschlossenes <?, in nebentoniger Silbe kurzes a (das aber in offener Silbe und vor allem im Wortauslaute ja nicht zu kurz und zu hell gesprochen werden darf, vgl. a S. 29 Anm. 1), z. B. Cldra, Ndtrium, Ldma, Aroma, Laertes, Dramdtik; Pneumdtik usw, (Aus- nahme: Grammdtik, s. unter IV.)? Menage (mend fa).

Als offen gelten audi die Silben, in denen auf den Vokal ein stummer Konsonant folgt, z. B. Etd(t), Ecld(t)^ M(mtgela(s), Das franzosische oy, oi wird als kurzes ge- schlossenes 0 mit folgendem kurzen a gesprochen, z. B.

HH

Oktroy wie oktrod, a droit wie a drod, Toilette wie toaleta; vor /•, I derselben Silbe aber wird das a gedehnt, z. B. Boudoir wie budodr, Loire wie lodr, lai^ wie loajdl; so auch Memoiren wie memgdran.

II. Vor einfachem Konsonanten herrscht in liaupttoniger Silbe langes c?, in nebentoniger Silbe kurzes a, z. B. Biwak; egdl, Regdl, Mensurdlmusik , phdnoinendl, aber Kdrneoal, Portugal; Amalgdni, Melodrdm, aber Btleaniy Btsam, Statu, und so auch die deutschen Namen Bertram^ Wolfram, Guntram; Kaplan, Laberddn, aber Chdrlatan, Drdgoman, Sdgan, Tdlisman, Tdrlatan, Yucatan', Askuldp^ Satrap, Geogrdph, aber Seraph; Altdr, Bafdr, Referendary aber Eliniar, Potiphar; Topds, aber Arras, Atlas, Schtras; Legdt, Herostrdt, Pirdt, aber Euphrat, Goliath, Pereaty Vivat; Architrdv, konkdv, aber Gustav, Wlddislaw, Hordz, Pankrdz.

IIL Vor mehreren Konsonanten gilt kurzes a, z. B. Agnes, Ariddne, franko, Magdalena, bdsta. Max, Billardy (bil'jard), Hazdrd (hafdrd)'*); Bataille = batdl'p, Cham- pagner = Sampdnjdr; so audi italienisch Intaglio = intdVjo, Campagna = kampdn'ja; Ddphne; Pdscha; Rasse, Trasse (trassieren); Pastell; Regatta, Tratte, SmCirdgd; Jacht, So auch in deutschen Namen wie Bamberg, Hamburg.

IV. Als Einzelheiten sind bemerkenswert : Attdqiie, Claque, Fidker, Monaco, Tschdko, Gdla-, Pdleto(t); Tram, Amster- ddm, Rotterddm usw.; Bdlfam (balfdmis), Kap; Bdldrian, Enzidny Sultan; Schdkal; Kastdnie, Spanien, Kamel, Papier; Granmidtik; Ddnkmar, Ddgmar, Mdrbod; Weimar; Gou- ache ^= gads; Shawl sprich .sal; Master; Bratsche; Kar- bdtsche; Glatz; Maddm, wenn es als deutsch geftihlt wird, sonst Madam, vgl. die Schreibung Madam und Madame**)', Wdlkiire wird jetzt (seit Richard Wagner) zu-

*) In diesen beiden Wortern ist das d nicht stumm, hingegen ist Boiilcrard franzosisch auszusprechen: ImlJuar, vgl. S. 81.

**) Die deutsche Aussprache zeigt ein kurzes, crescendo gesprochenea m, die franzosische (z. B. in dem Lustspieltitel ^Mada/Hr .sans gtne'*} ein gedehntes ///.

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meist mit langem a gesprochen, wahrend als altere Form WalkUre {wolkurenhaft) tiblich war. ae wird a ge- sprochen in niederlandischen Wortern, z. B. Ruysdael frdosrldlj^ Maestricht [mastrieht). V. Nasaliertes a wird in franzosisclien Wortern ge- sprochen fiir a/?, am^ en, em (mit oder ohne folgenden stummen Konsonanten; auch fiir aeii)^ z. B. Ckambre^ Chafeauhriand, Blanc^ Champ, Rouen, Lorient, Caen (sabr, mtobria, bid, sd, rud, lor'id, kd); man hiite sich, ang zu sprechen, wie man es besonders in niederdeutschen Gegen- den hort.

§ 2 e-Laute

Die Aussprache der e-Laute zu regeln ist sehr schwierig, weil hier die Mundarten und die Rechtschreibung besonders stark von dem kunstmaBigen Gebrauche abweichen. Eine Be- riicksichtigung der sprachgeschichtlichen Verhaltnisse sowie des heutigen Bilhnenusus ist erforderlich.

In altcrer Zeit setzen wir etwa die Zeit uni 1300 unter- schied man in den Stammsilben der AVorter mindestens zwei Arten von kurzen r-Lauten: ein offeneres und ein geschlosseneres kurzes p. Diese Unterschiede haben ihre historische Berechtigiing. Offenes kurzes e ward gesprochen, wo von Urzeiten her ein kurzes e bestanden hatte, z. B. in reyen „der Regen", geben „geben'', neben ^weben** ; geschlosseneres kurzes e lag vor, wo dereinst ein altes a durch Umlaut (durch / der folgenden Silbe) zu e geworden war, z. B. in (sichj rpfjon, Ircjon; fiir die gotische Sprache konnen wir noch die Formen rayjan, layjan annehmen. Ebenso bestanden in jener iilteren Zeit Unterschiede der langen c-Laute : geschlossenes c sprach man in den Fallen, wo Zusammenziehung aus cinem alten ai stattgefundeu hatte, z. B. in sd „See", uidr ^mehr" (das Gotische hat hier saitrs, titai\a); re (d. h. a) in anderen Fallen, z. B. s/rrrrr ..schwer", irajon „wehen*'.

Diese historisch berechtigten alten Unterschiede sind zum Teil noch in groBen Gebieten Mittel- und Oberdeutschlands bewahrt, in Nieder- deutschland aber sind sie zumeist aufgegeben. Hatte nun im 16., 17. und 18. Jahrhundert die Rechtschreibung nach diesen historischen Gesichtspunkten verfahren und fiir das geschlossene e etwa e, fiir das offene etwa (V einsetzen konnen, so konnten wir uns einfach auf ihren Standpunkt stellen. Aber die Grammatiker jener Zeit haben die un- gliickliche Regel aufgestellt: es wird ii geschriebcn, wenu eine nahe

40

verwandte Sprachform a zeigt; sonst aber c. Also: Manner, Hande, Idime wegen Mann, Hand, lam; aber hehemh (man wuBte nicht, daU es y,bei der Hatid'' bedeutct) und schwer (eine verwandte Form mit a liegt nicht vor). Mogen nun auch dieso orthographischen MaBregeln vom heutigen wissenschaftlichen Standpunkte als ungerechfertigt beurteilt werden, so laBt sich die Wirkungj die sie in Jahrhunderteu geiibt haben, doch nicht ganz beseitigen: es ist Tatsache, dafi die Aussprache der Gebildeten Deutschlands vielfach von diesen Regeln beeinfluBt worden ist.

Fassen wir das Ergebnis dieser Erorterungen zusammen : ein groBer Teil der Deutschen, besonders Mittel- und Oberdeutsche unterscheidet gegen die Orthographic uciben, laben von heben, legen; ein groCer Teil der Deutschen, namentlich Niederdeutsche, hat diesen Unterschied aufgegeben; ein groBer Teil der gebildeten Deutschen richtet sich nach der Orthographic: (/eben, legen, aber ualen; ivehen, drchen, aber mahen, hrahen; ja sogar in schlcchf, Beeht, Becher soil ein geschlosseneres kurzes e gesprochen werden als in Wdchfer, Ndchte, Uiehebi. Bestiinde nun wirklich an den Biihnen diese konsequente Scheidung der c- und a-laute nach MaBgabc der Orthographic, so konnten wir sie getrost annehmen. Das ist aber durchaus nicht der Fall. Nach meinen Beobachtungen an guten Theatern liegt die Sache so: sieht man von Wortern ab, in denen die Qualitat des a nach der Betonung schwankt (er, der, dem, den), so wechselt die Aussprache der langen r-Laute zwischen geschlosscnem e, wie wir es in dem franzosischen Worte armee sprcchen, und einem offeneren e-Laute, der zwischen e und breitem fi etwa in der Mitte liegt und von uns als f bezeichnet wird. Konsequenz nach der Schreibung herrscht durchaus nicht: wo a ge- schrieben wird, hort man oft geschlossenes e (Schefer, Hchemen)', wo e geschrieben wird, oft f (Iqben). Nach meinen Aufzeichnungen wurden im klassischen Drama von alien langen e-Lauten nur 66,9 % iiberein- stimmend mit der Orthographic gesprochen (z. B. I'chen, cd/e, mer mehr, schl^ff schlaft), 27,7 % gegen die Orthographie (geret GerUt, /rPlen wahlen, g^ht gehfc), 5,4^ fehlerhaft (z. B. sckweir, Icabon u. s. w.); im modernen Konvcrsationsstticke 56,1^ fiir, 39,8 ^ gegen die Orthographie, 4,1^ fehlerhaft. Extremes breites a habe ich nur ganz vereinzelt gehort, und zwar sowohl fur als gegen die Orthographie, z. B. nachste, Made/ten, airig.

Diese Statistik gibt die tatsachliche Aussprache einer Menge von 6-Lauten, aber als Material fiir eine endgiiltige Losung der Frage kann sie nicht geniigcn, zumal da sie nicht beriicksichtigt, inwieweit die (fruher von uns ororterten) Affektstufen ihrcn EinfluB geiibt haben, d. h. wie oft Ifben in lyrischen Teilen der Rede und in hoher Stimm- lage etwa cincm l^bcn der mittleren Sprache entspricht, oder wie oft

e

h

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l^hen in tieferer Stimmlage einem leben der mittleren Lage entspricht u. s. w. Um diese hochst schwierigen Fragen losen zu konnen, muBte man ein reiches Material, das wahrend der Vorstellungen aufgezeichnet ist, vergleichen mit einem reichen Material, das die Umgangssprache eben derselben Schauspieler wiedergibt, deren Aussprache in der Vor- stellung fixiert ist.

A Deutsche Worter

Die Frage ist nach langer Erwagung in dem Sinne ge- regelt worden, dafi in der Btihnenaussprache vier g-Laute zu unterscheiden seien.

I. Langes geschlossenes l% z. B. in hehen^ legen, regeti, See; in leben, Feder, zehn, Erde, gewesen, beten. Man htUe sich vor der geschlossenen, dem J zuneigenden Aus- sprache; nicht minder vor leisem Nachschlag eines i oder 9, wie es in manchen Mundarten (z. B. in Pommern) vorkommt oder sich durch den Affekt ergibt, z. B. Le'ben statt Leben, Se' statt Se (See), weon statt iven (wen?). Das e wird gesprochen, wo die Schreibung ee oder eh zeigt; ferner wo e in offener Silbe steht oder dem e in derselben Silbe einfacher Konsonant folgt, z. B. See, Tee, Teer, Reh, feJilen, geben, heben, je, Efeu (Epheu), bequem, schwer, wer, wem, betontes er, der usw. Anmerkung. Eine Anzahl von Wortern, in denen von einem groCen Teile der Mittel- und Oberdeutschen und demgemafi auch von vielen Schauspielern ein oflfenerer f-Laut gesprochen wird, sei hier besonders genannt: eben, Eber, geben, Meben, leben (Leben), Leber, Lebkuchen, neben, Hebe, schiceben, sfreben, neben; Feder, Leder, Fledermaus; Sehicefel ; Degen, fegeu, gelegen (Partizip, so auch verlegen Adjektiv; aber nicht legen), pfkgen, Regen, Segen, Segel, Steg, Weg (beivegen), wegen; xeiin; befehlen, Kehle, Meld, sch^l, stehlen; dem, nehmen, ivem; den, denen, iven; er, der, her, wer, quer, Erde, Herd, Hcrdr, /rcrden, Schwert, leert, Wert: Br son, lesen, genesen, Wescn, geicesen; beten, hieten, treten.

n. Langes (ungespanntes) offeneres a. Es ist zu sprechen, wo die Schreibung dh zeigt, wo a in offener Silbe steht, und wo dem d in derselben Silbe einfacher Kon- sonant folgt, z. B. Ahre, Tdler, Trdne, Bdr, Udren,

^■'

fichrdg^ spat: so auch vor ch und vor fs^ wenn nahe ver- wandte bezw. verlangerte Formen langen Vokal zeigen, z. B. Gesprdch, Gefdfs, sprdche (Gesprdche^ Gefdfse^ sprachj, Man hiite sich streng vor der gespannten Aussprache, wie sie im Englischen vorkommt; anderseits auch vor der allzu offenen Aussprache, wie sie sich namentlich im Affekte leicht einstellt; nicht minder vor dem leisen Nachschlag eines i odev a, z. B. Trd'nd, Trddnd,

III. Kurzes offenes e wird gesprochen, wo e oder d vor mehreren Konsonanten oder vor sch erscheint, z. B. Held^ hdlt^ gemdchlich^ Ndchte, schlecht, selten, Bett^ Scherz^ Wdsche. Wo die Konsonanthaufung sich durch Vokal- ausfall oder durch Anhangung von Ableitungssilben er- klart, ist die Lange bewahrt, z. B. geb(e)t, erkldr(e)t; ebenso Gemdlde^ ndchste^ grdmlich^ Mdrchen usw. Man hiite sich vor einer dem a-Laute sich nahernden Aus- sprache, wie sie z. B. in OstpreuBen haufig ist; auch kann nicht genug gewarnt werden vor dem irrtiimlichen Streben, dem Schriftbild zu Liebe die Aussprache des kurzen e und d (stellen: fdllen) unterscheiden zu wollen.

IV. Schwaches d steht in Nebensilben, z. B. gdreddtds, Gdhalt, alld, Man hiite sich, es vollstimmig als e zu sprechen, wie es in Oberdeutschland haufig ist (Gehdlt, alle), oder gar als kurzes offenes e. Hingegen ist in Elend, Elenn (eUnd^ elen) die zweite Silbe keine Neben- silbe und daher ihr e kurz und often.. .

Die unbetonten Vorsilberi^eXf ver-^ zer-, ent- sowie die unbetonten Pronomina, es, rfe.?, er, dei\ deniy den sind in vollklingender Rede mit voUem Vokal zu sprechen (d. h. die letztgenannten vier Formen mit ge- schlossenem e, die iibrigen mit kurzem offenen e), und auch in leichterer Rede ist die iibermaBige Abschwachung^ zu r, />, zi\ nt^ dm, dn zu vermeiden. Dasselbe gilt von her- in herbei-, herein usw. Sind aber die Pronomina er, der, dem, den hochbetont, so haben sie nach der all- geraeinen Regel (I) langen Vokal.

43

Die silbische Aussprache eines r, l^ m^ n in

Nebensilben (Sckdfr, Handle freudigm, redn statt

Schdfdr, Handdl u. s. w.) ist gmndsatzlich zu vermeiden,

da sie zur Undeutlichkeit ftihrt. Noch tadelnswerter aber

ist die vollstimmige Aussprache dieser e, z. B. d in

Schdfer zu sprechen wie in fertig, e in freudigem wie

in Gemsbocky oder gar: mit verhdrtdtdm Gemute. Zu

warnen ist audi vor Beeinflussung des -dn durch vorher-

gehendes />, 6, /", w^ m (Lippm, gebm^ schlafm, deni bravm

Mann^ gekom-m statt Lippdn, gebdn u. s. w.) oder durch

vorhergehendes A*, ^, (z. B. rechi^ danhj^ sagfj statt reckdn,

danhn, sagdii) ; ebenso vor undeutlicher Aussprache zweier

benachbarter -en, z. B. bdratn-n^ geschnittn-n statt bdvatdndn^

gdschnittdndn. Vgl. § 14.

Anmerkung. Anders liegt die Sache beim Gesang der das schwache o der gesprochenen Sprache vollstimmig, bildet. Es klingt ahnHch dem offenen o, jedoch wird seine Klang- farbe deni Vokal dor Yorhergehenden Stammsilbc etwas angepafit: in HoIIp klingen beide Vokalc wie offenes o; in Helle, Erde, Himmel klingt das e der Nebensilbe heller, in Halle, Wolle, Humle dunkler, dem Charakter des Stammsilbenvokals entsprechend.

In folgenden Wortformen ist die (vielfacli schwankende) Quantitat des e ftir die Buhnenaussprache geregelt worden:

Kurzes e: Langes e: Langes offenes a:

Rebhuhn; Lebkucken, Kebs-

weib^ Krebs, nebst;

beredt, Beredsamkeit-^ Stddte;

weg ; Brenise^ Tremse ; ndmlich ;

Herberge, Herzog Erde, Herd^ Herde^ Bdrte^ zdrtlich, ver- (hertsgk); Werder; Pferd, werden^ ent; zdrteln; Ferse, Vers; Erz- Schwert, wert^ Wert; (bischof) = archi-, das Erz-, Geberde,

Herz^ Nerz; Beschwerde; grdtschen^ Kartdt-

es, des; stets; sche^ Rdtsche^ hdt-

schehi, tdtscheln, Fldtz (Fldz); Brezel; Rdtsel^ der RdzeL

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B Fremdworter (und Namen) I. Fiir lateinisclie ae und fiir franzosische lange offene e- Laute wird d gesprochen, z. B. Ara^ Sphdre, Damon (ddmon), Prd, Calais, Rabelais, Portiere, Enquete, Tete.

II. In liaupttoniger offener Silbe und wenn sturamer Konsonant folgt, ist betontes e lang und geschlossen, z, B. frz. das Cafe (sprich kafe) neben deutsch der Kdffee (nicht Kaffd, doch ist auch die franzosische Aussprache kafe zu- lassig), Allee, Komitee (nicht Kommittd), Re-aumur, Couplet. In mindertonigen Silben vor der Tonsilbe, z. B. Theater, Benefiz, Re^idezvous, wird das geschlossene e kurz gesprochen: tedtar, benefits, rddewu. Auch achte man darauf, Worter wie Circe, Hebe, Lethe, Athene, Chlo-e, Alo^e, Zo-e, Niobe, publice, Faksimile, Andante, dolce (far niente) mit auslautendem geschlossenen e, nicht etwa mit schwachem d zu sprechen ; hingegen Julid, Jphig'enw, Krisd, Hypothesd, Narkosa, Apotheosd, weil hier fremde Endungen durch die deutsche Endung -a ersetzt sind, s. S. 34. Marie, Sophie sind als Mart, Soft zu sprechen, aber Marhns, SopMdns. Auch fiir franzosisches stummes e tritt schwaches a ein, z. B. Chance, Portiere, Refrain, Seine, Toilette, Menage (sprich sdsd, Portidra, rdfre, sdna, toaletd, mmdfd).

in. Vor einfachem Konsonant ist der Vokal in haupt- toniger Silbe lang, in nebentoniger aber kurz, z. B. Boreb; Gangmed, aber Mohamed; Privileg; Bibliothek, aber Melchisedek; Juwel, parallel, aber Ismael; Diadem, aber Requiem; heterogen, aber Nomen; Chersonnes, aber Aristdteles, Perikles; Anachoret, aber Nazareth, Elhabeth nicht -bi'th). Schwaches d findet sich nur da, wo eine . deutsche Endung eingefiihrt ist, z. B. Indian, Mendndar; auch oft in Johdnnas statt Johdnnes. Ausnahrasweise haben kurzes e: Chef, Relief, Hotel, Sem, ad quern sprich sef, relief, hotel, fern, ad kwem.

IV. Vor mehreren Konsonanten ist das e kurz, z. B. Phlegma, Egmont, re-ell, Konfessitm, Cement, Deponens,

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nolens, volens (nicht »!), Nomens, Skepsis, auch presto^ Fiesko, Fresko, Epilepsis, Klytdmnestra, Die Endung -ler wird als -ir gesprochen, z. B. Juwelier, Poller, Offizier; aber franzosische Endung (le) gilt in Atelier^ Avmturier, Bankier, Brigadier, Cafetier, Carahinier, Chevalier (jedoch 'ir in Cavalier), Collier, Confiturier, Croupier, Douanier^ Epicier, Lander, Marinier, Metier^ Ouvrier, Particulier, Perruquier, Pompier, Portier, Premier, Rentier (rentiey In Volkernamen, wie Spanier, Kanadier usw. gilt -dr,

Langes e und stummer Kon sonant gilt in Budget (biidfe). Cachet, Couplet, Filet, Gilet, Moulinet, Sou ff let; aber kurzes e und t in adrett, Ballett, Barett, Billet ^ Bouquet, Bilffet, Bracelet, kokett, Spinett, Valet, sprich bil'jet, Bukett, hufet usw. ; ebenso in Parkett, Duett, Terzett^ QuaHett usw.; violett; in Minaret (minaret). V. Von Namen sind folgende zu beachten: mit langem e Dresden^ Esthen, Esthland, Mecklenburg, Pegnitz, Quedlin- burg, Schleswig, Sckivedt, Schweiz, Teplitz, Trebnitz, Verden (sprich. ferddn), We r den, -werth, ferner Gerhard,. Hedwig; -grdtz; mit kurzem e Ems (Badeort, riuB)^ Erfurt, Herbom, Herford, -werdei\ Schwetzingen, ferner Gebhard; Gertrud, Herder, Hermann, Hertha, Herwig (Herwegh), Stephan u. a. m.; auch Albert, Herbert, Hubert, Norbert, Robert usw. mit e (nicht mit schwachem d) VI. Franzosische ain, aim, ein, eim, in, im sind nicht als eng^ sondern als nasaliertes e zu sprechen, z. B. Refrain wie rdfre, Teint wie te. Cousin wie kiife, Cretin usw, Aber Rheims ist deutsch auszusprechen : rdems, nicht etwa res nach franzosischer Weise (vgl. S. 18).

§3 i-Laute

Es gibt zwei /-Laute: 1. langes geschlossenes * Qieb, ihn, mir); 2. kurzes offenes i (Fisch, Kirche). Man- vermeide eine geschlossene Aussprache dieses offenen i, wie- sic in Bayern und Osterreich haufig ist; ebenso eine dem e sich nahernde Aussprache des kurzen i, bei der bitten, zvissen.

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ahnlich wie hettm^ wessen klingt; nicht minder hute man sich vov der Lippenrundung, die namentlich vor r in manchen Mund- arten Kirclie, Wirtschaft wie Kiitrhe, WuHschaft klingen lafit.

A Deutsche Worter

I. Langes geschlossenes / ist zu sprechen, wenn die Schreibung ie oder ieh zeigt, z. B. die^ bieten, siebzekn^ siehzig^ Vieh; ferner ftir ih in ihm^ ihn, ihnen, ihr (e, -en, -em, -er, -es); fiir i in mir, dh\ wii\ wider, Biher, Lid, IgeL

II. Kurzes offenes i gilt in alien tibrigen Fallen, in denen i geschrieben wird, z. B. Tisch, wild, Hilfe (nicht Hiilfe), Himheere. Es herrscht audi in den Ableitungssilben -in^ -nis, -lich, -ig, -rich, -icht, -isch, z. B. Konigin, Argeymis, freundlich, selig, Fdhnrick, Dickicht, irdisch (vgl. auch Formen wie Rettich, Kiirbis); desgleichen in den Eigen- naraen auf -rich und -wig, z. B. Dietrich, Friedrich, Hein- rich, Theoderich, Chlodwig, Hedwig, Herwig, Ludwig usw.

III. In folgenden Wortformen ist die (vielfach schwankende) Quantitat des i geregelt worden: Kurzes offenes i: Langes geschlossenes i:

Viertel, vierzehn, vierzig; vier, Vierteil, vierteilen,

vielleicht (geschlossene Kiirze),

Distel; Nische, Wiesbaden.

B Fremd worter (und Nam en) I. In haupttoniger offener Silbe gilt langes ge- schlossenes 7 z. B. Elms, Btbel, Nigdr, Brasilidn, Kasino, studt(e)rdn, Trto^ Litdr, Mtmd 1) mythologischer Name, 2) = Schauspieler. In minderbetonter offener Silbe wird kurzes geschlossenes i gesprochen, z. B. Alibi, Kolibri, Selleri(e), Vifitm, Fichu (fisfi), Cliche (klise), Kapitdl, Zitrfmd, Yankee (jdfjki); man hiite sich, in solchen Fallen statt des i vor Vorkalen ein ,;' mit Reibungsgerausch zu sprechen, z. B. Aktsjtm, Portje. Der Buchstabe y wird als 7 gesprochen in Zylinder, It'sop (Jfop), Tybalt (tibalt), Tyrol (auch hop, Tirol geschrieben), Kynasit, Kyritz, Pyritz, s. unten § 7 B III S. 56.

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11. Vor einfacliem Konsonanten ist i in haupttoniger Silbe lang, in nebentoniger aber kurz, z. B. Alfenid, EukUd; Tarif; Kritik, Mosaik., Mvsik, aber Chronik, Ethik^ Harmonik^ Gi^ammatik^ Ndutik, Phonetik, suhltm^ aber Pilgrim; Ams, Paris, Tiirkis, aber Adonis, Dfms, gratis, Jdspis; Appetit, Kredit, Profit, aber Fdzit, Defizit, Profit, Judith; Jvsttz, Miltz, Notiz, aber M6ri(t)z. In englischen Wortern wie Beefsteak, Speech, Spleen wird ee als 7 gesprochen (bifstek, spits, splin); so auch ea in Lear (llr).

in. Vor mehreren Konsonanten herrscht kurzes i, z. B. Fixum, Quinte, Edikt, Christ, Atheist, Lissa, Fiskus, Ziska, Prisma, Derwisch, Paradigma, Logarithmen, Zirkel. So auch vor II in Mille, Villa, Lilli, Cilly, Tilly, Pas- quill(e), Pistill, Pastille, Pupille, sowie vor mouilliertem I (Ij) in Billard, Billet, Bastille, Chenille, Mantille, Qua- drille (kadril\j)d)y Cochenille, Vanille, Camarilla, Sevilla, Guerilla (geriV(j)a).

IV, Beach tenswert sind die Formen: Kapitdl (aber Kapi- tdl), kritfeln (aber Krittk), Tftdl neben Tittdl, Spitdl und Spittdl; Zithdr; Zitharddd; Lit(t)dratur; Gig (gik), Whig (uig); Tuihridn; Krokqdil und Krokodill; imbezil und imbezill; cis, fis, lila; -ville = wll (Thionville etc.); Cherubim, Seraphim; Madrid, Cid, Krim. V. Personennamen auf -in haben in dei* Eegel ge- schlossenes i, obwohl es in nebentoniger Silbe steht, z. B. A'lwin, Bdlduin, Edwin, Erwin, A'lkiiin, Obarlin, G^nelin, Bdntlin, BScklin, Rumelin (mundartlich wird hier vielfach kurzes offenes i gesprochen). Deutsche Namen auf -in von slawischer Herkunft betonen in der Kegel die Endsilbe: Berlin, Eutin, Stettin, Collin; Zeppelin; aber Onegin (trotz russ. an'egin), Puschkin.

§ 4 o-Laute

Es gibt zwei o-Laute: 1. langes geschlossenes 6 (los, Kohle); man htlte sich einerseits vor einer zu sehr dem w

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sich nahernden Aussprache, anderseits vor zu offenem o, wie man es naraentlich vor r ofters hort; auch ist der diphthon- gische Nachschlag eines u streng zu vermeiden (nicht Ro^fd statt Rofd). 2. kurzes offenes o; gewarnt sei vor der zu wenig gerundeten, dem a sich nahernden Aussprache, z. B. Gatt statt GoU.

A Deutsche Worter

I. Langes geschlossenes o wird gesprochen:

a) wenn die Schreibung oo, oh oder {t)h'0 zeigt, z. B. Boot^ Moor^ Moo8^ Lootse (jetzt Lotse geschrieben, vgl. S. 50), Sohle, Lohn, hohren, Thron,

b) wenn o in offener Silbe steht, oder wenn dem o ein einfacher Konsonant folgt, z. B. wo^ oho^ so^ Boden^ holen, Sole; Lob^ Hof^ Ton^ Trog^ sog^ Los, las, boi, tot; vor ch und ss ist o lang, wenn nahe verwandte (flektierte) Formen langen Vokal haben, z. B. hock (hohe), blofs, gi'^f^-, Schofs, Klofs, Scklofse, Stofs^ aber floss, schoss, Amboss (Ambosse),

11. Kurzes offenes o wird gesprochen, wenn mehrere Kon- sonanten oder sch folgen, z. B. for dem, Spom, gehorchen, mollen, Robbe, kommen, Kost, Sonne, Most, Mostrich, Rost 1) des Eisens, 2) zum Eosten auf dem Feuer, rosten, Frosch, Trotz. Ebenso vor ch und ss, wenn nicht nahe verwandte (flektierte) Formen langen Vokal haben, z. B. doch^ Joch, kroch, roch, Geschoss, Ross, Trass. III. In folgenden Wortformen ist die (vielfach schwankende) Quantitat des o geregelt worden:

Kurzes offenes o: Langes geschlossenes o:

ob; Obacht, bdobachtan, Knoblauch,

Obst, Propat; Hochzeii;

Bischof (aber PI. Bischofd); Vdgt, (V6gtd); Herzog (PL

Herzog9) hat kurzes ge- schlossenes p.

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Kurzes offenes o: Langes geschlossenes o:

Brombeere^ com; von; Mond, Montag;

Ldrbeei\ VoHell; vor;

erlosch^ gedroschen^ Droste Kldstei\ Osterrij Trost;

(die hochdeutsche Form ist

Trnchsess), DrosUi; Floss ^

(PI. Flofse); Ost, Osien.

B Fremdworter (und Namen)

L In haupttoniger offener Silbe herrscht langes ge- schlossenes (7, z. B. Bo-otes^ Domino^ Goa, Obod^ Parob, Poldn^ Schib(b)oleth (sibolet), Soda^ Sofa, Stoa, Stropha, Aristoteles. So auch, wo franzosisches aw, eau geschrieben wird Oder stummer Konsonant folgt, z. B. Sauce (fosa), Bureau (bilrtj)^ Bordereau, Qros (gro), Tricot (triko), Depot (depo), Rechaud (reso), Bordeaux (bordo), comme U faut (kom II fo); so auch im italienischen pocp^ con fiwco (trotz der in Italien iiblichen offenen Aussprache). In minderbetonter Silbe ist dieses o von ktirzerer Dauer aber doch geschlossen, z. B, Hotel, Anatomie, Zeremgnie, aber Plur. Zeremmidn), Photographie, Alkgwdn, Sago, Phdrao, Reaumur (regmur).

;II. Vor einfachem Konsonanten ist o in haupttoniger Silbe lang, in nebentoniger Silbe aber kurz, z. B. Hemiglob, aber Nabob; Allod, Jod, Resiod, aber Ndchod; Phllgsoph, aber Christoph; Demagog, Pddagog, aber Magog; reziprok, aber Opgdeldok; Symbol, Pol, Kamifol, aber Entre- sol (atrsol), Alkghol; Dom, Anatom, Symptom, aber Sodom; Baron, Postilion, Spion, aber A(a)ron, Kreon, Natron, Kolon, Lexikon; Asop, HeUgtrop, aber Ysop (if op); Elektrgphor, Meteor, Louisdor, Humor, Tenor (Singstimme), aber Phosphor, Rhetor, Tenor (Ton, Haltung, z. B. eines Schriftsttickes) ; grandios, aber Helios; Despot, Hergdot^ aber Talbot, Turandot; Asow, Suworow.

Si ebs, Deutsche Buhnenaussprache 10 Aufl. 10— 12 Tausend 4

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Nach dieser Kegel sind die vielen Fremdworter auf or^ wie Assessor^ Doktor^ Professor^ Moto)\ Fcilior us\V. mit kurzem o der Endung zu sprechen ; vor der Aussprache Dokfdr, Professdr ist nicht minder zu warnen, als vor der auf der Btihne vielfach gepflegten Doktor, Professor. Die verlangerten Formen liaben langes d: Doktoren^ Professdrdn, Pastoran (darnach vielerwarts Pastor neben Pastor; auch hort man heute oft Motor, Motorboot).

in. Vor mehreren Konsonanten gilt kurzes o, z. B. Apollo^ Dolce (doltse)^ polnisch, Komma, Gondel^ Epami- nondas^ Jessoiida^ Horizont, Diphthong^ Galopp, Lord^ Sport, Optik, Glosse, Geognost, Gnostiker, Kompotty Lotto^ Motto, orthodox, Gozzi; so auch Cologne sprich kplonjd.

IV. oe und oi in vereinzelten niederdeutschen Namen werden als o gesprochen, z. B. Soest, Itzehoe, Koesfeld, Greven- broich, Troisdorf, (Voigt); ow ist als o zu sprechen in (englisch) Bowie und in Namen slavischer Herkunft wie Grabow, Pankoic, Treptow, Virchow (fircho). Audi gilt o in Toast, Coaks (engl. jetzt gewohnlich coke) = tost, koks. fiber oi, oy in franzosischen Wortern (gesprochen od, oa) ist in § ] B gehandelt.

V. Kurzes o gilt in franzosischen Wortern mit oc, oque, (ok) z. B. en bloc (a blok), Choc (sok), Languedoc {lag(d)d6k), Medoc (medok), choquieren (.^okirdn); so auch in barock, Tarock; ebenso in engl. Grog (grok).

VI. Die franzosischen Worter mit silbenauslautendem on, om sind mit nasaliertem Vokal zu sprechen, z. B. Chdmpignd, Flaco, nicht Champignoy, Flakofj. Indessen ist dieser franzosische Laut aufgegeben in Batailldn (aber Eskadro, in Osterreich Eskadrtm), Postilion, Pension (Pdsion oder Penfion gesprochen) und biirgert sich auch ein in Balkon, Garni f on, Kantmi. Aber lateinische Worter haben stets 'On (Verfion, Nation); in englischen Wortern ist -on zu sprechen: London (nicht Londdn), Wellington usw.

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§ 5 6-Laute

Es gibt zwei verschiedene o-Laute: 1. langes ge- schlossenes J; man achte wohl darauf, es mit gentigender Lippenmndung zu sprechen, damit es nicM dem e ahnlich klinge (schone wie schene)-, man htlte sicli ferner, hinter dem J den diphthongischen Nachklang eines i horen zu lassen, wie ihn leidenschaftliche Kede bisweilen hervorbringt (krd'nen, schohi statt kronen, schdn), oder gar mit offenem o ein kro'nen, scho'n zu sprechen, wie es in verschiedenen niederdeutschen Gebieten (z. B. in Pommern und Mecklenburg) vorkommt. 2. kurzes offenes o; auch hier achte man auf die Lippen- rundung, so daB mdchte, konnm nicht ahnlich wie Mdchte^ kennen klinge (vgl. § 9).

A Deutsche Worter

1. Langes geschlossenes o ist zu sprechen,

wenn die Schreibung oh oder (t)h-d zeigt, z. B. Hohle, Sohne, Thronchen-, wenn o in offener Silbe steht, oder wenn einfacher Konsonant folgt, z. B. ode, Herzoge, Bischofe (vgl. S. 48) tonern, toricht, 01, Stor, Hos-chen, Erlos; Sckofse, Stofse. 11. Kurzes offenes o gilt vor mehreren Konsonanten oder 8cky z. B. Bocke, wdlbeuy Wolfe, Soldner, Monch, Korbe, Frosche, ergotzen, plotzlich, Ebenso vor ch und vor ss, falls nicht flektierte Formen langen Vokal haben, z. B. Kocjie, rocheln, Rosslein, Schlosschen, schosse, SchossUng. in. Fiir folgende Wortformen ist die (vielfach schwankende) Quantitat des o geregelt worden: mit langem ge- schlossenem d sind zu sprechen Gehdft; Vdgte, Behorde, Borde, FOrde, Borse; die Fldfse (Sing. Floss); Nofsel; Boschung; trosten, trostUch; Osterreich; rdsten (aber der Rost, auf dem man rostet); das Floz. Kurzes o gilt in Morser; auch in ostlich, B Fremdworter (und Namen)

I. Fiir Fremdworter gilt geschlossenes langes 5, z. B. EribSa, Moan, Epopdd, ohsz6n, graziSs; ebenso in Diarrh6(e)

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(statt des zu erwartenden Diarrho-e): audi das franzosische eu^ cue in adieu ^ Milieu, Ballettev^e, queue u. s. w. wird wie geschlossenes 5 gesprochen (adiS, milid, baletSfa, M) ebenso Mo(n)sieu(r), Deserteur, Friseui\ Redakteur und Coeur (mosid, defeH8i\ frif6i\ redaktdr, kor). In neben- toniger Silbe gilt kurzes geschlossenes o, z. B. Dejeuner (defone). II. In franzosischen Wortern wird un, urn im Silbenauslaute Oder vor folgendem stumraen Konsonanten wie nasaliertes d gesprochen (nicht otf), z. B. Parfum = Parfd, Verdun = Werdd, Vingt-et-un = We-te-O, Hingegen wird ww, um vor Vokal wie un, um gesprochen, z. B. Luneville, Par- fumerie = Lilndwil, Parfamdrt, s. unten § 7 B. III. Fur die deutschen Namen ist zu bemerken, daB o oft oe geschrieben wird, z. B. Goethe, Schroeder, Goetze; oi und oy werden bisweilen wie langes 5 gesprochen in pom- merschen Namen, z. B. Loitz (vgl. aber S. 58); oey ist als langes d zu sprechen in Oeynhausen; langes 5 gilt in W5rth (trotz der ortlichen Aussprache mit kurzem Vokal) und M5rs, kurzes o in Gorz, Otzthal.

fy§6 u-Laute

Es gibt. zwei verschiedene w-Laute: 1. langes ge- schlossenes «7; 2. kurzes offenes u. Man hute sich, dieses u dem kurzen o ahnlich zu sprechen (Mutter, Kuss, und ahnlich wie Matter, Koss, ond), wie es in nordwestdeutschen Mundarten vielfach geschieht.

A Deutsche Worter

I. Langes geschlossenes a wird gesprochen,

a) wenn die Schreibung uh zeigt, z. B. Kuh, Schuh, fuhr, Buhle. '

b) wenn u in offener Silbe steht, oder wenn in der- selben Silbe einfacher Konsonant folgt, z. B. Nu, Uhu, du, zu, Bube, Spule, uzen; Schuh, Flug, genug, Zug, Spuk, -turn, tun, gut, Armut, Mus. Ebenso vor ch

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und vor ss, wenn nicht etwa verwandte (flektierte) Formen kurzen Vokal haben, z. B. Buch, Fhich, Be- 8uch^ Ttich^ aber Spruch; Fi/fs, Grvfs, Miifse, aber muss, Genuss, Gtiss, Schuss, Sckluss, 11. Kurzes offenes u wird gesprochen, wenn mehrere Konsonanten oder sch folgen; vor ch und ss, wenn nahe verwandte Formen kurzen Vokal haben, z. B. Luchs, Bucht, Druck, Luft, Schluft, Geduld^ Bund, Vernunft, jung, Brunst, Brust, Mutter, Kutsche, Sturm, Durst, Busch, Spruch, Kuss. III. In folgenden Wortformen ist die (vielfach schwankende) Quantitat des u geregelt worden: Kurzes offenes u: Langes geschlossenes v:

Bruch = Brechung, Geruch, ^n?<?A=l)Sumpfland, 2) Hose,

Spruc/i, Trnchsess, Bucht, Ducht = Ruderbank, schluchzen;

Urteil:

Fluch, Kuchen, rUcldos, ver- rucht, rifchbar, Wucher, juch- zen; flugs (aus F luges); Wiichs, wtfchs.

Gehurt, Gehu'Hstag (aber ge- huHig rait kurzem ii), Ur-, iir- als Vorsilbe, z. B. Ur- hild, Urf elide, Urheber, Ur- kunde, Ursache, Urgrofsvater, Urform, Urwald, vrbar, ur- dlt, Urlaub, Ursprung (Aus- nahme Urteil, Urtel);

Riffs, hiisten, pusten, Knust, Schuster, Wfist;

knutscheii;

duzen.

kurzes geschlossenes ?/ gilt in zum, zitr.

. B Fremdworter (und Nam en) I. ti ist geschlossen und lang, wenn es in haupttoniger offener Silbe steht, ebenso das franzosische ou, auch

Blast (Bliite), Dust (Staub);

rutschen; Schmutz, verdutzi;

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wenn stummer Konsonant folgt, z. B. Jung, Zi1lu, Gnu, Sou, Louis, Bijou (bifu). Route (ruta), Coup (ku). Ragout, Pariout, jaloux (f'aUi). In nebentoniger offenerSilbe gilt kurzes geschlossenes ii, z. B. Statue (stdtud), Rutnd, Kdkadu, Rendezvous (rddewu), oe in nieder- landischen Wortern wird wie a gesprochen, z. B. Boeren sprich Biirdn; so auch ue in Kotzehue (kotsdbu). II. u ist vor eiufachem Konsonanten in haupttoniger Silbe lang, in nebentoniger aber kurz, z. B. Cherub; Eufidck, aber Bdruch; Lndwig, Rtidlieb; Nepomuk; Oxydnl, Schmid, Thrasybid, aber Komul, Stdmbul; Konfiim, posthum, aber Sdmum, KoWgium; Kattfin, immtin, Neptiin; Sirup, Eistrup, Bdmtrup; Azur (atsur), dur, matur, Remedur, aber Ptirpur, H8dur; konfm, ab- strus, aber Ftdibus, minus; Dispnt, Rekrut, aber Kdlikut, Liliput.

ni. vor mehreren Konsonanten gilt kurzes offenes u, z. B. Schmuggel, Brutto, Muskel, Kurs, Tibull, Puis, Kux, Juchten, Justiz, Prokrustes, Produkt, Kutsche, Chirurg, Dramaturg-, so audi Bouillon, Patrouille (buljo, patruljd).

IV. Bemerkenswert sind folgende Formen: mit kurzem u Ulrich', Luther, lutherisch (aber in dogmatischem Sinne lutherisch); Huss, Russland, bugsieren, kaduck, Klub, Schub- jack, kaput (Kaput = Kapitel), Jus (Eecht), plus, Rum, Mit Ian gem fc Belzebab,

§ 7 ii-Laute

Es gibt zwei verschiedene w-Laute: 1. langes ge- schlossenes u; man achte auf genaue Lippenrundung, damit das it nicht dem i ahnlich klinge (kiihl nicht ahnlich wie Kiel). 2. kurzes offenes il-, auch hier achte man auf die Rundung (S. 27), nicht minder aber darauf, dali das kurze w sich nicht dem 0 nahere fdaB Matter nicht ahnlich klinge wie Hotter) ein Fehler, zu dem manche nordwestdeutschen Mundarten neigen.

Di)

A Deutsche Worter

I. Langes geschlossenes a wircl gesprochen,

a) wenn die Schreibung iih zeigt, z. B. kuhn^ Gehuhi\ fuhren.

b) wenn il in offener Silbe steht, oder wenn ein- faclier Konsonat 'folgt, z. B. uben^ spulen^ miide, fih\ Tu)\ schwiil, Gehliit^ Gemilt; ebenso vor aus- lautendem fs, z. B. siffs; vor einfachem ch in Fliiche (Fluch)^ BUcher, Tac1m\ bachen^ KUchlein^ aber Bruche {hriichig)^ Gerilche (an-ruchig), Kuche^ Spruche,

II. Kurzes offenes il gilt vor mehreren Konsonanten oder sch^ z. B. fluchtig, Bilchse, Kurbis, milrbe^ stiirbe^ Biird^, niichtern^ Gerilcht^ landriichtig, Gluck\ Sillze, Tunche^ gelusUn^ r listen^ Biiste^ Kuste)\ Scharmiitzel, Bmche.

III. In folgenden Wortformen ist die (vielfach schwankende) Quantitat des u geregelt worden: langes Tl gilt in BrRche (Mehrzalil von Bnich, siehe unter « ; aber kurzes u in Briiche = 1) Brechungen, 2) Strafe), Rtlsche, husteln^ Pflster, dUster^ icast, NTisteim^ RUster (Ulme). Kurzes u gilt in Gelilbde, gebuHig.

B Fremdworter (und Nam en) I. Franzosisches u in offener Silbe und vor einfachem Kon- sonanten sowie ue sind in haupttoniger Silbe wie langes, in mindertoniger Silbe wie kurzes ge- schlossenes tl zu sprechen, falls nicht nasalierter Vokal gilt, z. B. Revenue^ Parvenu^ Bellevue; Solitude, par- fumieren (rdicdnU, parwdiiii, bel(d)wu, soUttidd, parfu- mtrdn), so auch bei folgendera stummen Konsonanten, z. B. Debfit (debit); ferner Kostwn, Kalkfil, ridikul. Suite wird meist als Swftd, Parapluie als Paraplu ge- sprochen. Uber w?», vn im Silbenauslaute (0) sieh oben §5B. II. vor mehreren Konsonanten gilt kurzes w, z. B. Tartuff^ Budget = bUdfe (tiber das /' vgl. § 20 S. 70 und 71).

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ni. in griechischen Wortern ist y in haupttoniger offener Silbe, desgleichen vor einfachem Konso- nanten in haupttoniger Silbe ein langes ge- schlossenes /?, in nebentoniger offener Silbe ist es kurzes geschlossenes il\ vor einfachem Konso- nanten in nebentoniger Silbe sowie vor mehreren Konsonanten ist es kurzes offenes u. Z. B. Lyra, Zypresse, Analyse, Pyrotechmk, Tyrus, Myopie, Asyl, Peristyl, Misogyn, (sprich liira, tsilpresd, aful, mifggun usw.); aber mit kurzem offenen il Satyr (fdiiir), Ypsilon (upsilon), Sibylle, Beryll, Krypta, Mystih

IV. Beachtenswert ist folgendes. Langes ft gilt ftir ui in den Namen Duishurg und Juist; kurzes u gilt in Bluchei\ Lustre (Luster). Geschlossenes i (in hochbetonter Silbe lang, in nebentoniger kurz) wird gesprochen in Zylinder, Ysop, Tybalt, Tyrol (hop, Tirol), Kynast, Kyritz, Pyritz sprich tsilinddr, tfop, tibalt, tlrol, Mnast, kirits, pirits; auch in Sattra, das mit i zu schreiben ist. Kurzes offenes i gilt in Gyps, Myrte, Sylbe, Kry stall, Cymbel (Zimbel), Aegypten (sie alle werden jetzt zumeist mit i geschrieben), in lynchen, ferner in Pyrmont, Kyffhduser (linehdn, pirmbnt, kifhoofdr). Man vergleiche auch % § 3 B, die ^i-Laute § 8, und das / § 22.

§ 8 ai-Laute

Die Aussprache des Diphthongs, der in der Schrift sowohl durch ai als auch durch ei dargestellt wird, ist eine einheitliche und kommt der durch ai veranschaulichten nahe, denn sie besteht bei ruhiger, verstandesmaCiger Rede (vgl. S. 12) aus einem hellen kurzen a mit folgendem sehr kurzen geschlossenen c. Man htite sich, das a allzu hell, dem kurzen a ahnlich, zu sprechen (z. B. Fldis, ddin = Fleifs, dein), wie es z. B. in den Ostseeprovinzen iiblich ist ; auch darf das a nicht zu lang gedehnt werden (flais, ddin), wie man es in Hannover hort; anderseits aber soil das a nicht

bl

gedunkelt und dem kurzen o ahnlicli gesprochen oder der Diphthong gar durch folgenden Nasal beeinfluBt werden, wie es in vielen stiddeutschen Gegenden geschieht, z. B. dal(ji) Oder gar doI(n) = chin. Der lyrische Affekt wirkt leicht auf den zweiten Teil des Diphthongs und fiihrt zii tibertrieben heller Aussprache eines / statt e, z. B. Ididdn. Der Diphthong de wird gesprochen I. fiir die Schreibung ai z. B. Hai. Hain, Kaiser^ Laich^ Mai, Maid, Mais, Maische, Waid (blaue Farbe), Laib (Brot), Rain, Saite, Waise; ferner in Naraen wie Mai?i, Laibach, Krain; Raimund, Rainer; Maie)\ Baier usw. In Fremdwortern wie Bai, Laie, Lakai^ Serail (sprich serdel); Balalaika, Kdiro; aber mehrsilbige (nicht diphthon- gische) Aussprache des ai liegt vor in Worter wie Kd-in, Na-in, Altd-i, Ha-tti, Kara-ibm; ferner in Formen wie Mosa-ik, mosd-isch, Ptolema-is, Dana-iden usw. II. fiir die Schreibung ei z. B. Bein, Leib, Els, Abtei. So ist auch ae zu sprechen in Rheims (rdems, nicht nach franzosischer Art res), vgl. § 2 VI und S. 18.

III. ftir die Schreibung ay, ey in Namen und in Fremdwortern, z. B. Bayern, Mayer, Norderney, Beyer, Heyne, Meyer, Tempeltey; Tokay, Malay en, Paraguay, Uruguay, Bey; aber ftir Bombay, Cambray gilt geschlossenes e, ebenso fiir Jockey (dfoke),

IV. bisweilen fiir i in englischen, fiir y in niederlandischen Wortern, z. B. Strike = Streik, Bicycle (bdesikdl), Ohio, Lionel; Yssel, Ryswyk (Rdesivaek).

§ 9 au-Laute

Die Aussprache des au (Haus, Mauer, Laub, rauh) be- steht bei ruhiger, verstandesmaBiger Rede (vgl. Seite 12) aus einera kurzen a mit folgendem sehr kurzen ge- schlossenen o, z. B. Hags, Mdodr; (so auch fiir ou in eng- lischen Wortern, wie Stout, Count), Man vermeide die zu dunkle Aussprache des a (hoos, rog), wie sie in norddeutschen

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Mundarten haufig ist; auch fiihrt der lyrische Affekt leicht zu Ausschreitungen, indem statt des o ein tibertrieben geschlossenes // gesproclien wird (hdns^ ran).

§10 eu-Laute

Die Aussprache des Diphthongs, der in der Schrift durch eu und cm dargestellt wird, ist eine einheitliche und kommtam ersten der Verbindung eines kurzen, ganz offenen 0 mit folgendem sehr kurzen geschlossenen o nahe (loptd, hdpfdr = Leitte, Hduser). Man vermeide es, statt des o ein kurzes o zu sprechen, wie es am Niederrhein haufig ist; auch fiihrt der lyrische Affekt leicht zu Ausschreitungen, indem statt des geschlossenen p ein tibertrieben geschlossenes It oder gar (mit Aufgabe der Lippenrundung) ein i gesprochen wird (vgl. Seite 27). Am meisten aber sei davor gewarnt, die Lippen- rundung auch bei dem ersten Laute zu unterlassen (Iditd^ hdifdr)^ wie es in vielen Gegenden mehr oder minder iiblich ist (vgl. S. 33).

Der Diphthong dp wird gesprochen 1. fur die Schreibung eu, z. B. treu, heute, leuchten, II. fur die Schreibung du, z. B. Mdtise, Haute, Iduten. III. fur eu in griechischen Wortern, z. B. Nereus, Atreus, Pseudonym (nerops, dtrops, psopdonum); ferner ftir eu in feudal (fopddl); fiir ieu in Lieut(e)nant (jetzt fast nur noch Leutnant geschrieben); fur oi, oy in Namen wie Boie, Boye, Croy, Hoyer (aber Hoy a = hdja), Oyhin (opbin); so auch in dem Ausrufe hoiho; ftir uy, ui in niederlandischen Formen, wie Ruysdael (ropsdal), Bakhuizen (bdkhopfdn) usw. Kein Diphthong liegt vor z. B. in Ale-uten, Sponde-us, Tedc-um, JubM-um usw.

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C Konsonanten AUgemeine Vorbemerkungen

In unserer Orthographie treten vielfach doppelte Kon- sonanten auf, z. B. Robbe, Flac/ge, essen, Narr, ahnlich ch fiir M, fs (fz) neben ss. Diese Verdoppelungen haben aber nur ftir die Schrift Bedeutung, und man hiite sich streng, das bb, ss usw. in solchen Fallen langer als b, s oder gar wie zweimaliges 6, s zu spr echen. Durch solche Mii3dentung des Schrift- bildes sind Unverstandige ofters zu torichten Ausspracheregeln verftihrt word en, vor denen nicht genug gewarnt werden kann.

Wirkliche Doppelkonsonanten, die den vollen Wert eines zweimal gesprochenen Lautes batten, gibt es im Deutschen tiberhaupt nicht; selbst dann nicht, wenn auslautender Konso- nant einer Silbe mit einem gleichartigen (homorganen) an- lautenden Konsonanten der Folgesilbe zusammenstoBt (z. B. Heer-rufer, n'ohl-loblich, Stimm-mittel^ hin-nehmen^ Schiff-fakrt, Frosch-schenkel) oder gar auslautender Konsonant eines Wortes mit gleichartigem Anlaut des folgenden (z. B. Herr Rat^ viel leisten^ chimm machen, Gewimi nehmen, Schlaf finderi, Haus Stuart, rasch schreiten, studiere ich Chemte usw.) In solchen Fallen wird nicht etwa die Stellung des betreffenden Kon- sonanten aufgegeben und nach einer Pause neu eingesetzt, wie in Schiff + Fakrt; aber es wird auch, falls die beiden Be- deutungselemente als gleichwertig empfunden werden, nicht ein einfacher kurzer Konsonant gesprochen, wie in Schiffe. Viel- mehr wird die Stellung in der Kegel fiir die Gesamtdauer der beiden Konsonanten beibehalten, doch wird der Atemdruck gegen die Mitte bin zunachst etwas geschwacht und dann (beim Einsatze der zweiten Silbe) wieder verstarkt. 1st der zweite der gleichartigen Konsonanten an sich stimmhaft (z. B. aufwinden, das Schiff' wenden. ausfagm^ his f'ingen^ euch Jungen)^ so wird ebenfalls in der Kegel die Stellung beibe- halten, jedoch setzt zu Beginn der zweiten Silbe die Stimme

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ein. Weitere Kegeln iiber das Zusammentreffen gleichartiger Konsonanten werden bei der Besprechung der behauchten Ver- schluBlaute (Seite 76) gegeben. Derartige Bestimmungen aber gelten nur fiir gleichartige Laute, keineswegs fiir das Zusammen- treffen bloB ahnlicher Laute wie * und 5, s und f: z. B. in Liebes-ochmerz, Todes-^tunde, das schiltzt, das geniert (das fentrt) ist auf vollige Trennung der s- und .s-Laute zu achten.

Man beachte auch die im phonetischen Teil (unter A Seite 27 ff, 30 ff) gemachten Bemerkungen iiber Aussprache und Schreibung der Konsonanten.

I Reine Stimmtonlaute (r- und 1-Laut; Nasale)

§ 11 r-Laut

Es ist in alien Fallen durchaus Zungenspitzen-?* zu fordern; nur dadurch kann den schon sehr stark ein- gebtirgerten MiBbriiuchen begegnet werden, statt des r vor t ein ch zu sprechen (z. B. wachten statt warten^ Pfochte statt Pforte) und statt des r vor anderen Konsonanten oder statt des auslautenden r einen vokalischen Laut entstehen zu lassen, z. B. stadhen statt ^tarhen^ Wudm statt Wurin^ mea oder mea statt mer (= mehr)^ Muttd oder Mutta statt Mutter. Ebenso htite man sich davor, das r vor Konsonanten vollig aufzugeben, z. B. Wcizd^ Kid (mit verlangertem kurzen Vokal) statt Warze^ Kurt zu sprechen; zu diesem Fehler neigen namentlich die- jenigen Mundarten, die anstatt des Zungenspitzen-r nur ein mit dem Zapfchen gebildetes kennen.

Ob r oder rr, rA, rrh geschrieben wird, ist fiir die Aus- sprache gleichgiiltig, also in schwer. Rede wird das r gerade so gesprochen wie in Narr^ Rkein, Rhetorik^ Pyrrhtis^ Katdrrk.

In Nebensilben soil ar nicht als bloBes r gesprochen werden, vgl. oben § 2, IV Seite 43.

§ 12 1-Laut

Bei dem / legt sich die Vorderzunge gegen das obere Zahnfleisch. Das I darf nicht zu schwach gesprochen werden,

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so daB man statt des aZ, ^7, ul in kalt^ wild, Schuld fast nur ein kurzes a, /, t^ hort; anderseits aber htite man sich, das I allzulange anzuhalten, wie es in den Ostseeprovinzen haufig ist. Auch achte man darauf, daB das / nicht zii weit hinten im Munde gebildet werde und einen w/-Klang annehme, der naturgemaB besonders nach hellen Vokalen stort (Geld wie geHd); niederfrankische, auch pommersche Mundarten neigen hierzu. Endlich nrussen begleitende Eeibungsgerausche ver- mieden werden, wie sie sich leicht z. B. beim Zusaramentreffen von t und /, sch und I (Atlas, schliessen) ergeben. Auch ist darauf zu achten, daB / nicht stimmlos gesprochen werde, wie es sich besonders leicht im Anlaut der Ableitungssilben -lich, -lein, 'ling usw. nach stimmlosem Auslaut der vorhergehenden Silbe einstellt, z. B. lieb-lich, Rdd-lein, Ros-hin, Feig-Ung (vgl. unten S. 78).

Tiber das mouillierte I in franzosischen, spanischen, italienischen Wortern sieh unter § 22 B 3 und S. 31.

§13 Nasale m

Es ist darauf zu achten, daB das m mit voller Stimme und nicht (ohne diese) nur durch VerschluB der Lippen ge- bildet wird. Fehler in der Aussprache des m sind selten.

In Nebensilben soil dm nicht wie bloBes m gesprochen werden, vgl. § 2, IV, S. 43. Anderseits htite man sich, das auslautende m nach langen Vokalen, nach r oder I wie dm zu sprechen, z. B. Lei(d)m, Ar(d)m, Hal(9)m statt Leini, Arm, Halm,

n-Laute

I. Bei dem gewohnlicheuTi legt sich die Vorderzunge gegen die Oberzahne oder das obere Zahnfleisch. Zu beachten ist, daB sich nicht begleitende nasale Eeibungsgerausche einstellen, wie sie sich leicht bei dem Zusammentreffen von k oder t und n ergeben, z. B. Atna, Knie. Auch vermeide man, m statt des n vor f zu sprechen, z. B. Semf, samft statt Senf, sanft. Ferner ist darauf zu halten, daB das n im Auslaute der Worter, der Vorsilben und

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der Telle von Zusammensetzungen nicht dureh folgendes 7w, j9, 5, /", k Oder g beeinfluBt werde: also an-merkm^ aii-hauen^ an-fangen^ an Karl, an-klagen, un-klar, Bahn- geleise, an-genehm, nicht ammerken, ambauen, amfangen^ af] Karl, aMage7i, mjklar, Bahfj-geleise, afj-genehm; so aiich Kon-gress, kon- genial, in-kognito; Kontesse, nicht Kongtesse oder Kotess. Uber das mouillierte n' vgl. Seite 31 und § 22 B III.

In Nebensilben soil -9h nicht wie bloBes w ge- sprochen werden (leidn statt leiddn) oder gar vollkommen mit vorhergehendem n zusammenflieBen (wein-n statt weiiidn); ebenso hiite man sich vor Beeinflussung des -dn durch vorhergehendes 'p, h, f, iv, m (grabm, ruhmm, Affm, statt grahdn, ruhmdn, Affdn) oder durch k, g, ch (lech], reg7], Rach] statt leckdn, regdn, Rachn), vgl. § 2, IV, S. 43. Auch ist die in vielen Gebieten, namentlich Niederdeutschlands, iibliche silbische Aussprache des aus- lautenden n nach langen Vokalen oder r durchaus zu vermeiden, z. B. nei{a)n, BerlT(d)7i, fer(d)n statt nein, Berlin, fern.

n. Ein von dem n vollkommen verschiedener Nasal ist das hinten im Munde gebildete n\ man hiite sich, es zu wait hinten im Halse zu artikulieren. Das ^ ist ein einheit- licher Laut, keine Lautverbindung, und es ist zu sprechen

1) im Auslaute der Worter, in denen ng geschrieben wird, z. B. lang, eng, jung, Jungfrau, Junggeselle; man hiite sich, in solchen Fallen ijk zu sprechen (latjk), vergleiche unten § 25, V, wie es besonders in Nord- deutschland iiblich ist.

2) fiir n, wenn ein k folgt, z. B. Dank = datjk, links Ii)]k8, Anker = at^kdr (ausgenommen sind die unter I genannten Falle, z. B. an-klagen). So auch vor X in Fremdwortern wie Phalanx, Sphin,v, (fdlaf]ks, sfinks).

m

3) fiir n, wenL ein g folgt und unmittelbar dahinter vollstimmiger Vokal steht, z. B. Kongo = ko^-go, Ungarn = mj-gaim, Ingo = 'iij-go; so auch Mangan = mmj-gdn.

4) fiir ng, wenn der schwache Vokal d oder ein Konsonant folgt, also: Engel = etpl, Finger = fimr^ England = etj-land; nicht fifj-g^r, efj-gla?id; ebenso Ingwer = 'if^-wdr. So auch vor Konsonant rhjs^ ju^jst, Ai^st, nicht etwa ritjksj jurjkst, afjkst; vgl. S. 83.

Beachtenswert ist, daB Vokal mit auslautendem ij nicht fiir Nasalvokal eintreten darf: also Teint, Refrain, Flacon^ Fagon sind als te, rdfre^ flako, faso zu sprechen, nicht aber als terj, rdfretj, flakoi], faso7]. Auch ist zu warn en vor der Aussprache A^jnes, aijnus dei, mamificat, Maf]ificenz, Kdrolus Afm^nus, Mai^net^ Ddfjma, sta^jnieren, Ffpnont, PhWpia, Dhpiitdt, Pi^jment, ink6i]nito anstatt Agnes, dgniis del, magnifikat, magnifitsents, kdrolics ondgnics, magnet, dogma, stagntrdn, egmont, flegma, dignitdt, pigment, inkognito.

II Hauchlaut und Reibelaute

^ § 14 h-Laut

Der Hauch, der durch h bezeichnet wird, ist nur vor vollstimmigem Vokal zu sprechen, also stets im Anlaute der Worter (oder Kompositionsglieder), z. B. hart, Gehalt, Ari- halt, Hausherr; ferner in Formen wie aha, Ahorn, oho, Uhu, hoiho. So auch in Fremdwortern und Namen, z.B. Hanni- bal, Hypochonder, rehabilitieren, Ahasver, Alkohol, Jehova, Jo- hannes, Kohorte, Wilhelm; Brunhild, Gtfdlher. In Namen wie Mathilde, Walther, in den en das h ein em VerschluBlaute folgt, ist es stumm.

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In alien anderen Fallen ist das h der Schreibung als Dehnungs-^ und fur die Aussprache als nicht vor- handen zu betrachten, also ru(li)ig, s€(h)en^ E(h)e^ We(k)e^ Lo(h)e = riiich^ f(^(9)n^ tv, wed, lod, Hier ist das h erst spat und irrtumlich eingefiihrt worden (vgl. S. 11); auch in den Schreibungen th, rh bleibt das h fiir die Aussprache unbeacLtet.

i §15 f

Bei dem stimmlosen Reibelaut / wird die Enge, durch die der Luftstrom geht, durch die Oberzahne und die Unter- lippe gebildet, nicht aber durch beide Lippen. Dieses labioden- tale f wird gesprochen in alien deutschen Wortern, in denen /* (ff') Oder V geschrieben wird, z. B. Feind, fuklen, schlafen, Aff'e, Vate)\ Frevel; ein Unterschied zwischen der Aussprache des /' und v besteht nicht, vgl. S. 11. Man htite sich, das f j(wie in bairisch-osterreichischen Gegenden) zu matt oder gar (wie z. B. in schlesischen Mundarten) zwischen Vokalen stimm- haft zu sprechen: also Eifer (nicht Eiwer), So gilt auch f in den fruh eingedeutschten Wortern Vers^ Vesper^ ' Veilchen, Veit, Vietsbohne, Vogt, Kcifig u. s. w. Die Aussprache Wers^ Wesper ist spateren, gelehrten Einfltissen zu danken und ist zu vermeiden. ph in Epheu (Efeu), auch in fremden Wortern (Photography Philosophie, Aphorismen^ Sgmphon/e, Sphinx)^ ist als /* zu sprechen ; Sappho fdfo (trotz der griechischen Aus- sprache).

Haufig kommt /' in der -Lautverbindung pf vor, und zwar erscheint es hier verlangert und behaucht, z. B. Fferd, Pfahl^ vgl. § 23. Man htite sich, statt des pf ein bloBes f zu sprechen, wie es mundartlich im Wortanlaute und nach m haufig vorkommt (Fosten^ Feife, Damf).

In deutschen Namen ist anlautendes o als /' zu sprechen, z. B. Varel^ Vechta^ Verden^ Vilbel, Villach, Villingen, Vilmar, Vische)\ Vorst^ Voss, Vlieland, Voslau; so 2inch in Br etner- varde. Wie /" ist das v auch zu sprechen im Anlaute nieder- deutscher und niederlandischer Worter und so auch in dem vor Familiennamen haufigen van, z. B. oan Beethoven (fm bethbwBn)^

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van den Vondel (fonddl), van der Velde (felddj. Tm Inlaut herrscht Scliwanken zwischen /* iind w, z. B. Sievers wird als Siefers und Siewers gesprochen; indessen itberwiegt w, z. B. Evers, Dove^ Trave. f gilt in Havel ^ Bremerhaven^ Wilhelms- haven, Fiir iv wird entschieden in Hannover (trotz der orts- iiblichen Aussprache); so audi in Hannoveranei\ hannoversch. In Fremdwortern, die in jtingerer Zeit aufgenomnien sind, wird anlautendes und inlautendes v wie w gesprocheii^ z. B. Vasall, Venus^ Villa, Violine, Vokal, Verdikt, November; so auch in David, Eva. Aber f gilt im Auslaut, z. B. Sklav, brav, Vesuv (hingegen Sklaven, braver mit w; aber bi'avst mit f); Genitiv^ Subsia?itiv, Nerv (aber nervos mit w).

§16 w

Fiir den stimmhaften Reibelaut w gilt die gleiche Mundstellung wiV~fiU f: die Enge muC durcli die Oberzahne und die Unterlippe gebildet werden, nicht aber durch beide Lippen, wie es zumeist in Mitteldeutschland tiblich ist. Das w wird gesprochen, wenn die Schreibung ein w zeigt (Wald, Gewehr); soclann fiir die Schreibung v in den unter /' er- wahnten Fallen (§15); endlich in den Lautverbindungen, die qu, schiv, ziv geschrieben werden, z. B. Qual, schwarz, zwei. Man hiite sich davor, bei Aussprache dieser Verbindungen gw, schw, zw in den Fehler einer vokalischen Aussprache des IV zu verfallen oder einen gemurmelten Vokal d einzu- schieben oder ein f zu sprechen, vlI^o: schwarz darf weder wie schuarz, noch wie schdwarz, noch wie schfarz gesprochen werden.

§17 s

Das stiijuJiX^*^ (harte, scharfe) s wird sowohl durch s als auch durch fs, ss (s) dargestellt; fiir die Aussprache macht das keinen Unterschied. Von einer unreinen, sei es einer lispelnden oder einer dem sch sich nahernden Aussprache des s, wie sie vielen Leuten eigen ist, muB besonders gewarnt werden. Auch spreche man die ^-Laute nicht zu matt ein Fehler, zu dem die bairisch-osterreichischen Gebiete neigen.

Siebs, Deutsche Biihnenaussprache 10 Aufl. 10-12 Taiisend 5

6Q

A Deutsche Worter

Das stimmlose s ist zu sprechen

1) im Auslaut, z. B. Hals, Hems, des Schiffes; so audi vor Ableitungssilben, z. B. Hdus-c/ien, Ros-lein (vgl. S. 78).

2) wenn fs oder ss geschrieben wird, z. B. G-rufs, Stofse, Mafse, fJiefsen, Ross, Masse, flussig, iclssen. Gewarnt sei vor stimmhafter Aussprache nach langem Yokal, wie man sie z. B. in Schlesien oft hort (aufer statt aufser).

3) in den Lautverbindungen st und sp, wenn sie nicht im Anlaute-stehen, z. B. rasten, raspeln, Geist,

4) in der Lautverbindung ts, die entweder ts oder z oder tz geschrieben wird, und zwar erscheint es hier verlangert und behaucht, z. B. Zeit, Zahl (tsdet, tscd), vgl. Seite 80, und in ks, das X geschrieben wird, z. B. Rdtsel, ziehen, Schmerz, Witz, schdtzen, Hexe, Axt. Statt des anlautenden z nach /, n darf uicht s gesprochen werden, wie man es wohl in niederdeutschen Mundarten hort: also Salz, Pelz, Kranz nicht fals, pels, krans, sondern falts usw.

5) im Inlaut nach Konsonanten auBer r, I, m, n, also Rdtsel, Erhse, Krebse; aber Halfes, Ban fen, Hirfe, Wamfes.

B Fremdworter

Hier ist es besonders schwierig, die Aussprache des stimmlosen s und stimmhaften f zu regeln, denn manche fremden Worter, die in ihrer Heimat s zfiigen, beiinden sich bei uns in der Einbtirgerung und werden daher bald mit s, bald mit f gesprochen, je nachdem sie weniger oder mehr als deutsch ge- fiihlt werden (vgl. oben Seite 18). Im allgemeinen gelten folgende Kegeln:

1) Im Anlaut vor Vokal ist in franzosischen und italienischen Wortern stimmloses s zu sprechen, wenn ihre fremde Abkunft gefuhlt wird. So ist stimmloses s vorzu- ziehen in Wortern wie^) Saint (Santo, Santa, San), Saison,

1) Die Aussprache dieser Worter ist in phonetischer Schreibung im "WOrterverzeichnisse gegeben.

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Salon, Sa7issouci, sans gene, Sauternes, Seigneur, Seine, Sire, Sou, Souterrain, Souvenir, Souverdn; aber Sauce, Solo, Sou- hrette, Souper, Sergeant, Service, . Serviette, Silhouette mit stimmhaftem f, wenn sie nicht als Fremdworter besonders bezeichnet werden sollen; in zweifelhaften Fallen ist der deutschen Lautgebung Vorschub zu leisten. In englischen Wortern wie Salisbury, Sussex, Suffolk ist s ebenfalls stimmlos. Aber in Wortern aus dem Griechischen, Lateinischen usw. herrscht stimmhaftes f, z. B. Salat, Serenade, Sirene, Subli- mat, Syrien.

2) im Anlaut vor Konsonanten wird stimmloses s gesprochen, z. B. Sforza, Sphdre, Skandal, Skat, skeptisch, Skizze, Sklaven, Slaven, Smaragd; so audi in *S^ = sts, z. B. Scdvola, Scene (Sze?ie), Scepter (Szepter, auch Zepter ge- schrieben), Scipio, (ohscon). Uber st, sp vergleiche § 19.

3) im Inlaut zwischen Yokalen gilt stimmhaftes f, z. B. Fofa, Raifon, Mefalliance. Desgleichen nach r, I, m, n, z. B. Verfion, Perfon, Themfe, expanfiv, Konvulfion; nur ver- einzelte franzosische Worter, in denen die fremde Abkunft geftihlt wird, machen eine Ausnahme, z. B. Marseilles, Versailles.

4) Stimmloses s gilt fiir den A u slant (ahstrus, Boreas); fiir franzosisches p und fiir c vor hellen Vokalen (Fagon, annoncieren. Police); in der Verbindung ts, mag sie nun als c, z Oder t(ion) geschrieben werden, z. B. Cdsar, Citrone, Centrum, Cirkus (die letzteren drei vorwiegend mit Z ge- schrieben), Zirkel, Akzent, Nation, (so auch Czar neben Zar; Bajazzo, Arazzi); ferner in der Verbindung ks, die als x ge- schrieben wird, z. B. Lcxikon, Mexiko (spanisch meckiko).

§18 f

Der stimmhafte Eeibelaut /'ist in deutschen Wortern zu sprecheh:

1) im Anlaut A'or Vokalen (auch nach Vorsilben), z. B. fehen, fingen, fo, hefehen, Gefang; in Endungen wie -fal, -fam wird f behandelt wie anlautendes /", z. B. Schick fal, Lab fal.

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folgfam^ langfam. Man htite sich, das fmit zu starkem Stimm- ton anzusetzen, wie man es z. B. von Slavven hort: Somie=-(d)fond.

2) im Inlaut__zwischen Vokalen sowie zwischen r, Z, w, n einerseits und Vokal anderseits, z. B. Rafen^ Ferfe^ Hulfe^ emfig^ iviiifeln.

Fiir Fremdworter gelten die in § 17 gegebenen Be- stimmungen. Ferner gilt die Kegel, daB franzosisches z als f zu sprechen ist, z. B. Bazaine; audi Bazar (bafdr). So auch in Mazurka (niafurka).

§ 19 sch = s

Das sch = $ ist keine Lautverbindung, sondern ein ein- heitlicher stimmloser Keibelaut. Somit ist die Aussprache eines s mit folgendem ch^ wie sie in Westfalen und in ost- friesischen Gegenden vorkommt, durchaus zu verwerfen. Auch htite man sich, das sch mit jener breiten Mundstellung zu sprechen, wie man sie beim ch in ich einnimmt; vielmehr achte man auf geniigende Lippenrundung, wie sie sich am leichtesten in der Umgebung von w-Lauten einstellt (uschu), damit sich das s nicht zu sehr den 5-Lauten nahere. Be- sonders auch sei vor der in jiidischen Kreisen oft zu horenden Aussprache des s gewarnt: sie klingt ahnlich einem f, das man ohne Beteiligung der Unterlippe zu bilden sucht.

A Deutsche Worter

Das s wird gesprochen,

1) wenn sch geschrieben wird, z. B. schaden, Asche, rascheht. s mit folgendem ch gilt nur in Diminutivformen wie Hdns-chen^ Mdus-chen usw.

2) fiir 8 in den anlautenden Lautverbindungen sp, st, z. B. spielen, sp^echen^ ^techen^ Staat; so auch nach Vorsilben und in der Zusammensetzung, z. B. ge-Stehen^ Feldsteine. In dieser Aussprache sind alle deutschen Buhnen einig, und die nordwestdeutsche Aussprache spy st ist als mund- artliche Eigenart auf der Biihne durchaus zu vermeiden. Aber im Inlaut und Auslaut gilt sp^ st, z. B. haspeln, Espe, rasten, Last. Die in allemannischen und zum Teil auch in

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osterreichischen Gegenden (vor allem in Tirol) vorkommende Aussprache Espe^ rasten, Geist ist als mundartlich zu ver- werfen; nattirlich auch anders, Vers, Kommers.

Die deutschen Namen richten sich ebenfalls nacli diesen Regeln, z. B. Steiermark, Stolberg^ Strdlsuiid sind mit an- lautendem st zu sprechen; so auch Stade (trotz der ortstiblichen Aussprache Stade).

B Fremdworter

1) Anlautendes 6^^ st ist in vielen Wortern, wenn sie nicht als fremd empfunden werden, wie sp, st zu sprechen, z. B. in Spalie)\ Spanien^ spazieren^ Spezies (speziell, speziflscK) Spektakel^ spekulteren, spedieren, Spezerei, Spinat^ Spjnett , Spion, Spirdldj Spiritus, Spitdl, Sport, Standdrte, Station, Statistik, Stattp (aber franzosisch statu mit st), Statuten, Sttl, stilistisch, stipidieren, Stolgehuhren, Stramtn, strangulieren, Strapdze, Strategie^ Streik, Strelitz, strikt, Strophd, Struktur, Strychnin^ Stuck, Student (studieren). Aber fiir sp, st, wird entschieden in Spaa, Spektabilitdt, Speech (spits), Spernia, Spleen^ (splin) , splendid , Spongien , Sponsion , spontdn , sporddisch , Sputum; stabil, staccdto^ stagnieren. Star, Steamer (stimar) Stenographie, Stereometrie , Stereoskop, steril, Stethoskop, stig- mdtisch, Stilett, stimulieren, Stock iometrie, Stola, Stomatoskop, Stracchmg, Stradella, stringent, Strdntium, Stuart, Steward, {studrd). Stucco,

2) Inlautendes und auslautendes sp, st ist durch- gehends als s-p, s-t, (nicht als sp, st) zu sprechen, und zwar im Gegensatz zu deutschen Wortern auch nach Vorsilben und in der Zusammensetzung, also Aerostatik (sprich aerostdtik), Beefsteak sprich hifstek (nicht hifstek) , Ahstinenz, abstrdkt, abstrus, Respekt (nicht Re-spekt), Restaurant (restord), Apostel, konstruieren; so auch Konstanz (trotz der ortstiblichen Aus- sprache mit st).

3) sch ist zu sprechen fur ch in franzosischen Wortern, z. B. Chaine, Chaise, chatnois, Champagner, Champigjion, changieren (sdn(a), sdfd, sdmoa, sampdnjer, sdpinjo, sdfirdn),

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siehe § 21, so auch mit franzosischer Aussprache Don Quixote = dokisot; ftir sh in englischen Wortern, z. B, Shawl (ml), Shernj (serl), Shakespeare (seksplr), und in Slips (das besser Schlips geschrieben wird); fur italienisches sc vor i oder e, z. B. Bresc(i)a.

4) sch liegt vor in der Lautverbindung tsch, die in fremden Wortern auf folgende Weise geschrieben wird: im Englischen als ch^ z. B. Check (deutsch zumeist Scheck geschrieben), Chaucer, Churchill, Chester (tsek und sek, tmsdr, tsortsil, tsestdr); im Spanischen ch z. B. Echegaray, Chacona, Chinchilla (etsegardi, tsakona, tsintsiV (j)a Stadt); im Italienischen c oder cc vor e und i, z. B. Dolci (doltsi Name eines Malers), dolce {doltse suB), Cinquecento (tsinkwetsento), Boccacc(i)o = bokdts(i)o (das i wird in dieser Verbindung vor Vokalen nur ganz schwach gesprochen).

§ 20 f

Der dem stimmlosen sch = s entsprechende einheitliche stimmhafte Eeibelaut /' (weich zu sprechen) kommt in deutschen Wortern nicht vor; jedoch wird das fin Fremd- wortern gesprochen

1) fur franzosisches j, fiir g vor den hellen Vokalen e oder ^, fiir ge vor dunklen Vokalen, z. B. Jalousie, Jour, Jules (falufi, fur, fUl), so auch Jean (fa); in Don Juan (sprich dofua), falls es appellativ gefuhlt wird, z. B. er ist ein Don Juan, jedoch fiir den historischen Namen sowie fur den Helden der Oper gilt die Aussprache don jtian; generos (fenerds), Genie (fent) [aber g wird gesprochen in latainischen Worten, z. B. genial = genial. Genus = genus], genieren (fentran), Gendarm (fdddrm), Gelee (fele), George (for/), Gigue (fig(d))^ Gilet (fi/f1). Gage (gdfd), Apanage (apandfd). Budget (bildff), changieren (mftrm), Flageolet (flafolet). Regie (reft), Regisseur (refisOr aber lateinisch regieren = regiran), Sergeant (ferfdnt). Die franzCsische Aussprache gilt in Jury (== ftlri) sowie (trotz der italienischen Aussprache) in Giro, Agio, Adagio (ftro, dfio, addfio).

2) in der Lautverbindung df, im Englischen geschrieben als j (Jockey = dfokc) oder als g vor hellen Vokalen (Gin,

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Gentleman = d fin, dfmtlman); im Italienischen geschrieben als g, gg vor hellen Vokaleii, z. B. Angela (sprich A'ndfelo, nicht A'f]felp), BellaggQ)o = belddf(l)o^ Arpegg(i)o = arpedf(i)g^ Lago ■m.agg(i)ore = mad/ore, Gianettino == dfanetlno (mit c//', nicht mit /).

In alien diesen Fallen liiite man sich, den stimmlosen deutschen ^c/^-Laut zu sprechen.

§ 21 ch und ch

Die in der deutschen Eechtschreibung iibliche Buch- stabenverbindung ch hezeichnet nicht etwa eine Lautver- bindung, sondern gilt fiir zwei ganz vers chie dene ein- heitliche Lante: erstens fiir den stimmlosen palatalen Eeibelaut, wie er in ich gesprochen wird (wir bezeichnen ihn durch ch): zweitens fiir den stimmlosen gutturalen Keibelaut, wie er in ach gesprochen wird (wir bezeichnen ihn durch eh).

A Deutsche Worter

I. Der /tVi-Laut ch darf nicht durch den ac^-Laut ch ersetzt werden, wie es in niederdeutschen Gegenden des Nord- westens vorkommt (also mancher und nicht mancher, Hdus-chen imd nicht Hduschen); auch hute man sich vor dem zwischen ch und ch. liegenden sogenannten „mittleren" c/«, sowie vor der Annaherung an den sch-Lsint, wie sie namentlich in ungebildeten jiidischen Kreisen und in gewissen rheinischen Mundarten haufig ist, z. B. isch, misch statt ich, mich, Der zeA-Laut ch wird gesprochen,

1) wenn die Schreibung ch zeigt, nach a, e^ -J^ o, w, ai,

<?/, rtw, eu, nach /, r, n und in der Endung -chen z. B. Gesprcich , spreche , sechzehn , sechzig , ich , Rettich , Locher, Spriiche, Laich, Eiche, Bduche^ euch, Molch, Pferch\ Storch^ ma?ich^ Mdus-chen^ Fraiichen; uber ndchst^ hochst vgl. S. 72.

2) in der Endung -ig im SilbenschluB sowie vor Kon- sonanten, z. B. ewig, Konigs, befriedigt , freudigste (ewich^ KSnir^s usw.), ausgenommen vor der Endung

1

^ lA^ ^

"lich (z. B. koniglidi) und in dem Worte Konigreichy denn hier wird VerschluBlaut gesprochen (kmiiklich, kdnikraech, vgl. § 25 A IV, 2 Seite 82). 11. Der acA-Laut ch wird gesprochen,

wenn die Schreibung ch zeigt, nach a, o, w, «w, z. B. Bach, Loch, hoch, Buch, Bauch.

Beachtenswert ist, daB die Yerbindung chs wie ks ge- sprochen wird, z. B. Dachs, wdchst, Flechse, seeks, wichsen, Ochs, Wuchs, DeichseL Das gilt aber nicht ftir die Formen, in denen ch und s erst spat durch Ausfall eines Vokals zu- sammengetreten sind, z. B. wachst flir wachest, Bauchs ftir Bauches, weichste fur weicheste, ndchst, hochst (sprich tvachst, haochsy icaerhstd, ndchst, hochst).

B Fremdworter (und Nam en)

Fiir den In- und Au slant gelten im allgemeinen dieselben Regeln wie bei den deutschen Wortern, z. B. ch in Alchimie, Archont, Ichtkyosduncs gegeniiber ch in Acheron, Hypochonder, Machination, Ochlokmtie; einfacher ac7i-Laut wird ftir cch in Bacchus, Gracchen gesprochen (bach us, grachdn). Sonst aber sind, besonders fiir den Anlaut folgende Punkte bemerkenswert :

1) ch wird wie sch gesprochen in alien franzosischen Wortformen ^), z. B. im Anlaut in Chahlis, Chagrin, Chaine, Chaise, Chamade, Chamhoiin, Chamhregarnie (ajitichambrieren) , Chamisso, chamois, Champagner, Champignon, Chance, chan- gieren, Chansonette, Chapeau, Charge, chargieren, Charite, Charivari, Charlatan, Charlotte, Charles (audi, englisch, mit ts), charinant, Charpie, Chassepot, Chasseur, Chateau, Chaudeau, Chaussee, Chauvinist, Chef, Chemisette, Chenille, Chevalier, chevaleresk, Chevaulegers , Chicane, Chiff're, Chignon, Chimdre, wenn es „Wahngebilde, Einbildung" bedeutet (mit (h, wenn es ,das Fabeltier meint), Chinois, chokieren, Chokolade, Chose; so auch im Inlaut, z. B. cachieren. Fichu, Recherchen,

2) ch wird wie tsch gesprochen in englisch en Wortern

1) die genauere Aussprache ist in phonetischer Schreibung ini Worterverzoichnisse gegeben.

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wie Chamberlain, Chech (gesprochen tsek und sek, vgl. S. 70) Champion, chartern, Chester, Churchill, Manchester, Richmond usw. Ebenso in spanischer Aussprache in Chile, Chimborasso, Echegaray u. a. m. vgl. § 19 B 4.

3) ch wird wie k gesprochen im Anlaute folgender Worter : Chalceclon, (Stein, aber Chalceclon, mit ch, heiCt die Stadt), Chaldda, Chamdleon, 'Chan, Chaos, Chardkter (Charaktere), Charitinnen, Charon, Charybdis, Chemnitz, Cherubin (Page im „Figaro"), Cherubini, Chiavenna, Chladni, Chlodwig, Chloe, Chlor, Cholera, cholcrisch, Chor (Chore), Choral, Choreographic, Chrestomathie, Christ, Christian, Chrom, chromdtisch Chronik, Chronologie, Chrysam, Chrysanthemum, Chrysolith, Chrysopras-^ Chatten, Chur; inlauteud in Melancholie, melancholisch, Orchester usw. So audi in Peti^cchio (petrukig ; besser Petmccio = petruts{i)o). Hierher gehoren in erster Linie die italien is ch en Worter und alle die Formen, die mit chl und chr anlauten.

4) ch wird wie ch gesprochen im Anlaute der meisten griechischen Worter (nur wenn dem ch ein dunkler Vokal, I Oder r folgt, gilt in den gebrauchlicheren Wortern k (sieh oben), z. B. Chalcedon, Chalkotypie, Chelidin, Chemie, Cher- sonnes, Chimdre (Fabeltier, sonst s), Chios, Chirograph, Chirurgie, Choliamben, Chorographie, Chrie, chthonisch. Sodann in ger- manischen Namen wie Cherusker, Childerich, Chilperich (vor I in Chlodwig gilt k), Ferner in slawischen Namen wie Charkow (chdrkow), Cherson; endlich in orientalischen Formen wie C^m<6 Cherubim, Cheops, Chephren, China, Chinese, Chinin. Wie ch wird auch das X in Ximme gesprochen.

§ 22 j

Der dem stimmlosen ch entsprechende stimmhafte pala- tale Keibelaut isty. Dasy soil nicht als Halbvokal? gesprochen werden (nicht^ P^ng); undersells aber hute man sich, bei zu starker Ausatmung dem j einen c?-Laut vorzuschlagen, wie es in Mundarten (z. B. in der Gegend von Bremen) vorkommt; ferner darf beim j der Stimmton nicht vernachlassigt werden, daB es (wie z. B. in sachsischen Dialekten) einem ch ahnlich

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wird. Auch hute man sich vor der Annaherung an den Ver- schluClaut (j^ wie sie in niederrheinischen Gegenden (z. B. in Aachen) liblich ist.

A Deutsche Worter

Das j ist zu sprechen fiir anlautendes y, z. B. ja, jener jung. Im Inlaute ist es nicht tiblich. ^ Streng zu scheiden von diesem Eeibelaiite j ist das sogenannte konsonantisclie /, das einem kurzen geschlossenen / nahekommt. Dieses wird gesprochen ftir g in Formen wie ew'ge^ blut^ge (eivia, bla/ia), vgl. Seite 82.

B Fremdworter

Man htlte sich, in Fremdwortern das kurze geschlossene i vor Vokalen als j ausziisprechen : also Natmi^ Famille, Peter- silie, Aktien darf nicht wie Natsjon (vor allem ist vor der Silbentrennung na-tsj6n zu warnen), Famtlja^ Peterftlja^ Aktsjdn klingen; eher darf hier konsonantisches I gesprochen werdec

Das j wird mit seinem deutschen Lautwerte gesprochen (iiber andere Aussprachen des Zeichens j siehe § 20):

1) in lateinischen und hebraischen Wortern mit y, z. B. Justus^ Januar, Juni^ Juli, Jereniias, Jesus, Jciphet, Jerusalem, Joppe. Griechische Worter kennen kein j, sond em nur i daher gilt ionisch, lonier und mchi jonisch, Jonier; in Jason isty tiblich, ebenso im Inlaut, z. B. Plejaden, Ajas (lateinisch Ajax),

2) in verschiedenen (namentlich in englischen) Wortern, wo y geschrieben wird, z. B. Yankee (jchki), York, Yam, Yacht (deutsch Jacht), Yucatan; ferner steckt j in franzosischem in- lautenden 3/, z. B. Royalist, loyal, ennuyieren (rgajalist, loajdl, annjtrdn), sowie in' englischem anlautenden langen u, z. B. TJnited States (jiindctad stets).

3) in mouillierten /- und ?2-Lauten, z. B. franzosisch Billard, Feuilleton, Bastille, Eati de Cologne, Champagner, Bretagne, Lorgnette (bil'jard, foVjdto, bastil'p, o da kglonjd, Sampdnjar, bretdnjd, lornjetd). Obschon hier im Franzosischen nicht eigent- lich Ij, nj gesprochen wird, ist es im Deutschen tiblich; jedock erscheint das /', n mit dem y-Laute verschmolzen: man erreicht das am besten, indem man schon beim Einsatze des I', n die

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Mundstellung des j einzunelimen sucht. Audi in spanischen und italienischen Wortern komraen Mouillierungen vor, z. B. Sevilla, Guerilla, Espana^ Coruna, Maranon; Foligno, Bologna, Azeglio (sewil'ja, geril'Ja, espdn'ja, korun'ja:, maran'jon, folin'jg, hoUnja; afel'h), Sieh unter I und n §§11, 13.

. X

III Verschlusslaute Allgemeine Vorbemerkungen

Die VerschluBlaute bestehen aus drei Teilen: VerschluB, Pause und Losung des Verschlusses; so werden beim p zu- naclist die beiden Lippen geschlossen, dann tritt eine Pause ein, dann werden die Lippen geoffnet und der bisher zuriick- gehaltene Luftstrom hinausgelassen. Der Losung des Ver- schlusses folgt beim norddeutschen p ein Hauch dieselbe Wirkung erreicht der Osterreicher in Fallen wie h'huet^ h'haUen ftir bekiite, hehalten, Ebenso ist es beim t und h; aber der Haucli fehlt beim b^ d, g.

Vor allem jedoch ergibt sich ein Unterschied der Ver- schluBlaute dadurch, ob sie rait oder ohne Stimmton ge- sprochen werden: man kann es leicht feststellen, indem man sich die Ohren zuhalt und dann bald (norddeutsches) b(a)^ bald p(a) spricht. Stimmlos sind p, % k; stimmhaft b, d, g.

Fernerhin fallt ins Gewicht, daC beim p namentlich gegen das Ende hin die Lippen starker auf einander ge- prefit werden als beim b: dalier ersch^t p starker als b; ebenso t^ k starker als d, g. Endlich sind beim p die Lippen starker gespannt als beim b: sprechen wir erst p und dann b, so fiihlen wir deutlich die Spannung der Lippenmuskeln nachlassen, vgl. Seite 27.

Ftir die Biihnenaussprache der VerschluBlaute gelten nun folgende allgemeine Eegeln:

1. Alle p, t^ k, sind gehaucht zu sprechen, wie es in Nieder-

deutschland iiblich ist, z. B. F'at'e, t'app'en, K'ett'e,

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Rcit\ Dreck'. Vor den ungehauchten (oder zu matten) p^ t, k, wie sie das iibrige Deutschland (und auch das Fran- zosische) hat, ist zu warnen ; ganz besonders in den Laut- verbindungen pl^ pr (p'latzen, P'rackt), tr (T'reue), kl, kr (K'leider, K'ragen). Freilich darf der Hauch nicht allzu stark sein, so daB sich ein Eeibungsgerausch ein- stellt; eine solche Warnung aber wird nur fiir gewisse niederdeutsche Gebiete, z. B. ftir holsteinische, mecklen- burgische und pommersche Mundarten notig sein.

Betreffs der Behauchung ist indessen eine Ein- schrankung zu machen. Beim Zusammentreffen aus lautender VerscliluBlaute mit gleichartigen YerschluBlauten im Anlaut der folgenden Silbe oder des folgenden Wortes ist nicht etwa in der Mitte zu explodieren (d. h. der Verschlufi zu losen) und zu behauchen, also er ist tot, abputzen, wegkommt ist nicht etwa wie er isf fdt\ dp'- p'utsdn^ wek'-Komt zu sprechen; vielmehr ist die VerschluB- stellung fiir die Gesamtdauer der beiden Laute einzu- halten, und zwar ist die erste Halfte im Atem zur voraus- gehenden, die zweite Halfte im Atem zur folgenden Silbe zu Ziehen (vgl. oben Seite 59). Ist der zweite, anlautende Konsonant an sich stimmhaft (z. B. hist du^ db-bitten, weg-geJm nicht etwa hist' du, dp*-bitdn^ wek*~gen)^ so ist die Stimme (oder der sogenannte Blahlaut) zu Beginn der zweiten Silbe einzusetzen. Auch wenn auslautende Ver- schluBlaute mit sonstigen anlautenden Konsonanten zu- sammentreffen, wird der Luftstrom erst ausgeatmet, nachdem die Stellung des anlautenden Konsonanten eingenommen ist. Besonders stark macht sich das beim Zusammentreffen homorganer Laute geltend, z. B. abfahren^ abwinken, ah- machen, sattsam, fortnehmen, fortschaffen nicht etwa dp^-fardn^ dp'-wi)]kdn^ dp'-machdn, fdt'-fam, fort^-nemdn, f6H*-safdn, sondern dp-faran, dp-wiykdn, fdt-fam usw.; ebenso oh man, gut fein, hist schon, spat nachts. Aber auch beim "Zusammentreffen and ere r Konsonanten unter- bleibt oft die Behauchung des ersten, und seine Explosion

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erscheint geschwacht, z. B. in Schleppnetz, absetzen, (mit dem) Stock schlagen. Anlautende stimmhafte Konsonanten diirfen in solchen Fallen nicht ganz den Stimmton verlieren: z. B. matt setzen^ entsetzlich^ ist geniert ist mdtfetsdn^ entfetslich^ ist fenfrt zu sprechen (nicht etwa mat setsen, entsetslich^ ist sentrt).

2. Alle 6, c?, g im Silbenanlaut sind mit Stimmton zu sprechen, wie das Niederdeutsche sie kennt (ahnlich wie im Italienischen), und wie sie sich am leichtesten nach Nasalen (ImbiJ^ andd)\ Bengdhn) einstellen ; zu warnen ist vor der stimmlosen Aussprache, wie sie zumeist im tibrigen Deutschland herrscht. Vor allem aber htite man sich, statt des g einen Reibelaut (/', ch oder g^ zu sprechen, wie es in Mittel- und Mederdeutschland die herrschende Aussprache ist: also Siege, legen^ Berge ist nicht fljd^ lejan, herjd oder gar fichd^ lechdn^ bercha, oder beri^d (bo^dn, to'uQdn, mit stimmhaftem ck) zu sprechen, sondern fjgd, legan, bergd.

3. AJle 6, c?, g im Silbenauslaut und vor Konsonant derselben Silbe sind ohne Stimmton zu sprechen.

Unmittelbar nach kurzem Vokal stehendes b wird genau so gesprochen wie p^ pp, also ob, ab, Abt, Reb-huhn, wie hopp^ klappt, Schlepptau; ahnlich g in weg (sprich wek') und Grog (grok'). Dieser Falle sind so weiiige, daB MiBverstandnisse leicht zu vermeiden sind.

Stehen aber silbenauslautende 6, c?, g nach Ian gem Vokal oder nach r, Z, n, so sind sie nicht ohne weiteres den p, t^ k gleichzusetzen. Worin besteht nun der Unterschied dieser auslautenden stimmlosen b, d, g, die wir als b, d, g bezeichnen, von den p, t, kf Beim Ubergange von den mit Stimme gesprochenen Vokalen zu den stimmlosen p, t, k muB ja an irgend einer Stelle die Stimme aufhoren. Daher wird tatsachlich in Rat^ BUd zwischen dem a, u und dem t eine kleine Pause gemacht. Anders liegt die Sache beim auslautenden d in Rad,, Sad. Der Unterschied des auslautenden h, (/, g nach Ian gem Vokal (Grab, Rad, Tag) und des auslautenden ji?, t^ k nach Ian gem Vokal

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besteht darin, daC vor />, (/, g niclit so deutlich jene Pause stattfindet, wie vor p, t, k. Die Bindung des Vokals mit dem VerschluBlaute ist eine andere. Beim auslautenden p, t, k ist der Einsatz und der Absatz stark; beim auslautenden /;, r/, g nach langem Vokal ist der Einsatz schwach, der Absatz stark. Oder, um es praktisch durch die Aussprache des Vokals festzustellen: in Gi-ab, grub, Bad, Brod, Tag, Sieg, lehst, wagt spricht man den Vokal decrescendo, laBtihn langsam verklingen und setzt dann erst das p, t, k ein; ein solches lang- sames Decrescendo liegt aber in Satrap, Rat, rot, Spuk, spukt nicht vor. Ebenso muC auch das r, I, n in herb, Korb, Mord, halb, Wald, Balg, fand langsam verklingen, nicht aber in halt, Kalk, hart, Schwert, Werk, Fant. Naheres (iber die Aussprache des g wird in § 25 gegeben.

Erscheint silbeschlieBendes h, d, g vor stimmhaft anlautenden Endungen wie -lich, -lein, -ling, -nis oder -bar, -fam, -fal, -fel, so ist das h, d, g, maBig zu ver- harten, aber. keineswegs behaucht zu sprechen, wie sonst im Auslaut; auBerdem ist darauf zu achten, daB der Anlaut der Folgesilbe tunlichst stimmhaft gesprochen werde: also lieh-lich ist nicht etwa mit Behauchung lip'-lich zu sprechen, und nicht etwa mit stimmlosem /, vgl. S. 61. Man hiite sich vor der Silbenti'ennung lie-Mich (die so wenig berechtigt ist, als wenn man Hdu-flein, scheu-Jlich oder Fri-schling sprechen wollte). So auch glauh-lich, sterb-lich, Kndh-lein, Lieh-ling, Lah-fdl, Uberbleib-fel, unlieb-fam, Betriib-7iis; schdd-lich, nied-Uch, kind-lich, mund-lich, Rdd-lein, Schdd- ling. Find-ling; mog-lich, folg-lich, genug-fam, folgfdm, Krug-lein, Feig-ling, Wag-nis usw. (auslautendes 7ig der ersten Silbe wird nattirlich wie ij gesprochen, z. B. Idt]- [am, nicht etwa Idtjkfam; so auch Gefdrj-nvi, verfdtj-lich, Jiirj-Ung, fd^j-bar, Drdrj-fal). Ahnlich sind die Namen Lei()-nitz, Reud-nitz zu beurteilen.

In einer Anzahl von Wortformen stoBt silbenanlautendes stimmhaftes b, d, g durch Ausfall (Apostrophierung) eines

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folgenden e mit n, I, r zusammeD, z. B. eb(e)tien, iib(e)lei% gold(e)ne, Wag(e)ner, hand(e)le, Wand(e)rer; das hat hier ' und da zu anderer Silbentrennung und mundartlich auch bisweilen zu stimmloser Aussprache des dann in den Silben- auslaiit getretenen 6, c?, g gefiUirt (man hort in nieder- deutsclien Gegenden z. B. Wagandr neben Wach-nar), In der Buhnenaussi)rache wird in der Kegel das Z>, c?, g zum Teil nnter dem Einflusse verwandter Formen zur zweiten -Silbe gezogen; jedenfalls gilt stets die stimm- hafte Aussprache, z. B. ird(e)ne^ BiJdner^ Redner (vgl. bilden, rede?i), Ordnung (alter Ordeming); icandle^ tdndJe^ edie, Adler (alter AdeJer)); schlendre, andre^ tvundre; segiien^ regnen (vgl. Segen^ Regen)^ letigneti, ereignen, Bogner; so auch in Namen wie Rahiier^ Spindler^ Fnedrich, P6gnei\ Pegnitz. Bisweilen tritt diese veranderte Silben- trennung auch in Fremdwortern ein, z. B. Ahlativ, Oblate^ vgl. Agnus, Dignitdt, Dogma usw. § 14.

§ 23 p und b

Der bilabiale stimmlose VerschluBlaut p ist stets gehaucht zu sprechen, z. B. P'aar. Kapp'en, knapp% schlepp'sf^ ptageii^ j/rahlen. Folgt dem p der Keibelaut /*, so wird das groCere Luftquantum auf diesen (ibertragen, so daB das f vor folgendem Yokal verlangert und behaucht erscheint, z. B. Pferd, Pf'ahl. Bei dem bilabialen stimmhaften VerschluBlaute b ist auf die Mitwirkung der Stimme zu achten: freilich darf anlautendes b nicht mit allzu starkem Stimmtone eingesetzt werden, wie man es z. B. von Slawen hort. I. Gehauchtes stimmloses p ist zu sprechen,

1) wo p Oder })p geschrieben wird, z. B. Paar, knapp, platt; man achte auf stimmlose gehauchte Aussprache des p besonders nach m, z. B. Lumpen^ Rampe.

2) wo b nach kurzem Yokal steht, sei es im Silbenauslaut oder vor Konsonant, z. B. ab, ob, drob, Reb/iuhn, AM,'

II. Stimmhaftes b ist zu sprechen, wo 6 im Silbenanlaut

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erscheint, z. B. Bdi\ Blei, hringen^ Ra-he^ Lie-he^ El-he; fiir bh^ z. B. in Robhe^ Ebhe; man htite sich, die Nebensilbe -bdn in einem m aufgehen zu lassen; lie-hen nicht lie-m usw. III. Wenn aber b inlautend nach langem Vokal erscheint, sei es im Silbenauslaut oder vor Konsonant, oder nach kurzem Vokal + i\ Z, so ist ein schwach eingesetztes, aber stark abgesetztes und gehauchtes p zu sprechen. Das erreicht man, indem man den Vokal (oder das ?•, /) decrescendo spricht, d. h. langsam verklingen laBt, z-. B. Grah^ gohst, Dieh^ glhst^ gehabt^ Obst, herb, halb, tJber die unbe- hauchte Aussprache des b in lieb-lich, leib-lich, Kndb-lein usw. v^gl. Seite 78.

§ 24 t und d

Der dentale stimmlose VerschluBlaut t ist stets gehaucht zu sprechen, z. B. fasten, rett'en, matt\ rat'en, Rat*. Folgt dem t der Eeibelaut s, so wird das groBere Luft- quantum auf diesen tibertragen, so daB s vor folgendem Vokal verlangert und behaucht erscheint, z. B. Zeit, Zahl = t8det\ tsaL Bei dem dentalen stimmhaften VerschluBlaute d ist auf die Mitwirkung der Stimme zu achten: freilich darf anlautendes d nicht mit allzustarkem Stimmtone eingesetzt werden, wie man es z. B. von Slawen hort. I. Gehauchtes stimmloses t ist zu sprechen,

1) wo ^ (th) oder tt (dt) geschrieben wird, z. B. t'eilen, fun, Th'ron, Tk'eafer, freu, Ratfe, St'adf.

2) wo t in der Lautverbindung ts (geschrieben z, tz) ent- halten ist, z. B. Zakl, setzen, 'Sitz. So auch in fremden Wortern, wenn c als ts gesprochen wird, z. B. Cdsar, Ceylon; tiber tsch ts siehe § 19 B.

II. Stimmhaftes d ist zu sprechen, wenn d im Silbenanlaut erscheint, z. B. da, du, drei, Rede; ftir dd, z. B. Widder, Edda.

III. Wenn d inlautend nach langem Vokal erscheint, sei es im Silbenauslaut oder vor Consonant, oder nach kurzem Vokal + r, /, n, so ist ein schwach eingesetztes, aber

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stark abgesetztes und gehauchtes t zu sprechen. Das er- reicht man, indem man den Vokal (oder das ;•, Z, n) decrescendo spricht, ihn langsam verklingen laBt, z. B. Rad^ schie(/, ward, bald, Pfand, tJber die unbehauchte Aussprache des d in schdd-lich, unermud-lich, RdcUlein usw. vgl. Seite 78.

In Fremdwortern erscheint ddh in Buddha sprich bud(d)a', ilber df sieh § 20; d ist nicht stumm in Billard, Hazard (bil'QJard, hafdrd), wohl aber in Boulevard (bubwar), das franzosisch auszusprechen ist, vgl. § 1 Seite 38.

§ 25 k und g

Der gutturale stimmlose VerschluBlaut h ist stets gehaucht zu sprechen, z. B. K'ind, Ack'er, Lak'm, Dreck\ Spuk'; bei dem gutturalen stimmhaften VerschluBlaute g ist auf die Mitwirkung der Stimme zu achten; frei- lich darf anlautendes </ nicht mit allzustarkem Stimmtone ein- gesetzt werden, wie man es z. B. von Slawen hort. I. Gehauchtes stimmloses k ist zu sprechen,

wo k Oder ck geschrieben wird, ferner in der Verbindung ks (geschrieben auch chs oder .x) und in der Verbindung kw (geschrieben qu), z. B. Vommen, leck'en, Hak'en, Sack\ sckrak', seeks, wachsen, Hexe, qudlen, vgl. chs § 21, kw § 16; ferner filr silbenauslautendes g nach kurzem Vokal in den Wortern weg (wek'), Magdeburg (mdUddburg) und Grog (grok'), II. Stimmhaftes g ist zu sprechen, wenn g im Silbenanlaut erscheint, z. B. geben, Magen, grab, gleich, Tage, Siege, Konige; im gg, z. B. in Egge, Flagge, Dogge, log gen, Brugge (Stadt). Vor der Aussprache des inlautenden g als Eeibelaut ist auf Seite 77 gewarnt worden. III. Wenn g nach langem Vokal erscheint, sei es im Silben- auslaute oder vor Konsonant, oder nach kurzem Vokal + r, I, so ist ein schwach eingesetztes, aber stark abge- setztes und gehauchtes k zu sprechen. Das erreicht man, indem man den Vokal (oder das r, T) decrescendo spricht.

Si ebs, Deutsche Biihtienausspraclie 10 Aufl. 10— 12 Tausend 6

8-2

ihn langsam verklingen laCt, z. B. Schlag, schldgst, Sieg^ Weg^ siegst, Jdgd, Magd^ beugst^ arg^ Berg, Balg, Uber die unbehauchte Aussprache des g in mog-lich^ klilg-lich, Feig-luj vgl. Seite 78.

Man hiite sich, Schlcig, Tag wie Schlack, Tack zu sprechen hierzu neigen besonders die Schlesier; auch die allzu schwache Aussprache des auslautenden g nacli langen Yokalen, wie sie in siiddeutschen Gegenden iiblich ist, muB verraieden werden. Vor allem aber beachte man daC keine Eeibelaute (ch, oder ch) gesprochen werden diirfen: nicht Tack oder Tach, Triich, Siech, flock; sonst entsteht jener haCliche, leider selbst auf guten Biihnen im ernsten Drama vorkommende Zwiespalt, wie er auf Seite 4 geriigt worden ist. IV. Fiir die Endung -ig gelten besondere Bestimmungen :

1) vor Vokal wird das g, weil es im Silbenanlaut steht, nach 11 als VerschluBlaut gesprochen, z. B. freudige^ ewiges^ Konigen,

2) im Silbenschlusse und vor Konsonant wird die Neben- silbe -ig wie -ick (in Krani6k) gesprochen, z. B. Konig = KOnick, Honig = honich, eivig = cwick^ freudig = frog- dick; Essig (essich); Ewigkeit, Honigkuche7i (ewichkaet, konichkuchdn); so auch -igst^ -igt (beleidtgt, freudigste, he-erdigt) wie -ichsi^ ickt in freundlichst ^ Kekricht^ Hingegen wird die Aussprache des -ig als -i6h ver- mieden, wenn ein zweites -6h folgt, z. B. vor der Endung -lich (ewiglich, mdnniglich, klmiglich sprich ewiklick usw.) -sowie in dem Worte Kdnigreich( sprich kSnikraedk); vgl. § 21 A I 2 Seite 72.

3) Bei Apostrophierung des i (z.B. in ew^ge, schafge^ moos' ge^ trotz''ge^ huscJi^ge^ anriich^ge^ gehor^ge, seVge, btum^ge^ seJui'ge^ zugdng'^ge^ iipp'ge^ schdb'^ge^ blufge, freud'ge^ zack^je^ zug\je^ schnee'ge) ist nicht g zu sprechen: dieses wiirde namentlich im Affekt leicht zu stimmloser Aussprache (ifke statt ew'gd) fuhren. Falls es nicht angeht, den ausgefallenen Vokal / leicht durch-

83

klingen zu lassen, ist hier ein sogenanntes konso-

nantisches / zu sprechen, d. h. ein ^, das keine be-

sondere Silbe bildet, z. B. cwij, felh^ bliith; vgl. S. 74.

V. ng im Auslaute iind vor Konsonant darf nicht mit A--SchluB

gesprochen werden: also Ding^ Jungfrau^ rings wie diri^

juilfrao^ ru]s und nicht wie dhjk^ jmjkfrao^ rifjks. Vor

schwachem d ist ng wie v und nicht wie vg zu sprechen:

Engel, Finger wie efjdl, fimr und nicht wie etj-gdJ., ftt^-gdr,

Vgl. § 14 il Seite 63.

Ftir Fremdworter gilt, daC c vor «, o, u und vor Kon- sonanten als k gesprochen wird, z. B. Cafe (kafe) vgl. S. 44, Cognak (konjak)^ Cousin (kufe)^ Accord Akkord (akord), acqui- rieren akquirieren (akwirfrdn) ; ebenso qu in franzosischen Wortern, z. B. Queue^ Enquete sprich M, akdtd (aber kw in lateinisch Quadrat^ Quartdl); liber ch = k sieh § 21. ^w. und ^A in romanischen Wortern gelten vor hellen Vokalen zumeist als g, z. B. Guide J Guillotinf^ G(u)irlande, G(u)iiarre^ Guinee^ Guinea, Guerilla, Guipure, Gkieridon, Ghibellineii, Ghiherti, Ghetto (gido, gil'(j)otmd, girldndd, gitdi'd^ yP^^-, ^?wea, geriV(j)a, gipfir, gerido, gibelmdn, giberti, geto). Stimmhafter VerschluB- laut g und nicht etwa tj gilt im Wortinnern in Fallen wie Agnes, Dogma, u. s. w. vgl. § 14 II Seite 63.

D Einwirkung der Laute verschiedener Worte aufeinander

In phonetischem Sinne ist nicht das Wort, sondern der Satz das einheitliche Gebilde der Eede. Wir sprechen nicht in Wortern, sondern in Satzen, und so ist in der Mundart und in der Umgangssprache die Einwirkung benachbarter Worte aufeinander sehr stark. Ftir die Biihnenaussprache je- doch gilt im Allgemeinen, daB nach den bisher gegebenen Regeln die Laute der einzelnen Worte zu sprechen sind.

6*

84

Freilich sincl gewisse Einflusse benachbarter Laute inner- halb cles Wortes und auch des Satzes unvermeidlich, ja ge- boten. Wir haben gesehen, wie innerhalb des Wortes ein silbenauslautender Dauerlaut mit gleichartigem anlautenden Konsonanten der folgenden Silbe zusammenflieBen und soge- nannte Doppelkonsonannten bilden kann, z. B. Lehm-mauer^ ein-nehmen^ auf-fahren^ und so auch innerhalb des Satzes, z. B. ini^^Meer, vonT^niejiiand, kell"^leuchiet, auf^~^Flugeln. So haben wir ja auch bestimmte vereinfachende Eegeln fur das Zusammentreffen auslautender VerschluClaute mit hormorganen anlautenden Konsonanten kennen gelernt, vgl. Seite 76.

Ganz besonders wirken im Gesange die Laute benach- barter Worte aufeinander insofern ein, als die in einem Atem gesungene musikalische Phrase sie in eines zusammenzieht.

Vor tibermaBiger Einwirkung der Laute benach- barter Worte aber ist zuwarnen; vor allem ist das fehler- hafte sogenannte tJberziehen durchaus zu vermeiden. Es be- steht besonders darin, daB der auslautende stimmlose Konsonant eines Wortes stimrahaft gesprochen wird, z. B. deinef^_^Auge8 mit tonendem f statt mit 5, hegruf^j^n Ehrfurcht statt he- gruss ich in Ehrfurcht^ er traw^^ihn statt er traf ihn. £r- laubt ist auslautender stimmhafter Konsonant im Deutschen nur da, wo er durch Apostrophierung in deu Auslaut getreten ist, z. B. ich raP umher statt ich rafe umher; ich grab'' es aus, ich umhalf ihn^ aber ins Grab es legen, um den Hals ihn. Die gleiche Kegel gilt fur zusammengesetzte Worte: Hinimels-au darf nicht durch Uberziehen zu einer Himmelfau werden.

Im Allgemeinen ist hier Goethes Ratschlag zubeachten: „So wie in der Musik das richtige, genaue und reine Treffen eines Tones der Grund alles weiteren kiinstlerischen Vortrages ist, so ist auch in der Schauspielkunst der Grund aller hoheren Rezitation und Deklamation die reine und vollstandige Aussprache jedes einzelnen Wortes."

>

Tempo, Betonung und Tonfall

Tempo, Betonung und Tonfall dienen dazu, die logischen Beziehungen innerhalb der Rede klar hervortreten zu lassen. Unterschiede im Tempo ergeben sich, je nachdem schneller Oder langsamer gesprochen wird und Abschnitte der Eede durch kleinere oder groCere Pausen getrennt werden. Im AU- gemeinen gilt, daB sich solche Telle, auf die besonderes Ge- wiclit gelegt wird, durch langsameres, unwichtigere aber durch schnelleres Tempo von der durchschnittlichen Geschwindigkeit abheben; so z. B. werden Parenthesen bisweilen durch schnelleres Tempo gekennzeichnet: „Vorgestern Abend -r- die Stunde weiB ich nicht mehr genau zu sagen kam er zu mir . . ." Ferner ist es ublich, daB Telle der Rede, die einen in sich fertigen Gedanken darstellen, durch Pausen ein- geschlossen werden, z. B. „das Kind schrie . . so laut . . daB man es weithin horte . . und herbeigelaufen kam." Die einzelnen Abschnitte kann man hier durch Pausen trennen, wie sie durch die Punkte angedeutet sind; indeB kann man auch schrie so laut" oder „so laut daB" in engere Ver- bindung bringen, d. h. die Pausen anders legen. Also: all- gemeine Gesetze lassen sich kaum aufstellen, denn je nach dem Sinne, den man der Rede geben will, kann man das Tempo andern.

In erhohtem MaBe gilt dies vom Tonfalle oder der Modulation. Hier werden zumeist die einen abgeschlossenen Gedanken darstellenden Abschnitte der Rede dadurch gekenn- zeichnet, daB an ihrem Schlusse die Stimme sich senkt; wird

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ein Gedanke nicht als abgeschlossen empfunden, sondern soil er mit der weiteren Kede in engere Verbindung gebracht werden, so halt sich die Stimme auf der gleichen Hohe. Zum Beispiel: wenn ich sage „er- ging- in- den* Garten*, urn* Obst- zu. ho.len.", d. h. die Stimme erst zu Ende der ganzen Periode senke (der Tonfall ist hier durch die Hohe der Punkte bezeichnet), so wird das Obstholen als Zweck meines Ganges hingestellt; wenn ich aber sage „er' ging- in- den- Gar, ten., unr Obst- zu. ho.len.", d. h. zwei Abschnitte durch jedesmalige Senkung der Stimme mache, so stehen die beiden Aussagen als selbstandig neben einander und das Obstholen wird mehr als nebensachlich hingestellt, jedenfalls nicht von vornherein als Zweck meines Ganges hervorgehoben. Besonders klar zeigt sich das beim Numerieren: zahlt man von einmal bis siebenmal und faBt jede Zahl als einen Abschnitt fiir sich, so senkt man jedesmal die Stimme, also „ein-mal. zwei-mal. drei-mal usw. ; fafit man aber die ganze Reihe einheitlich und jede Zahl gleichsam als die Folge der vorhergehenden, so bleibt die Stimme auf gleicher Hohe und sinkt erst zum

Schlusse, also: „ein-mal- zwei-mal* drei-mal* sieben*mal."

Auch hort man im letzteren Falle wohl sprechen „ein*mal*,

zwei*mal* sie.ben.mal." Ein und derselbe Wortkomplex

liegt in dies en Fallen vor, und die geschriebene Sprache unter-

scheidet sie nicht. Also auch durch den Tonfall oder den

musikalischen Akzent laBt sich der Sinn der Rede sehr fein

variieren, und es ist klar, daB man hier stets gtiltige

Gesetze nicht geben kann, ohne durch schulmeisterlichen

Zwang die Freiheit der personlichen asthetischen Auffassung

zu gefahrden. Folgende allgemeine Regeln aber sind zu be-

achten :

1. der Ton sinkt zu Ende des gewohnlichen Aussagesatzes,

z. B. „Karl* ist- krank- ge.we.sen."; ebenso zu Ende der

Fragesatze, die mit einem Frageworte beginnen, z. B.

„wer- hat- das* ge*tan.?" Ist bei wiederholter Nachfrage

das Fragewort stark betont, so ergeben sich Ausnahmen,

z. B. wer. hat* das- ge-tan.?"

2. der Ton steigt za Ende des gewohnlichen Fragesatzes, wenn er nicht mit einem Frageworte beginnt; z. B. ist. er. hier ge'we-sen-?

3. Parenthesen werden haufig in eine tiefere Stimmlage iibertragen, z. B. „das* ist- ich. be.mer.ke. das. nur. ne.ben.bei. ganz- nn*mog'lich."

4. Sehr zu beachten sind die Kegeln ftir die Anfuhrungs- satze. Gehen sie der direkten Kede voran, so darf die Stimme nicht gesenkt werden, z. B. er* sag-te*: „geh-en. Sie* mit.!" Folgen sie der direkten Eede, so sind sie in der Stimmlage des Schlusses in der Aussage zu sprechen, z. B. „Ko-mmen. Sie.," sag.te. er.; Ist. er. hier. ge'- we-sen-?" frag-te* Karl*. Sind sie in die direkte Rede eingeschaltet, so haben sie die Stimmlage der ihnen un- mittelbar vorhergehenden Silbe, z. B. „ich- bin*," spricht* je*ner-, „zu- sterben* be.reit." Zu warnen ist vor der Aussprache, wie man sie bisweilen hort: „ich- bin.", spricht. jen.er. „zu- ster-ben* be-reit."

Diese Modulation innerhalb der Rede beeinfluBt natiirlich auch den musikalischen Akzent des einzelnen Wortes. Besonders auffallig ist das, wenn der Satz aus einem einzigen Worte besteht, z. B. „ja--a.!" gegentiber ja.-a-?

5. Die Modulation hat sich lediglich nach dem Sinne der Rede zu richten; es ist davor zu warnen, daB die Interpunktionszeichen, namentlich die Kommata, zum auCerlichen MaBstabe ftir die Hebung und Sen- kung der Stimme genommen werden, denn sie sind aus Noten entstandene Kadenzzeichen und nicht fiir die logische Gliederung der Rede geschaffen. Auch hier gilt der bei der Aussprache der Laute zu befolgende Grundsatz: „Weg mit dem Schriftbilde!"

6. Vor Ausschreitungen im Verwenden und Unterlassen der Modulation hat sich der Vortragende zu hiiten; „denn wechselt er die Tone zu schnell, spricht er entweder zu tief Oder zu hoch oder durch zu viele Halbtone, so kommt

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er in das Sin gen; im entgegengesetzten Falle aber gerat

er in Monotonie, die selbst in der einfachen Rezitation

fehlerhaft ist zwei Klippen, eine so gefahrlich wie

die andere, zwischen denen nocli eine dritte verborgen / liegt, namlich der Predigerton; leicht, indem man der

einen oder der anderen ausweicht, scheitert man an dieser."

Das sind Goethes Regeln.

Das hauptsachlichste Mittel zur Hervorhebnng ist die Starke des Atems und die Starke der Stimme. Hierdurch wird der Starkeakzent oder der d3^namische Akzent bedingt, der die Betonung ausmacht. Im Satze pflegen wir durcli den Starkeakzent das Wichtige, das neu Hinzutretende hervor- zuheben: wir betonen „Karl ist drauBen", wenn wir gerade Karls Erscheinen berichten wollen; aber „Karl ist drauBen", wenn von Karl bereits die Rede war und es uns darauf an- kommt, seinen Aufenthaltsort zu nennen. Ja wir konnen betonen „Karl ist drauCen", wenn das DrauBensein Karls be- reits besprochen ist oder uns im Sinne liegt und das neue und wichtige Moment nur darin bosteht, es als Tatsache zu be- kraftigen. Unter gewissen Verhaltnissen also kann jedes Wort im Satze den Hauptton tragen, und allgemeine Gesetze lassen sich in Anbetracht solchen Wechsels fiir den Satzakzent nicht geben. tJberflussig und irreftihrend namentlich ist es, wenn Lehrbticher der Vortragskunst den verschiedenen Wortklassen oder Satzteilen bestimmte Betonungsgrade zuweisen; nur die Betonung in der eigenen nattirlichen Sprechweise kann dem Vortragenden eine Richtschnur sein.

Es ist begreiflich, dafi auch innerhalb mehrsilbiger Worter

gewisse Silben als die wichtigeren durch den Akzent hervorgehoben

werden. Fiir den Wort akzent nun gelten folgende Regeln:

1) in einfachen deutschen Wortern ist die Stamm-

silbe betont, z. B. fechten, Sachsen, Monat; ausgenommen

sind

a) die Worter: Forelle, Holliinder, Wacholder, Hermelin, Hornisse, lebendig, lutherisch (in dogmatischem Sinne, nach dem lateinischen luth6ricus).

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b) deutsche Worter, die mit fremden Endungen zusammen- gesetzt sind, z. B. Malerei (franzosisch -ie), stolzieren, halbieren, schattieren, Glasiir, Lappalien, Schmieralien, Lieferant, Takelage.

c) wo ein Gegensatz zwischen nebentonigen Silben hervor- gehoben werden soil, z. B. er hat nicht gelernt, sondern verlernt.

2) in zusammengesetzten deutschen Wortern tragt die Stammsilbe des neu hinzukommenden, bestimmenden Wortes den Hauptton, z. B. Laiibholz, diimmdreist, Stahl- feder, Triichsess, bliitarm (arm an Blut), steinreich (reich an Steinen) ; so auch Bliitannnt, SteinreicMum. Niir wenn in zusammengesetzten Eigenschaftswortern der erste Be- standteil einen Vergleich mit dem zweiten enthalt, so sind beide gleich stark betont, z. B. bliitarm, steinreich, stock- diimm, blitzblank.

So ist im allgemeinen die Betonung auf dem bestim- menden, ersten Worte zu fordern, auch wenn der landschaft- liche Sprachgebrauch schwankt, also: Btirgermeister. Aber es kann nicht genug hervorgehoben werden, daB gerade in der Betonung eine gewisse Freiheit gelassen werden muB und Abweichungen der Kegel gestattet sind, je nachdem Stimmung, Stil und Rhythmus es verlangen. So findet man wechselnde Betonung besonders haufig in einer An- zahl zusammengesetzter Eigenschaftsworter auf -ig, -lich, wie freiwillig, eigentiimlich, leutselig, holdselig. Vgl. S. 14.

3) Sind die untrennbaren Vorsilben be-, ge-, ver-, zer-, ent- mit Zeitwortern zusammengesetzt, so tragt die Stammsilbe den Ton, z. B. begehen, gestehen, versiichen, zerreiBen, entbehren; ebenso in den davon abgeleiteten Haupt- wortern, z. B. Entbehrung, Verzeihung. Auch gilt das fiir durch-, wider-,- iiber-, um-, voll-, miss-, wenn sie nicht abtrennbar sind, z.B.durchsetzen, widerstehen,uberzeugen, umgehen, vollenden, miBhandeln; Ubersetzung, Vollendung. Sind aber die Vorsilben abtrennbar, so tragen sie den

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Tod, z. B. diirchfiihren (ich fiihre durch), iibersetzen, Diirchftihrung. Daher abteilen (ich telle ab) und A'b- teilung (zu warnen ist vor dem ofters zu horenden Ab- tcilung, z. B. „reitende Abteilung"), anbeten, A'nbetung (nicht Anb6tung).

4) Die Vorsilben An-, Bei-, Ur-, Im-, in Hauptwortern tragen den Ton, z. B. A'nfang, Beispiel, U'rteil, I'mbiB. Daher auch anfangen, lirteilen.

5) Die Vorsilbe lin- tragt den Ton, z. B. lingut, linartig, linfreundlich. In Eigenschaftswortern auf -lich, -ig, -sam, -haft, -bar aber hat, wenn Zusammenhang mit einem Zeit- worte gefiihlt wird, die Stammsilbe dieses Zeitwortes den Hauptton, z. B. unermesslich, unersetzbar, unaufhaltsam. Daher linschatzbar (= wertlos), wenn es bloB die Ver- neinung der Eigenschaft schatzbar (= gut) bezeichnet; aber unscha'tzbar, was so wertvoll ist, daB man es nicht schatzen kann; darum linausgiebig, aber unausstehlich u. a. m., und darnach auch unmenschlich (groB) rieben linmenschlich (z. B. Gott als linmenschliches Wesen gedacht).

6) In einer Reihe von Wortern, die erst spat zu einer Ein- heit zusamraengewachsen sind, gilt noch die alte freie Betonung innerhalb des Satzes, z. B. L6bew6hl. Diese Betonung wird, weil sie im Gegensatze zu der iiblichen (Laubholz, Blachfeld) steht, bisweilen als eine Betonung des zweiten Gliedes empfunden.

7) Fremdworter haben ihre eigene Betonung, z. B. A'libi, Pastor und Pastor (PL Pastoren) vgl. Seite 49, Phanom6n (fdnomen), Pruderie, Senator, Zeremonie (PL Zeremonien) vgl. S. 49. Aber auch hier muB eine gewisse Freiheit bleiben, vgl. Seite 14.

So lehren uns auch Verbal tnisse der Betonung, des Ton - falles und des Tempos, daB der Sinn der Rede der MaB- stab fiir den Vortrag ist. Und so verlangt mit Recht Goethe fur den rhythmischen Vortrag, der ja von der Starke der Betonung und von der Tondauer in hohem Grade abhangig

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ist: „Der Silbenbau sowie die gereimten Endsilben dtirfen nicht zu auffallend bezeichnet, sondern es muB der Zusammen- hang beobachtet werden wie in Prosa." Aber damit ist nicht gesagt, dafi der eigenttimliche Versrhythmus und die Versmelodie geschadigt werden dtirfen za Guns ten der Inter punktionen! Goethe fahrt fort: „Hat man Jamben zu deklamieren, so ist zu bemerken, dali man jeden Anfang eines Verses durch ein kleines, kaura bemerkbares Innehalten be- zeichnet; doch muB der Gang der Deklamation da durch nicht gestort werden." DemgemaB ist zu sprechen „Lenore fuhr um's Morgenrot . . empor aus schweren Traumen" und nicht etwa (mit gewaltsamer Storung des Eythmus): „Lenore fuhr . . um's Morgenrot^^ empor . . aus schweren Traumen." Jedoch ist den Worten Goethes die Warnunghinzuzufiigen: der Vortragende darf sich durch die (kleine) Pause keineswegs verleiten lassen, am Ende des Verses die Stimme zu senken, wenn es dem Sinne (d. h. dem Gebrauche in ungebundener Kede) wider- spricht: also „Lenore- fuhr* um's* Mor-gen-rot* em-por* aus* schwe.ren. Trau.men," nicht aber „Lenore- fuhr* um's* Mor-- gen.rot. em-por* aus* schwe.ren. Trau.men." Ebenso: „Ritter, treue* Schwe-ster-lie'be* wid-met* euch. dies. Herz." oder „Eitter, treue* Schwe'ster.lie.be. wid.met. euch. dies. Herz.", nicht aber „Ritter, treue* Schwe-ster.lie.be. wid-met* euch* dies- Herz."

Wir sehen: Tempo und Tonfall und Betonung stehen mit einander im engsten Verein. Durch sie wird der Sinn der Rede variiert, und dem Feingeftihl des Vortragen- den muB weiter Spielraum gelassen werden. Also nur fur diejenigen Faktoren der Rede, die in ihrem Wechsel weniger frei sind und hauptsachlich durch physiologische und akustische Grlinde bedingt zu sein scheinen, haben wir be- stimmte Forderungen aufstellen wollen; nicht aber fiir die Faktoren, in denen psychische Einfliisse als herrschend er- scheinen und zu freierem Wechsel ftihren.

Etwas anders liegt die Sache im Gesange. Hier ist der Tonfall vollig vom Komponisten gegeben. Das Tempo

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ist fiir die Kantilene, den getragenen Gesang, ebenfalls an- nahernd festgelegt, zum Teil sogar fiir das Kezitativ oder den Sprechgesang. Um so mehr Gewicht hat der Sanger auf eine richtige Betonung zu legen. Es ware tibrigens wtinschens- wert, daB die Komponisten selber im melodischen Gesang mehr Rticksicht auf das natiirliche Tempo und den naturlichen Ton- fall ihrer Sprache nehmen woUten: die vortragenden Sanger wiirden dadurch der oft hochst schwierigen, ja unmoglichen Aufgabe tiherhoben, zwischen Musik und Sprache zu Gunsten der ktinstlerischen Wirkung zu vermitteln.

r

Ausspracheworterbuch

Vorbemerkungen

1) Ein vollstandiges Worterbuch zu geben, konnte niclit die Absicht sein, dazu ware der zehnfache Eaum notig. Die Auswahl ist von mir nach Gutdtinken getroffen : manches, was selbstverstandlich erschien, ist fortgelassen, manches seltene Wort herangezogen worden; auf alle Erklarungen ist verzichtet. Zur ersten Ausgabe des Worterbuches sind verschiedene Erganzungen nachgetragen. Fiir jede Mitteilung von Wortern und Namen, deren Aufnahme in weitere Auflagen gewiinscht wird, werde icli sehr dankbar sein.

2) Die Aussprache ist von mir nach den Grundsatzen der „deutschen Biihnenaussprache" angegeben; diese sind in besonderen Fallen durch eingeklammerte Seitenzahlen hervor- gehoben. Abgesehen von den Wortern, die in den Ver- handlungen besprochen und mit Seitenzahlen bezeichnet sind, bin ich als Herausgeber fiir die Angabe der Aus- sprache allein verantwortlich. Den gewaltigen Sprach- stoff Wort' fur Wort durchzuberaten, ware kaum moglich, fiir den groBten Teil des Stoffes auch uberfliissig gewesen ; und in den meisten strittigen Fallen hatte die Abstimmung einer Kommission nicht viel geholfen, da es sich entweder um seltene Worter handelt, bei denen von einem be- stehenden Biihnenbrauche nicht die Rede sein kann, oder um fremde Worter und Namen, deren Aussprache mehr oder weniger eingedeutscht erscheinen kann (vgl. Seite 17 und 18).

Obgleich ich aber als Herausgeber allein die Ver- antwortung trage, so bin ich doch keineswegs willkurlich verfahren, sondern habe mir an vielen Stellen Rat geholt. Ganz besonders dankbar bin ich meinen KoUegen Herrn Pro- fessor Dr, Luick in Wien, der mit groBen Miihen ftir die erste Fassung dieses Worterbuches die Revision ge-

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lesen hat, nnd Professor Dr. Vietor in Marburg, mit clem ich mich uber wichtigere Einzelheiten verstandigt habe; sodann auch den Herren Regisseur Held (Berlin), Hof- schauspieler Ober lander (Berlin), Reicher (Berlin) und Kgl. Kammersanger Scheidemantel (Dresden). 3) Die phonetische Schreibung ist auf Seite 29 bis 32 er- lautert. Besonders sei aber hierzu Folgendes bemerkt:

a) die Unterscheidung eines etwas gescMosseneren a gegen- iiber a ist absichtlich nicht streng durchgefiihrt worden (vgl. S. 29 Anm. 1, S. 35);

b) in vielen Fallen ist sichere Scheidung der Vokalquanti- taten unmoglich: man hort „Theologie" bald als teolgyi und bald als teologi, ^Puritaner" als puritdndr und pitritdndr sprechen usw.

c) in vielen Fallen laBt sich der Hauptton des Wortes nicht mit Sicherheit bestimmen, namentlich in fremden Wortern, und wo ein Gegensatz im BevvuBtsein des Sprechenden empfunden wird: z. B. ob Worter wie Akkusativ^ passiv, Beaumont auf der ersten oder letzten Silbe den Hauptton tragen, ist nicht fiir alle Falle sicher anzugeben.

d) in manchen Fallen ist eine verschiedene Aussprache tiblich, namentlich muB in vielen Fremdwortern die eingedeutschte Aussprache neben der fremden als be- rechtigt gelten, z. B. hort man balko und balkon^ vgl. S. 18; so auch wird „Newyork" als nujork undi noojork gesprochen.

e) in englischen Wortern und Namen erscheint bisweilen ein dem a nahestehender offener ^-Laut, den wir als a bezeichnen, und ein dem a ahnlich klingender o-Laut, den wir durch o wiedergeben, z. B. Catgut" wird ent- weder deutsch als kdtgut oder englisch als kdtgot ge- sprochen, „Stanley" als stdnle] das dem u ahnliche engl. w wird durch u dargestellt; engl. stimmloses fJ( wird durch th, stimmhaftes th durch (t gegeben.

Siebs

a a

Aal nl 36

Aar (Adler) lir 2>Q

Aas ai<; PI. Aase, Aser

«p, ajdr 36 aasen (fressen, ver-

schwenden) afan ab a/) 32, 37 Abakus dhalms abandonnieren, abamh-

nirdn Abbe (the

abbitten dp-hitdn 76 abbrechen dp-hrech^n

(76) Abbreviatur ahre/natar Abe abetse Abdomen apdom en Abdominaltyphus ap-

domindl-tufus Abend ahdjid Abenteuer dbdntogdr aber ubdr 30 Aberration aberatsion^b abfahren dp-fardn 76 abhanden ap-hdnddn Abiturient abiturient 35 AblaB dp-las Ablativ «6/ail/' 79 abluchsen dp-hiksdn abmachen dp-madpn 76 abmurksen dp-miirksdn abnorm apnorm Abolition abolits'wn Abonnement abon{d)md Abonnent abonmt abonnieren abontrdn Abort (Abtritt) dp-ort Abortus , Abort (Fehl-

geburt) abortus, abort ab ovo ap oug abprotzen dp-protsdn

(76)

abputzen dp-putsBn 76 Abrakadabra (Zauber-

wort) dbra-lxaddbra abrupt aprtipt Abscheu dp-soo abscheulich ap-soolieh Abseite dp-faeta absent ap-fent absentieren apfenttran absetzen dp-fetssn 77 absetzbar dp-fetsbar absichtlich dp-fichtliah Absinth apfint absolut apfolut absolvieren apfolwtrdn absonderlich apfomhr-

lieh absondern dp-fomldrn absorbieren ap-farbtran abspenstig dp-Spenstich Abstieg dp-stig abstinent apstinent Abstinenz apsiinents 69 abstrahieren apsfra-

htrdn abstrakt apstrdkt 69 Abstrich dpstrich abstrus apstrus 54, 67, 69 Absud dp-fad absurd apfurd Abszess apstses Abszisse apstsisd Abt apt 36, 77 ; PI. Abte

eptd; Abtissin eptisin Abtei aptde 57 Abteil dp-tael abteilen dp-taeldn 90 Abteilung dp-taelun 32,

90 abteufen dp-toopn abtrennbar dp-trefibar Abtritt dp-trit abtriinnig dp-trunich I aburteilen dp-urtaeldn

I Abusus ap-ufus I abwarts dp-werts abwendbar dp-icendbar abwesend dp-wefdnd Abwesenheit dpwi'fdn-

haet abwinken dp-imtjkdn 76 a capella a kapela ace. s. akk. . oder akz.. accelerando atselerdndo ach aeh 28, 31,' 36 Achat achdt achromatisch q-hrgmdtis Achse aks3 Achsel aks<fl acht acht Acht acht achtbar dehtbar achten achtan achten eehtan Achterdeck dchtdrdek achtsam dchtfam 37 achtzehn dchtsen achtzig dditsich achzen eehtsdn Acker akdr 81 acqu. . . s. akqu. . . adagio addfio 70 adaquat a^loikwdt Addenda adhida addiereu adtran ade adt Adel ddBl Adept adept Ader ciddr Adhasion at-hdfidn adieu adi6 52 Adil ddtl Adjektiv at-jekttf Adjektivum at-jekttwum Adjunkt at-ju7ikt adjustieren at-justtran Adjutant at-jutdnt Adjuvant at-juwdnt

Siebs, Deutsche Biihnenaussprache 10 Aufl. 10— 12 Tausend

98

Adlatus at-ldtiis

Adler adiar

ad libitum at libitum

adlig ddlich 79

Administration

at-min istrqtsidn Admiral at-mirdl ad notam at notaui ad oculos at Ohilos Adonis aduiiis 47 adopticrcn adopttrJn Adorant adonint ad rem at rem Adresse adres9 adrett adn't 45 a droit a drgd 37 Adstringentia

at-atrhjr/entsia Advent at-iren't Adverb at-uerh Advokat at-irokdt Aeronaut aergndot Aeroplan aergpldn Aerostat cierostdt Aerostatik aerostdtik 69 Affare Affaire afdrj Affe,-nr/p^p«3 1,62,64 Affekt ajfekt

affektioniert afcldsfgntrt Affiche afiSa Affidavit afiddirit Affinitat afinitdt affizieren afitstran Affront afrb affros afrds After dftdr

afterreden dftor-rvdon Agave qgdu'i Agendo qyendj Agens d(jens P. Agen-

zicn q/jentspn Agent q(fent Agent provocateur

ajd pro /( ghat 6r Agglomerat aglgmdrdt Agglutination aghlti-

nqtHJOn Aggregat ayregdt aggregiercn agreytrjn

(aber profcsseur

aggrege prgfesSr

af/refej aggressiv ar/rrstf Agidc fif/tdct

agieren agtran

agil qgtl

Agio dfig 70

agitato qdfjtdtg

Agis Rgis

agitieren qgitlrd^n

A gnat agnat

agnoszieren agnoststran

Agnus dei dgniis dei 63, 79

Agonie qggnt

Agonist qggnist

Agora qggrd

Agraffe qgrdp

Agrarier qgrdriar

Agronom a/frgnom

Aguti aguti

aha altd aha 63

Able aU

Ahn, -e an, mid

abnden anddii

abnen amn

abnlicb dnlich I Aborn dhorn 31, 63 ; Abre ard 41 I Ai (Faultier) ai \ Air dr

I Akademie akademt j (Academia alcademia)

Akademiker akademikar

Akantbus akdntus

Akazie akdtsu

Akklamation akJa- mqtsidn

akklimatisieren akljmq- tiftran

Akkolade akgldda

akkompagnicren akom- panjtran

Akkord akord 83

akkoucbieren akiistran

Akkumulator ahimnld-

tor 30 i akkurat akiirdt I Akkusativ dkiifattf

Akonit qkgnit

akquirieren ahvirtran 83

Akquisition akwjfitsion

Akribie qkrjht ' Akrobat qkrghdt I Akropolis qkrOpglis

Akrosticbon qkrostiqlfo/t

Akt akf

Akteur akt6r

Aktie dktsp 74 Aktion aktsion Aktionar aktsigndr Aktiv aktiv akttf Aktivitat aktitvitdt Aktrice aktrtsa Aktuar aktudr Aktuarius aktudriits aktuell aktuel Aktus dktiis Akustik qkiistik akustiscb qkustls akut qkut akzelerieren akfsele-

rtrdn Akzent akt sent (franz.

aksd) 67 Akzepisse aktsepisd akzeptieren aktsepttr^n Akzession aktsesion Akzessist aktsesist Akzidens dktsidens

PI. Akzidenzien

akisidentspn Akzidenz aktsidents Akzise akt si fa Alabaster alabdstar Alarm alarm alarmieren alarmtran a la suite a la swlt Alaun aldon Alb alb

Albatros dlbatros Albe alba albern a I barn Albinismus albinismus Albino albtng Album dlbufn Albumin albumtn Alcbimie alchimt 72 Aldine aldtn^ Ale (Bier) cl alert (munter) alert Alfanzerei alfantserde Alfenid alfentd 47 Algebra algebra algebraiscb algebrdiS Algen algan alias alias

Alibi diibi 32, 46, 90 Aliment qliment a limine a Itmitie Alinea qllnea Alizarin qlitsarin

99

Alk alk

Alkalde (Dorfrichter)

aJkdldJ Alkali alkali Alkaloid alkalotd Alkohol dlkghol 49, 63 Alkoven dlkowdn 49 all, -e al cda 30, 42 Allah dla Allee ali Allegoric aleggri allegorisch alegoris allegro aleyrg allegretto alegreto allein alden 34, 35 Allemande cdowdda allerhochst dUrhdchst allez alE 44 allgemach dlyamdch allgemein dlgdmapi Allianz alidnts

Belle Alliance bel alias Alligator alujdtor alliieren alitran Alliierte aiiirtd Alliteration alitaratsion allmahlich ahudlich Allmende alutendJ Allod al6d 49 Allodium alodium Allokution algkutsiOn Allonge alofa allons alo Allopath alopdt AUotria al6tria Alltags- dltdgs Alliiren aluran Allusion alufwn allwissend aluisand Alma mater alma mdtar Almanach dlmanach Aim OS en dlmofan Aloe dlge 44 Alp alp Alpaka alpdka al pari al pari Alpha dlfa Alphabet alfahet Alraun alrdon alt alt 32, 36 Altan altdn Altar altdr 38 Alter altar •Blterieren altariran

Alternative altenmttwd alterniereu alterntran altfrankisch dltfret^kis Althee alte

Altvordern dlt-fordarn Aluminium aluminium Alumnat alumndt Alumne qXumna Alumnus alumnus alveolar aluegldr am am 37

Amalgam amalgdm 38 Amanuensis amanuenfis Amarant amardtit Amarelle amarela Amaryllis amarulis Amateur amat^r Amazone amatsdnd Ambassadeur dbasadSr ambieren ambtran Ambition ambitsi&n Ambos dmbos PL Am-

bosse dmbosd 48 Ambra dmhra Ambrosia ambrdfia ambulant ambulant Ambulanz ambuldnts Ameise dma^fa Amen dmen Amendement amddamd Amethyst ametust Amme ama Ammer amar Ammonium amonium Ammoniak amwiidk Ammonshorn dmons-

horu Amnestie amnestt amon arndn Amor dmor amorph amdrf amour amdr Amortisation amorti-

fatsion Am pel am pal Ampere a par Ampfer ampfar Amphibie amftbia Amphibrachys amft-

brachils Amphiktyonen, -ie am-

fiktimian, amfiktiignt Amphimacer amjt-

tnatser

Amphitheater amfl- tedtar

Amphora dmfgra (Am-

phore amfdra) Amplitiide dplitilda Amputation ampu-

tatsidn Amsei amfal Amt amt Amulett amulet amiisant amilfdnt Amiisement amii^famd amiisieren amuitr9n an an 33, 37 " Anabaptist anabaptist Anachoret anachgret 44 Anachronismus anakrg-

nismus

Anagramm anagrdm Anakoluth anakglut anakreontisch anakre-

ontis

Analekten atialektan analog analog Analogie analggi Analphabet dn-alfahet Analyse analufa 56 analytisch analUtis Anamie an-amt Ananas dnanas Anapast anapdst xlnapher anafer Anarchic anarcht anarch is ch andrchis anastatisch anastdtis Anasthesie dn-esteft Anathem anatem Anathema andtema Anatom anatom 49 Anatomic anatgmi 49 anbauen du-bagan 62 anbei anbde anbeten dn-betan 90 Anbetung dn-betun 90 Anchovis anmwis Anciennitat asienitdt Andacht dn-dacht andante anddnie 44 andantino andantlno ander, anders andar

andars 69, 79 Anekdotc ajiekddta Anemone anemdna

100

Aneroid (Barometer)

aneroid Aneurysm a anoormma Anfang an fan 90 anfangen dnfandti G2 anfangs anfans anfechtbar dn-feej^tbar angangig un-yetiich Angel an^l Angelus dngahis angenehm dn-g^nem 62 Anger a^Jr Anglist anglist Angst anst Angurie a^gurp Anhang dn-hafj anheischig dn-haesicjj, Anilin aniltn animalisch animdlis animieren animtrdn animos animos Animus dnitnus Anis anh 47 Anisett anifet Anker ankdr 62 anklagen dn-klagBn 62 anmaBen -d dn-mdsdn,

-d, vg . dn-merkdn 62

Anmerkung dn-merkun anmutig dn-mutieh Annalen andbn annehmbar dn-?iembar annektieren aneMtran anno dm Annonce an6s<) annoncieren anostrJn annullieren anuUrdii anomal(n i c h t anormal !)

dngmcil Anomala ananiala anonym anontlm Anonymus mi6ny,mus anriichig dn-ril%i% 82 Antagonist dniaggnist antarktisch ant-drktis antediluvianisch ante-

dilmcidniU Antezedenzien ante-

tsedentsian Anthologie antolggt Anthrazit antratstt Anthropologic, -isch

dntrgpglggi -logis

antichambricren anti-

Sahrtran T2 Antichrist dntikrist Antidot antjddt Antidoton anttdgton antik antlk Antilope antilopa Antimon aniimon Antipathic antipatt antipathisch antipdtis Antipode antipoda Antipyrin antipy/rhi Antiqua anttkira Antiquar antikwdr Antiquitat antikivit&f Antisemit antifemtt antiseptisch antifeptiS Antithese antitefa antizipieren antitsiptran Antlitz dntlits Antwort dntwort anzeps dntseps Aolsharfe dolsharfa Aon en mivan Aorist a-grist Aorta aorta Apanage apandfa 70 apart apdrt frz. diner

a part din^ apdr Apathie apatt apathisch apdtis Aper(;u aperstl Apfel apfal Apfelsine apfalflna Aphasie afafi Aphorismen aforisman

64 Aplomb aplo apodiktisch apgdiktis Ap okaly p s e apgkalupsa Apokope apdkgpe apokryph apgkrilf Apologet apglgget Apologie apglggt apoplektisch apgplektiS Apoplexie apgplekst Apostat apostdt (Apos-

tata ap6stq,ta) Apostel apostal 69 Apostolikum apostoH-

kum apostolisch apostoliS Apostroph, PI. -e apo-

strvf -a

Apostrophe apostrgfe Apotheke apgttka Apotheose apgtedfa 44 Apparat apardt Appartement apari(a)md appassionato apdsigndtg Appell apel appellieren apeltran Appendicitis ajiemiitsttis Appendix apendiks Appetit apattt applaudieren aplagdtran Applaus apldgs applizieren aplitstran apporticren aporttran Apposition apgfitsidn Appreteur aprei&r Approbation aprg-

baisidn approbieren aprgbtran Aprikose aprikgfa April april a priori a priori apropos aprgpO Apsis dpsis Aquadukt akwadHkt Aquarell akivarel Aquarium akwdrium Aquator dkivdtor Aquavit qkivciictt Aquilibrist dkwilibrist Aquinoktien akwinok-

tsian Equivalent dkwiwalent aquivok akwiirok Ar (MaU) ar 36 Ara ^m 44 Araber drabar Arabeske (irabeska arabisch qrdbis. Araometer ardgmitar Arazzi qrdtsi 67 Arbeit drbaet Arbitrage arbitrdfa archaisch ardj^diS Archaolog drchag/Og Archaologie drchaglggt Arche dr6l}a Archidiakonus dr^i-

didkgnus Architekt arct^itekt architektonisch arcJyi'

fekfonis Architektur arehitektur

Architrav PI. -e orchi-

frdf -tcJ 38 Archiv archif Archivar archiadr Archont archont T2 Areal ciredl Arena qrina Areopag qreopdg arg org 82 Arger eryar Argernis cnjomis 46 arglos drglos Argument argument Argwohn drgfron Arie drp arioso ciriofg Aristrokrat an'stgkrdf Arithmetik arituiettk arithmetisch aritmetis Arkade arlddd Arkanum arldmim Arkebuse arkehufj Arkebusier arkeMifie Arktis drliiii arktisch. drliis arm arm Armada armdda Armbrust drmbrust Armee arme 40 Armel ermdl Armesiinder armo-

filiuUr armieren armtrdn Armut drmid h'2, Aniika drnika Aroma aroma 37 Ai-peggio arp('df(i)g 71 Arrak drak

Arrangement argf(o)md arrangiercn ardfiran Arrest an'st Arrestant arcstdnt arretieren arettran Arriere garde a ridrga rdd en arriere an aritr arrogant arogdnt Arrondissement ard-

dis(d)md Arrowroot ero-ruf Arsch arS Arsen arfin Arsenal arfendl Arsen ik arfenil:

Art art 37 Arterie arterid artesisch arttfin artig drtich 37 Artikel arttkdl artikulieren artikultrdn Artillerie drtUdrl Artischocke artisokB Artist artist Arz(e)uei arts(d)nde Arzt artst 22, 37 As (Gen. Asses) as

(asds) Asbest asbest Asche as9 31, 68 Aschenbrodel dsd)ifjrdd9l Aschermittwoch asdr-

mituoch as en a fan aseptisch q-feptis Askese askefd Aspekt aspekt Asphalt asfdlt Aspik asptk Aspirant aspirdnt Aspirata aspirdta Assekuradenr asekura-

d6r Assekuranz asekurdnts Assel asdl Assemblee asahle assentieren ascnttr<)n Assessor asesor 50 Assiette asietd Assignat asignat Assimilation dsimi-

Iqtsiun a ssimilieren aspniltr^n Assise asifa Assistent asistent Associe asosie Assoziation asgtsiqtsion Assonanz asondnts assortieren asoi'ttrdn Ast ast 31 Aster astar Asteroid asteroid Asthetik estetik Asthma dstma asthmatisch astmdtis astigmatisch q-stig-

mdtis astimieren cstimtran

Astrallampe astrdl-

lampa Astrolog astrglug Astrologie astrolggi Astronom astrgnom, Astronomie astrgngnn Astuarium estudrium Asyl qful 56 Asyndeton qfilndeton asyndetisch qfUndetis Aszendent astsendent Atavismus qtqinsmus Atelier a tdlie 45 Atem dt37n Atheist qteht v7 Atheismus qteismus atmen dtmdn Ather citar atherisch atiris Athlet atlit at home at how Atiologie atiologi Atlas (PI. Atlanten)

atlas (atld7itdn) 38, 61 Atmosphare atmosfdra Atom qtSvi Atout atti

a tout prix a tu pri Atrium dtrium Atrophie qtrgfi Atropin qtrgphi atsch dts Attache atasi attachieren atastr^ti Attaque -eke atdka 38 Attentat atentdt Attest atest Attika dtika Attila dtila Attitiide atitMa Attraktion airaktsion Attrappe atrdpa atrappieren atraptran Attribut atribdt atzen etsan Au ag

Aubergine gberfin(a) Audienz agdimts Auditeur agdit3r Auditor agdtior au fait d fe Auerochs dgar-oks auferstehen dof-erstean

102

Auf erstehun gaof-erstkcn auffahren dof-fardn auffallen dgf-faldn (84) aufwinden dof-ictnflJn

59 Auge aogJ augeln oogohi augen oogan Augenblick dggdnhlik Augment aggmcnt Augur (PI. -en) dogur

(aggdrJn) Augurium aggarium Auktion agktsion Aula dgla Aureole agre6l^ Aurikel aorikdl Auskultator agskultdtor Auspizien ngspttspti ausfagen dgs-fagm 59 aussehen dgs-fe(j)n 59 auBer ags^r 66 iiuBerlich uosarlich Auster agsUr authentisch agfenfiS Autobiographie agfg-

biggrafi Autochthone apfochfonJ Autodafe agtgdofe Autodidakt agtgdiddkt Autograph agtggrdf Autokrat agfgkrdt autokratisch agfgkrdfis AutomRt (Mtgmdt Automobil ngtgmgbtl autonom agignom Autonomie agtgngiui Autopsic agtopsi Autor, PI. -en dgtor PI.

agtoren Autoritat ngtgritdt Autotypie agtgtupi Avancement (iivcLs(9)md avancieren awastrdn Avantage (iirdidfd Avantageur audtafdr Avantgarde ntrd-gardo

en avant an awd Ave (Maria) due (marta) Avec airi'k Aventure a/altiir^ Aventiure (nve^itUro Aventurier atnltytrit 45 Aversion awerfitm

avertieren mcertirdn Avertissement aiccr-

tis{/)md Aviatik mcidtik Avis ant awts Aviso awtfg Axe aksa 31 Axiom aksiSm Axt aksf 66 Azalie atsdljj Azetylen atsefipen Azimut atsimut Azur afsUr azuren afsdrJu

B

\) = be

babbeln baboln Babusche babiiSo Baby bebi Bacchanal bachandl Bacchius baehms Bach (Bache; bach(bech^)

36, 72 Bache barhJ Bachstelze bddisteltsJ Backbord bdkbord Backe bak^ backen bak3n backst

bekst buk bUk Backschisch bdkms Bad bad Bader bciddr . baden bad^n Bafel bafjl baff baf Bagage bagdfd Bagatelle bagateU baggern bdg^rn Bagno bdn'(j)g bahen bdJn . .

Bahn biln Bahngeleise bdn-goldefo

62 Bahre bdrJ Bai bae bl Baiser befe Baisse basJ Bajadere bnjadtro Bajazzo bajdtsg 67 Bajokko bnjokg Bajonett bajgnit Bake bak<> Bakel bahd

Bakkalaureus bakqldg-

reus Bakkarat bakara(t) Bakterien bakferion Balalaika balaldika bl Balance balds3 Balane baldnd bal champetre bal

Mpdfr bald bald 36, 81 Baldachin bdldaehin baldowcrn bahl6iv»rn Baldrian bdJdrian 38 Balg (Balge) b'alg (belga)

78, 82 Balge baJgJ Balken balkoti Balkon balko; balkon

(PI. -J) 50 Ball (Balle) 6«/ (bela) Ballade baldd^ Ballast bdlast Ballei bald9 Ballerina balerina Ballett baUt 45 Balletteuse balctdfo 52 Ballistik balistik Ballon (PI. -s) bald

{?\.-s) Ballotage balgtafa ballotieren balgttron Balneographie balneg-

grafi Balsam bdlfani 38 balsamisch balfdmis 38 Bals amine balfamtna baltisch bdltis Balustrade balustrddd Balz baits Bambus bdmbus banal bqndl Banane bqndnJ Banause bandgfj banausisch bmtdgfis Band bntid Bandage banddfa bandagieren banda-

ftrjn Bandagist bandafist Bande band J Bandelier bandMr Banderole band3r6b bandigen bcndigm Bandit bandit

103

bange hanJ ^ Banjo hdndfg Bank hank

va ban que ira baijk Bankels anger bcnk^^l-

Bankert hdtil-ort Bankett hankif Bankette hanhet^ bankettieren hanketiron Bankier hankji 45 bankrott bankrot Bann ban Banner banor Ban sen banf3n ^^ Ban(us) bdn(us) Baptist baptist Baptisterium bapthti-

rkmi Bar (die) bar bar bar Bar bar 80 Baracke bardkd Barbar barbdr Barbarei barharde Barbier barbtr Barchent bdrchent Barde bardJ ^ Barege bardfj Barett baret 45 barfuss bdrfus Bariton bdriton Baritonist bqritgnist Barium bdriiuii Bark bark Barkarole barkarold Barkasse barkdsa Barlapp bdrlap Barme bermJ barmherzig bartnher-

tsich, barock barok 50 Barometer bgrgmetJr Baron bqrun 49 Baronesse bqrgnesJ Baroskop baroskop Barre barJ Barrel barJl Barren harcfn Barriere baridrd 29 Barrikade barikdd^ barsch bar.^ 37 Barsch bars 37 Barsch aft bdrsaft

Bart (Barte) bart (bdrtJ)

32, 37, 43 Bas (Meister) bas Basalt bqfdlt Basar bafdr Baschlik baslik Base bafj basieren bqftrdn Basilika bqftlika Basilisk bqfiUsk Basis (Base) bdfis (bafd)

34 Basrelief bd-relief a bas a bd BaB, baB bas Bassa bdsa Bas sin base Bassist basist Bast bast basta bdsta 38 Bastard bdstard Bastei bastde Bastille basin (j) J 47 Bastion bastion Bastonade bastontufj Bataille batdl'(j)^, 31, 38 Bataillon batal'jon 50 Batist batist Batterie bata^rt Batzen batsan Bauch (Biiuche) bagch

(bogQh<)) 71 Baude bagdJ bauen bagsn Bauer bagar Baum bagm baumen bogman Bausch baos Bazar bafar 68 Bazillus bqts'dus Beamte bo-anitd Beaumont(gewehr)

bomo- Beaute bgti Bechcr bcchor 40 Becken bekan Beduine bedidno beehren ba-eran Beefsteak bifstek 18, 47 Beelzebub beltsdbuh 54 beerben bo-erban 35 beerdigen ba-erdigan 35 Beere bere 26 Beet bet

Beete beta befehlen bafilan 41 Beffchcn befchan befriedigt bafridicht 71 begehen bagen 89 Beglerbeg beglarbeg behende bahenda 40 behilflicb bahilflich Behorde bah6rda 51 behufs bahilfs bei bae Bci bae

Beichte baeehta beide baede 31 Beige (Haufen) baega Beige (Gewebe) befCaJ Beil bad Bein baen 11, 57 Beinweli bdemrel Beirani bderam Beispiel bdespil 90 beifien baesan beizen baetsan bejahen bajaan Bekassine bekastna Beleg baleg belemmern bale)ndr?i Belemnit belemntt Bel eta ge be I eta fa Belfried belfrld Belladonna beladdna Belletrist beletrist Bellevue Ijeltru do Bellhammel belhamal Belvedere beliredere Belzebub beltsabub 54 Bemme bema benamscn banamfan Bene, bene bene Benefiz benefits 29 Benevolenz benenglents. Ben gel benal ^ Benzin Jyentsin Benzoe bentsge Benzol bentsol beobachten baobachtan

35, 48 bcquem bakireni bcraten baratan 43 Berberitze berbaritsa Berceuse bersdf(a)^ Bcredsamkeit baredfam-

kaet 43 beredt baret 43

104

Berg (Berge) berg (bcry<))

11, 82 Bergamotte bergamoU bergan berg-dn bergauf berg-dof bergen (bargj benjon

(barg) Bergere berfdr(9) Bergfried bergfrld Beriberi benberi Berline berltno Berlocke berlokJ Berrne bertn<) Bernstein be-t-nstaeri Bersagliere bersa/'jere Berserker berferk^r bersten berstan Berjll beriil 56 Besan(segel) befdn(fegel) Beschwerde bdsu-erda 43 besehen befen 67 Besemer befamdr Besen be [on 41 Besing bifiti Besuch bjfU(:h 53 Betel bef4 beten beton 41 Betise battf(<)) Beton beta (betdn) Betonie bdonp beton ieren betgivtrdn Betriibnis bdtrubnis Bett bet 42 Bettag bk-tag (76) betteln beUln Bettuch bet-tuch (76) Beuge boggj beugen boogen 82 Beule booh Beunde binindj beunruhigen ba-unnl-

igcn beurkunden bJ-urkimdon Beute bogtd Beutel booUl bewegen bo-trPg^n 41 bewillkomninen bJnil-

Bey=Bei bae 57 Bezirk bdtairU Bibel Ubdl 46 Biber blh<ir 46 Bibergeil bV>Jryael Bibi fdbi

Bibliograph blblioqrdf Bibliothek blbliolih 44 Bibliothekar bibliotekur biblisch btbliS Bicycle bdesikH 51 biderb bidvrb Bidet bide bieder bid<)r Biene bind Biennium bienium Bier bir Biese blfd

Biest(milch) bhifmi/ch) bieten bitd?i 46, bootst,

boot, bot 48 Bifurkation bifurkatsion Bigamie bigamt bigamisch bigdinis bigott bigot Bigotterie bigot^rt Bijou bifu 54 Bijouterie bifutdrl Bilanz bildnts Bild bil'd

Bildner bildmr 79 Bill bil Billard bU'jard 38, 47,

74, 81 Billet bifjet 45, 47 Billetdoux bil'jedu billig bit i eh Billion bilion Bilsenkraut Wfdnkraqt bimsen bimfdn Bimsstein bmisUaen Binokle binokdl binokular bingkiildr binomisch bpiOnn's Binse binfj Biograph biogrdf Biologic biqlgg't Birke birk<) Birne binu

Birscli=Pirsch ^//-.s- />»//>• bis bh

Bisam bifain 38 Bischof (PI. BischSfe)

bik)f (bisiifo) 48, 51 Biskuit biskivU Bison blfon bischen bisctpn Bistum bhtnm bitten b&t bit<*n but ge-

beton gBbetm

bitter bitJr Bittermandelol bitJr-

mdnd<fl-dl Biwak btirak 38 bizarr bttsdr Blachfeid btd(:hfeld 90 Blage blagj Blahe blacf blahen bld<^n blaken blak^n Blamage blamdfj blamieren blamtrcfn blanchicren bldMr<fn^ Blan cm anger bldmafe blank blank Blankett blanket blanko bldnkg Blanks cheit bldnkmet Blankvers bhhjkfers blasen (blies) blafdn

blls blasiert blaflrt Blasphemie blasfend blafi bias Blatt Mat Blatter blat^r blau blao blauen bloUdn Blech ble^ bleckeu blekdn Blei blae 80 Bleiche blaecJi^ blenden blenddn Bless e bles^ blessieren blestrdu Bleuel blogal bleuen bl6g<^n blicken blik^n blind blind blinzeln blints^ln Blitz blits

blitzblank blits-bldnk 89 Block blok Blockade blokddif blode blodj blodsinnig blSdfiniejj. bloken blSken blond blond Blonde blonde (frz.

blddJ Spitz e) Blondin (frz. bl<7d(f} Blondine blondhuf bloB Was- BloBe blosa

105

Bluette bluets

bluhen blii^n

Bliime hhltne

blumerant blipnerdnt

blum'ge blumid (82)

Bluse blfif<)

Bluse bKif<f

Blust bhist 53

Blut bint n, blutarm

b/ufdntf, blutarm 89 Blutarmut blutdrmrd 89 Bliite blutd Blutegel blutBg-j/ blutig, -e blufich, bl4-

ti()<i bhltid^ 74, 82 blutjung blut -J m} Bliitwurst bliituyrst Bo PI. Boen bo b6<fn boig bdieh Boa boa

Bobsleigh bob-sle Boccia(spiel) b6ts(i)a-

(Spll) Bock boh; PI. bbk^ Bodden boddn Boden boddn 48 Boer bur 54 Boeuf a la mode bof a

la mod Bofist bopst Bogen bogjn 77 Bogner bogn^r 79 Bohle boh Bohne bon<i bohnen bon^n Bohnhase b6nhafj bohren bor^}i 48 Boi (Zeug) boo boig bdich Boje boji^ Bolero bolero bolken bblk^n Boiler bohr BoUwerk bolirerk Bolzen boltsJn Bombardement bont-

bqrddmd bombardiercn bot/ibar-

dtrdn Bombardon bobardo Bombast bombast bombastisch bovibdstiS Bombe bmnbe Bon bd

bon bo

bona fide bona fide Bonbon bobo Bonbonniere bdboni&r<J Bonhase bdnhdf<f Bonhomme bon-om Bonhommie bon-omt bonifizieren bonifitsirdn Bonitat bonitdt Boniteur bgnjtSr Bonmot bo-mo Bonne bond bon sens bo sa bon ton bo to Bonvivant bowiwd Bonze bontsd Boot bot 48 Bor bdr Bora bora Borax boralcs Bord bord (cngl. bbrd) Borde borda 51 Bordell bordel Bordereau bordard 49 Bordiire bordura Boretsch bdrets Borg borg Borgis boryis Borke borko Born born hornieit borntrf Burse borsd 51 Borste borstJ Bort bort Borte borta Boschung b^sim 51 bose bofa 21, 27 Boscwicht bhfdwi6ht Boskett bosket bosseln bosdln bossieren hosirdn Botanik botdnik Bote bot^'^ Botschaft botsaft Bottcher botchar Bottich botich Boudoir budgdr 38 Bougie buft Bouillon bufjo 54 Boulevard bulonar 38,81 Bouquet biiket ^Ab Bourgeois burfm Bourgeoisie burfgafi Bouteille butU'fjja

Bouton buio Bovist s. Bofist Bowie boU 50 B 0 wl inggre en bolhjgrin Box bo/:s boxen boksan Boy (Junge) boi Bojkott boikot boykottieren boikotiran Bracelet brasdet 45 brach(liegen) brack 37 brach (zu brechen)

brack 36 Brache bracha 37 Brachsen braksau Brachyzephale

bracjiiitsefdlc Bracke braka Brackwasser brdkwasrar Brakteat braktedt Bramarbas bramdrbas bramarbasieren brqmar-

bafiran Branche brdsa Brand bra)id Brandung brdndnri Branntwein brdntuaen Brasse bra^d braten (bratst, briet)

bratcn (bratst, brlt) Bratsche brat^a 38 Brau broo brauchen hragcjpn Braue braga brauen bragan braun bragn Braune broihia Brausche brdosa brausen brdgfan Braut bragt Brautigam brootigam

33, 37 brav briif 65 braver brilwar 65 bravste brafsta 65 bravo, Bravo brdwg Bravour brqwur Break brek brechen brecf^an Bredouille breddl'jj Bregen bregan Brei brae breit braet Brcmse brcmp 43

106

bremsen hremfon brennen hrenm Brennessel hrenrsdl brenzlig, brcnzlicht

brenfslich brentslichi Bresche breso bresthaft bresthaft Brett bret Breve breire Brevier bretrtr brevi manu b)4)ri nuinii Brezel bh'isjl 43 Bricke brihJ Brief -e brlf -j Brigade bn'fjtulo Brigadier brigmhe 45 Brigant briydnt Brigg brik (engl. briq) Brikett bHket brillant brU'junt Brillantine bril'janthiJ Brille brilo brillieren bril'jtrdn Brimhovium bn'?rib6Hu?N bringcn brhpn 80 Brink brt'nf-: brisant brifdnt Brise brifj Britschc Pritsche britSo

Britschka britsla Brocken brokan Brodem brodem brodeln brtkhhi Brodcrie brodJrt Brokat brohdt Brom }>roin

Brombeere brthnbevj 49 Bronchialkatarrh brouchiCil-lcatdr Bronchi en bronehjon Bronchitis brotichifis Bronnen bro/un Bronze bnJ.sJ bronzieren bnlstran Brosamen brofamon Brosche brosj broschieren brostrJ?i Broschiirc bros'^rJ Brot brot brotzeln brofsj/n Brougham brnJm brouillieren bnd'jirJn

Bruch (das Brechen)

bruch PI. brdchJ 53,55 Bruch (Sumpf) brdch 53 Bruch (Hose) brdch 53 Briiche (Strafe) brnehebo briichig brilchieh 55 Briicke brdk<) Bruder brddJr Briihe bnu (64) briiheu hruon Briihl brlU briillen brd/Ju Brumaire brumcir briinett briinet Brunft bnmft Briinnc brdna Brunnen brundti Brunst bntnst 53 briinstig brihisfich briisk bru.sk Brust brnst Brtistung brmhtr} Brut brdf brutal brutal briiten brutdti brutto brutg 54 Biibchen bubchdn Bube bdbj b'2 Bubonen bijtbondn Buch bdch'bd, 55, 72 Buche bfffjiJ 31 biichen buchon bb Buchsbaum buksbagm Biichsc bdksa bb Buchstabe huchsfdbJ Bucht bffcht 53 Buckel b?fk4 Biicking bukitj Buckskin bdk.skui Bude bad ft

Budget bdd/}' 45, 55, 70 Budike budiko BUducr biidior Biifett Biiffct bdfft 45 Bfiffel bdfd Buffo bdfo Bug bd(j BUgel biitjjl biigeln bw/j/n Biihl b'ul '

bugsieren buk.strJn 54 Bugsprict btuf-sprlt Buhle buh 52 Buhno bund

Biihne buno Bukett = Bou^uett bukolisch bukolis Bulette biiletJ Bulldogge buldogj BuUe bu/j Bulletin bii/'Jte Bumerang biunoran Bund bund 53 Biindner bundnor Bunge buip bunt bunt Bure bur a Btirde bilrdo bb Bureau bur6 49 Bureaukratie barokratt Burg burg biirgen biirgan Biirgermeister b'Aryor-

uidestar 32 Biirgschaft biirgSaft burlesk burlesk Burnus burnus Bursche bursa Btirste bursta Biirzel bdrtsal Busch (Biische) bus

(busa) 53, 55 busch'ge busia 82 Biischel busal Biise hafa Busen bufan Bussard busard BuBe busa Busserl busarl Bussole busola Biiste busta bb Butike btittka Butt but Biitte buta Butter butar Butzenscheibe biiisan-

saeba Byssus biisus

C (vgl. auch K u. Z)

C = tse Oab kdb

Cachenez kas(a)nB Cachet kase 45 cachieren kastran 72 Cachou knsii Cachucha kafsutsa

107

Cadre hudr Cafe kafi 44 Cafetier kafetii 45 Caisson kclsn Cake kek Cakewalk kek-iidk Calembourg kaldbur Camarilla kamaril'ja 47 Camembert kamabar Camera obscura kdnura

opskura Camorra kamora Campagna kampdn'ja Campanile kampcinile Campo santo kdmpo

sdnto Canailie kandl'ja Cancan kdkd cantabile kantdbile Cape kep

capella (a. c) a kapcla capriccio kqprifsfijg Carabinier karqbinie 45 Carbonari karhondri Carillon kdril'jo Carita kciritd Caritas kdritas Caimen kdrmen Carrageen kat-agen Castle (engl.) kastl Casus kdfus Catgut kdtgut (engl.

kdtgot) Causerie kofari Causeuse kofSfj Cavalier kaicalir 45 Cavaliere (it.) kawaUere cedieron tsedirdn Cedille sedirj<f Cclla fsc/a Cellist fsp/ht Cello (PL Celli) mio

(mii)

Cement tsement 44 Censor, PL -en tsenfor,

PL tsenfordu Cent (PL -s) tsent (s) Centaur tsentdgr Centi- fsenti- Centime sdttm Centrum tsenfrum 67 Centurio (PL- -nen)

tsenturig PL tsen-

tiirimiBn)

Cercle serkl Cerealien tseredUdn Cerevis fsere/cis Certamen (PL Certa-

mina) tsertdmen (tser-

tdmina) ceteris paribus tsetJris

pdribus Chacona tsakona 70 Chagrin sag)-e 72 chagriniert sagrinirt Chaine sd7i{9) 69, 72 Chaiselongue Mf(d)log Chaise $afj 69, 72 Chalcedon kaltsedon 73 Chalkotypie chalkgtiipt Chamade mmdde 72 Chamaleon kamaleon 73 Chambre Mb'r 27,' 30 Chambre garnie mbr

garrn 72 chamois samgd 69, 72 Chamotte samot Champagner sampdnj»r

69, 72 champetre sdp&tr Champignon sdpin'jo

69, 72 Champion tM?njnon 73 Champs Elysees sdfelife Chan kan 73 Chance sdsJ 29, 34, 72 changeant sdfa changieren sdfirdn6d,12 Chanson sds6 Chansonette sdsoneia 72 chantant Mid Chanteur sdt6r Chanteuse sdt6f) Chaos kdos 73 Chapeau claque mpo

klak 72 chaperonnieren sapJ-

ronirdn Charaban(cs) sarabu Charade sarddd Charakter kgrdktar 73 Charge Sarfa 72 chargieren Sarfiran T2 Charis chdris Charite sarite 12 Charitinnen kqrttinan 73 Charivari sdriicdri 73 Charlatan sdrlatan 38, 72

charmant sartndnt T2 Charpic mrpt 72 Charte Sarta chartern tsartani 73 Chartreuse sartrof(a) Chassepot sas(a)pg 72 Chasseur sasdr 72 chassieren sasiran Chateau safd 72 Chaudeau sgdo 72 Chauffeur sgfpr Chaussee sose 72 Chauvin .sgire Chauvinist sgirinist 72 Check Schcck tsek sek

70, 73 Chef sef 12 chef-doeuvre se-d6irr Chelidin cheUMn 73 Chemie chemt 31, 73 Chemiker chemikar chemisch chemiS Chemisette semjfet 72 Chenille seml'ja 47, 72 Ghersonnes cherfones Cherub (Pl.-im) ckenib,

chenibini 47, 54, 73 Chesterkase fsestar-kafa chevaleresk satralaresk

72 Chevalier sairalie 45, 72 Chevauleger saicghfe 72 Cheviot t^eiciot chic sik

Chicane Hkdna 72 chicanieren sikamran Chiffre Sifr 12^ chiffrieren sifrtran Chignon sin' jo 72 Chilisalpeter ehtli-

falpetar Chimare (Wahngebilde)

simdra 72; aber als

Fabelticr chimara

72, 73 Chinchilla tUnmi'ja 70 Chinin ckintn 73 Chinois singa 72 Chios chtos Chiragra ehiragra Chirograph chirggrdfl^ Chirumant chirgindnt Chirurg chirurg 54 Chirurgie chirurgt 73

108

Chiton chtton

cisalpinisch fsis-alptnis

Contenance knt(9)na,s

Chlamys ^Idmiis

cisleithanisch fsis-lae-

Convoi kotvgd

Chlor klor 73

tdnis

coram korant

Chloroform hlorofunn

Cista fshfa

Cordon koi'do kordOn

Chloroso klorofy

cito, citissime tstfg

Corned beef kornd blf

Chok sok 50

tsitissiwe

Corpus delicti korpus

chokieren >>oHrJn 50, 72

Citoj en' si fgaje

delikti

C\iQGo\2idiQ soMdch 12

Citrone fsiirdfUf 46, 67

Cottage kotedf

Cholera lolora 73

City sfH '

Cutus ts6tus

Choleriker ko}trih<ir

Civil fsnrtl

Couleur kul6r

Cholerine UoUrtno

civilisiert hpcili/trf

Count kaont 51

cholcrisch loltriS 73

Civil ist tsitrilisi

Coup kil 54

Choliambus choh'dntbiis

Civilliste isiwt-HsU

Coupe kupe

73

Clair-obscur klaropsktir

Couplet kuple 45

Chor, Chorus hur, J:unis

Clan kUin

Coupon ktipS

73

Claque Z-/aA<^(frz.^'/a/r) 38

Cour kur

Choral /,grdl 34, 73

Clerk klark

Courage kurdfj

Choreographic />oreo- grafflS

Cliche kme 46

Courant kurdnt^

Cliquot kliko

Courtage kurtdfj

Chorist lorist

Clique kWc^'

Courtine kurthu

Chorographie choro-

Clou klu

Courtisane kurtifdm)

grafi 73

Cloisonne kigafone

Courtoisie kurtoafl

Chose Sofd (franz. Sdf) 12

Clown klagn

Cousin kufd 45,' 83

Chrestomathie kresto-

Coaks koks 50

Cousine kufin9

matt 73

Cochenille koS(<f)nil'p

Crapule krapM^

Chrie chrte 73

Cocon koko

Credo kredg

Christ Lrist 73

Coda /.yI;/^

Creme krant

Chrom kro)n 73

Code (civil) kod (sitrtl)

Cremor Tartari krtmor

chromatisch krgnidtiSlZ

Codex kodcLn

tdrtari

Chromolitographie

Coeur /.w 52

crescendo kreMndg

lcromolitggra]t

Cognak kon'jak 83

Cretin krete 45

Chronik kronik 47, 73

Coiffeur kgafSr

Cretonne kreton

chronisch kroniS

Coldcream' kdld-krlm

Cricket krik^t

Chronologic kromlogt

Colibat tsdlibdt

Croise kroafe

73

Collier /.-o/?^' 45

Croquis kroki

Chronometer krong-

Comes kowes

Croupier krupie 45

mit<*r

Cometerium ts'gme-

Crucifix krdfstfiks

Chrysam krUfnt/i 73

terium

Csardas tsardas

Chiysanthemum kni-

comme il faut lmn il fd

Curec kiire

fdnid)nii)ii 73

49

Curriculum vitae kuri-

Chrysolith kriifglit 73

Commis joyageur komt

kill ion wit it

Chrysopras krijifgprd.s 73

frgajaf6r

Curry kori (engl.)

chthonisch chtonis 73

commodo kdtitgdg

Cyankalium/.sw^//<^-a7/?/;;;

Ciborium tsihorjwn

Commune (frz.) komUno

Cyklus tsdklus

Cicerone f.sifserone

conditio sine qua non

Cylinder t.silindJr 46, 56

Cichorie tsiqlporid

konditsig fine ktra non

Cymbel tsimbjl 56

Cicisbeo. fslfsiabeg

Condottiere kondotiere

Cyniker taUnjkJr

Cimelien tsimelun

Confiturier kofjty,rit 45

cynisch tsUnis

Cingulum tsbyjuliiw

con fuoco kon fiwkg 4D

Cypresse tsiipnlsj 56

Cinqueccnto t.shjkn-e-

Connetable konetdhl

Czar tmr

tsmtg 18, 70

Conseil blsel'

CipoUino tsjpollng

Consilium abeundi kon-

D

cirka tsirka

flliuin abeundi

d = df^

cis tsia

Consomme kdnome

da da 36, 80

109

da capo da kdpo Dach (PI. Dacher)

(iach (lecher 36 Dachs (PI. -e) daks, -J Dachtel dachtdl Dackel dakd Daguerreotyp da^drgtUp daheim dahdem Dahlie d<i^i^ Daktylus ddktiilns dalli ddli Damast da mast Damaszener damast-

s^nor Dambrett (-spiel) dani-

bret, ddmspll Dame damJ Damelack ddmolak dam(e)lich ddm(d)lich Damhirsch ddmhirs 33 Damm dam dammern demern Damon ddmon 44 damonisch ddmonis Dampf dampf damp fen dempfdn Dam wild ddmnild Dandy dandi Danebrogordon

ddndhrgg-brddn danisch danis Dank dank 31, 62 dankbar ddnkhdr 37 danken dank^n 16 daraus ddrags darben darhan darbieten ddrhltdn Darg darg Darlehen ddrledn Darling (Liebling) ddrlin Darm darm, darum dilrum 35 das (dafi) //a.9 37 Dasein ddfaen dasselbe das-felbJ Dativ dcltif Dattel dotal Datum ddtum Daube dagba dan em daoarn D aulas ddolas Daumen ddgmani Daumont domo Daune daxma

Dauphin dofe Dans dags Debatte debdta Debauche debOsfaJ Debet debet Debit debit Debita debita Debitor debitor Debouche debust Debiit dehu' :>5 Debutant debutant debiitieren debutiran Dechant deekdnt Dechanei dfchande Decharge desdrfa dechiffrieren desifrit-dn Dechsel deksal deciso detsifg Deck dck

decrescendo dekrescndg Dedikation dedikatsion dedizieren deditstran Defekt defekt ' dcfendieren defendiran

I Defensive defenftica

j Defilee defile

I definieren defintra^i Definition definitsion 30 Defizit difitsit 47 Defraudant defragddni Defraudation defrao-

datsion deftig deftich degagieren degafiran Degen degan 41 degeneriert degpierirt degoutant degiitdnt Degradation degra-

datsmn dehnen denan Dehors (die) dears Deich daech Deichgraf dd-eehgraf Deichsel ddeksal Dei gratia dei grdtsia dein daen 56 Deismus deismns Dejeuner dejgne 30, 52 Dekade dekdda Dekadence dekadds dekadent dekadent Dekadenz dekadmts Dckagramm dekagram Dekameron, ital. Deka-

merone dekdmaron,

dekamerOne Dekan dekdn Dekanat dekandt dekantiercn dekanttran dekatieren dekattran Deklamation dekla-

mqtsion deklamieren deklamlran Deklaration dekla-

ratsiOn Deklination deklinatsiOn Dekokt dekdk't dekolletiert dekoletirt Dekoration dekgratswn dekorativ dekgrattf Dekorum dekOrum dekrepid(e) dekreptd(a) Dekret dekret dekretieren dekretiran Delcredere dejkridara deleatur deledtur delegieren delegtran delektieren delekttran delikat delikdt Delikatesse delikatesa Delikt delikt I) elin quent del ink went Delirium tremens

deltrium tremens delizios delitsiSs Delle dela ' Delphin deljtn ^ Delta delta dem dem dem 40, 41, 42 Demant dimant Demagog demagOg 49 Demarche demdrs Demarkation demarka-

tsion Dementi demdti dementieren demdtiran Demersion demerfiOn Demimonde demim^d(e) Demiurg demiivrg Demijohn demidfon Demoiselle demgafel Demokrat demgkrdt demolieren demgliran Demonstration demon-

strqisitn Demoralisation demgrq-

lifqtsidn Demos dimm

no

Dcmut diviut demiitiglich dimutildicjp den den dm 40, 41, 42 Dcnar dendr denaturiert denqturtrt Dendrologic dendr olggt dengcln dentin Denkart deTjk-drt denken (dachte) deiiken

(daehU) dental dentdl Dentist dentist denunzieren demmtstrdn J)eipMteTnentdepart(9)md Dependancc depadds Dependenz dependents Depesche depesa deplaciert deplastrt deployieren deplgajiron Deponens deponens 44 Deponent deponent deponieren depgnh-dn Deportation deportatsidn Depositum (PL Depo-

sita u. Depositen)

depofitum (PI. depo-

fita u. depgfUan) depossedieren depose-

dtrdn Depot depo 49 Depravation deprq-

nqtsidn Depression depresiOn deprezieren depretstren deprimiert deprimtrt de profundis de prgfdn-

dis Deputat deputdt Deputation depiitqtsidn Deputiertc deputtrtJ del derde?' 16,40,41,42 derangiert derdftrt dereinst der-denst derenthalben derant-

luilh<)n Dermatologie dcrmatg-

Iggi dero derg Derouto derutJ Derwisch derins 47 des des 43

desavouieren defawiitran Desem. -cr dpfjni, -<fr Deserteur defert^r 52

Deshabille defabil'je Desiderat defiderdt Desiderium defiderium designieren defigntrdn desinfizieren

des-infitstrdn deskriptiv deskripttf desolat defgldt Desordre deforddr despektierlich despekttr-

lich dosperat desperdt Despot despot 49 Dessein dese Dessert desir Dessin des^ destillieren destiltrdn destinieren destintrdn desto destg destruktiv destrukttf Deszendent destsendent Dctachement deta^(d)md detachieren detastrdn Detail detdel' detalliert cletal'jtrt Detektiv detekttf (^auch

engl. detektiw) determinieren deter-

mintrdn Detonation detgnqtsidn detonieren detgntrdn Deus ex machina dins

eks mdchina Deut doot Deuteragonist doot^ra-

ggnist Deuteronomium dogfa-

rgndmium deutsch dogts Deutschmeister dottS-

maest-fr devastiercn deirasttron Dcvanagari deirandyari D ev i ation denjatsion Devise den4fa devot deirdt Dextrin dekstrtn Dezem ditsem Dczember detsembar Dezenn ium detsenm'mn dezent detsent Dezentralisation dftsen-

trqlifqtsion Dezemat detserndf

dezidiert detsidirt Dezigramm detsigrdm dezimal detsimal Diabas diabds Diabetes diabetes Diabetiker diabttik»r diabolisch dmbdlis Diabolo didbglg Diadem diadhn 34, 44 Diagnose dia-gn^fi diagonal diaggndl Diakon, Diakonus diakon

didkgnus Diakonissin diakgnisin Dialekt dialekt Dialog dialog Diamant diamdfit Diameter diametdr diametral diametrdl Diapositiv diapgfittf Diarese didref<f Diarium didrium Diarrhoe, frz. Diarrhea

diart u. diart, 51 Diaspora didspgra Diat didt Diatetik didtetik diatonisch diatonis Diavolo didivglg dichten dichtan dick dik

Dickicht dikicht 46 Didaktik diddktik Didaskalien didaskdlpn die dl 46 Dieb dlb 31, 80 Diebstahl dtbstal Diele dlh Dieme dlma dienen dln<)n Dienst dlnst Dienstag dtnstdij dies dls

Diese, Diesis dUfj diefis Differenz diforcnts Differenzial(rechnung)

difjrentsidl(rec}^nnn) differenz ieren

diforentstron diffizil difjtstl diffus difds Digamma digdma Digesten d/gestJn Digestion digestion

Ill

Digger dig'))- Digitalin cliijitalin Digitalis (ligifdlis Dignitat dighMt 63, 67 Digression digrcsiOn Diktat dihidt Diktator diJddtor diktatorisch diktatdriS diktieren dikthyn Diktion dildsidn Diktionar dikisionUr Diktum diktum dilatorisch dilatoris Dilemma dilema Dilettant diletdnt Diligence dilijds Diluvium dilmciiim Dimension dimenfidn Dimeter dtmetar diminuendo diminuendo diminutiv dimimitif Dimission dimisiSn dimittieren dhnitiran Diner dine Dinner din9r Ding din 83 Dings da di7jsda dinieren diniran Dinosaurier dinofdoridr Dinte dinU Diopter diopter Dioptrie dioptri Dioptrik dioptrik Diorama diordma Diozesan di'otsefdn Diozese diotsifd Diphtheric diftart Diphtheritis diftdritis Diphthong difton 50 Diplom dipjQw Diplomat diplgmdt Dipodie dipgdt dipodisch dipodis Diptam dipfcon Dipteros dipferos Diptychon diptiichon dir dlr 46 direkt direkt Direktion direktsiOn Direktor direkt or PI. direktdran: aber di- rekt or in Direktrice direktrisd dirigieren diriqtran

Dime dirm Diseur diftr Disharmonie dishar-

viont Diskant dis-kdnt Diskonto dis-kontg D i skr ep an z diskrepdnts diskret diskret diskurieren dis-kiirtrdn Diskurs dis-kiirs Diskus dfskns Diskussion dis-ku^ion dislozieren dis-lotsirdn Dispacheur dis-pasdr disparat dis-pardt Dispens dis-pens dispensieren dis-pen-

ftrdn disponieren dis-pontrdn Disposition dis-pofitsiSn Disput dis-put 54 Disputation dis-p?i-

tatsidn Dissens disens Dissenter disentdr dissentieren disenttran Dissertation disertqtsiOn Dissident disident Dissonanz disgndnts Distance Distanz distds,

distant s Distel distal 46 Distichon distichon distinguiert distin-

g(ii)trt Distinktion distitiktsidn distributiv dis-tributtf Distrikt distrikt Disziplin dis-tsipUn disziplinarisch dis-tsi-

plindris Dithyrambe diti^rdmha dito ditg Diva dtica divergent ditcergent divers diwers Divertissement diiver-

tis(a)md Dividende dinidenda dividieren diuidiran Divination diwinatsidn Division diuifion Divisor diidfor Diwan dtwan

Dob el dobal doch dock 30, 48 Docht dodit Dock dok

Dodekaeder dodaka-edar Dogcart dogkart Doge dofa Dogge doga Dogger dogar Dogma dogma 63, 79 Dogmatik dogmdtik Dohle dola l'3 Dohne dona doktern doktar^i Doktor, -en doktor, dok-